Gustav Fuchs (Verleger)

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Gustav Adolf Fuchs (* 27. Juni 1857 in Heilbronn; † 9. März 1929 in Danzig) war ein deutscher Zeitungsverleger und Mitglied im Danziger Magistrat und später parlamentarischer Senator im Senat der Freien Stadt Danzig.

Leben[Bearbeiten]

Er war der älteste Sohn des Heilbronner Kaufmanns Gustav Fuchs († 1878), der 1864 eine Eisenwarenhandlung in der Heilbronner Kramstraße gegründet hatte. Gustav Fuchs machte eine Banklehre und studierte dann Nationalökonomie in Straßburg bei Gustav Schmoller. Nach dem frühen Tod des Vaters trat er gemeinsam mit seinem Bruder Albert als Prokurist in das von der Mutter Luise weitergeführte elterliche Geschäft ein. 1884 übernahm er mit seinem Bruder das Unternehmen. 1893 schied er aus dem Unternehmen aus und nahm verschiedene Tätigkeiten im Bereich des Zeitungswesens auf.[1] Im Jahre 1894 gründete er in Danzig die Firma Fuchs & Cie, an der er Teilhaber war, und den Verlag, der die Zeitung Danziger Neueste Nachrichten herausgab.

In Danzig wohnte er in der Breitgasse, wo sich auch der Verlag befand. Bis zu seinem Tode im Jahre 1929 führte er den Zeitungsverlag. Den Verlag und die Zeitung übernahm daraufhin sein Sohn Hans Fuchs. In Danzig gehörte er als Senator dem Magistrat an und führte dort das Dezernat für die Sparkasse. Für seine Verdienste um die drucktechnische Entwicklung des Zeitungswesens wurde ihm der Ehrentitel Dr.-Ing. ehrenhalber verliehen.

Gustav Fuchs war früh politisch engagiert und vertrat liberale Positionen. Bei den Reichstagswahl 1887 kandidierter er in Württemberg erfolglos für die Nationalliberale Partei. 1899 wurde er Stadtverordneter, später Mitglied des Magistrats. Nach der Abtrennung Danzigs vom Reich wurde er Staatsrat und war nach der Bildung der Freien Stadt Danzig 1920 bis 1924 parlamentarischer Senator. Er erwarb sich besondere Verdienste um das Theaterwesen, insbesondere um die Waldspiele im Gutenberghain bei Danzig.

Ämter[Bearbeiten]

  • Vorsitzender des Vereins Westpreußischer Zeitungsverleger (bis zur Abtrennung Danzigs vom Deutschen Reich)
  • Vorsitzender des Vereins der Zeitungsverleger im Gebiet der Freien Stadt Danzig

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Bahr: Fuchs, Gustav Adolph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 679 (Digitalisat).
  • Werner Föll: Gustav Fuchs, in: Württembergische Biographien, Band 2, Stuttgart 2011.
  • Georg Wenzel: Deutscher Wirtschaftsführer. Hanseatische Verlags-Anstalt, Berlin 1929.
  • Christian Krollmann u.a. (Hrsg.): Altpreußische Biographie, Band 1, ISBN 3770808045, S. 200, Eintrag "Gustav Fuchs" von Schwarz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gustav Fuchs (Hrsg.): 100 Jahre Gustav Fuchs, Heilbronn 1964.
  2. Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1927–1929