Gustav Willgeroth

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Gustav Willgeroth (* 11. November 1865 in Wismar; † 15. März 1937[1] ebenda; vollständiger Name: Gustav Adolf Theodor Louis Willgeroth oder Gustav Adolf Theodor Ludwig Willgeroth) war ein deutscher Lyriker, Journalist und mecklenburgischer Heimat- und Familienforscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav Willgeroth wurde als Sohn des Wismarer Kaufmanns Louis Franz Willgeroth geboren. Er besuchte als Extraneus die Große Stadtschule seiner Heimatstadt und bestand zu Michaelis 1886 das Abitur. Noch im selben Jahr nahm er ein Theologiestudium in Rostock auf.[2] Nach einem Aufenthalt in Erlangen kehrte er im Oktober 1888 an die Rostocker Universität zurück[3], brachte sein Studium jedoch nicht zu einem Abschluss. Ab 1889 wandte er sich der Journalistik zu.

Titel der Erstausgabe der ab 1893 bei Willgeroth & Menzel verlegten Mecklenburgischen Ostsee-Zeitung

Von 1893 an war Willgeroth Besitzer der Wismarer Druckerei Willgeroth & Menzel, in der ab 1897 die Lyrischen Blätter erschienen. Einen Band mit eigenen Gedichten verlegte er im Jahr 1898. 1906 gab er die Buchdruckerei auf und arbeitete stattdessen in der Filiale der Rostocker Bank in Wismar. Von 1928 bis 1936 übernahm er die Leitung des Wismarer Kirchensteueramts.

Willgeroth gehörte neben Rudolf Kleiminger und Friedrich Crull zu jenen Autoren, die Beiträge über Wismar in den Mecklenburgischen Jahrbüchern veröffentlicht haben.[4]

Die biographisch-genealogischen Veröffentlichungen von Gustav Willgeroth gelten bis heute als besonders gewissenhaft und zuverlässige Quellen der mecklenburgischen Landeskunde. Die von ihm begonnenen Verzeichnisse mecklenburgischer Pastoren, nach der Wiedervereinigung der beiden mecklenburgischen Freistaaten (1934) auf ganz Mecklenburg ausgeweitet, werden bis heute unter seinem Namen fortgeführt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte der Stadt Wismar. Wismar 1898
  • Bilder aus Wismars Vergangenheit. Gesammelte Beiträge zur Geschichte der Stadt Wismar. Wismar 1903 [Reprint: Stock & Stein Verlag, Schwerin 1997, ISBN 3-932370-41-4] (Digitalisat)
  • Notizen zur Geschichte Wismars 1901-1910. 1911 [Reprint: Rostock 2004/2010, ISBN 978-3-86785-116-9]

Biographik, Berufsgeschichte und Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Mecklenburg-Schwerinschen Pfarren seit dem dreißigjährigen Kriege. Mit Anmerkungen über die früheren Pastoren seit der Reformation. Fortsetzungswerk. 1924–1933. Fortsetzung ab 1937 unter dem Titel Die Mecklenburgischen Pfarren seit dem dreißigjährigen Kriege. (Digitalisate der Vorkriegs-Ausgaben)
  • Die mecklenburgischen Aerzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Gesammelt und herausgegeben von August Blanck 1874, fortgesetzt von Axel Wilhelmi bis 1901. Durch genealogische Mitteilungen ergänzt und bis zur Gegenwart fortgeführt von Gustav Willgeroth. Verlag der Landesgeschäftsstelle des Meckl. Aerztevereinsbundes, Schwerin 1929 (Digitalisat RosDok).
  • Stammtafel der Familie Crull. Wismar 1931
  • Beiträge zur Wismarschen Familienkunde. Wismar 1932
  • Poeler Familienkunde. Wismar 1934
  • Die Lehrer der Gr. Stadtschule zu Wismar von ihren ersten Anfängen 1541 bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. In: Mecklenburgische Jahrbücher 98, 1934, S. 157–206 (Digitalisat)
  • Die Lehrer der Gr. Stadtschule zu Wismar seit dem Jahre 1800 bis zur Gegenwart. Biographische Skizzen. Wismar 1935

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach anderen Quellen: 16. März 1937.
  2. Immatrikulation (1) von Gustav Willgeroth im Rostocker Matrikelportal
  3. Immatrikulation (2) von Gustav Willgeroth im Rostocker Matrikelportal
  4. Christine Decker In: Wismar 1665. Eine Stadtgesellschaft im Spiegel des Türkensteuerregisters, LIT Verlag für wissenschaftliche Literatur, Münster/Hamburg/Berlin/Wien/London 2006, ISBN 3-8258-9192-5, S. 18. Von Gustav Willgeroth stammt der Aufsatz Die Lehrer der Gr. Stadtschule zu Wismar von ihren ersten Anfängen 1541 bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. In: Mecklenburgische Jahrbücher Bd. 98, 1934, S. 157–206.