Guten Abend, schön Abend, es weihnachtet schon

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Guten Abend, schön Abend, es weihnachtet schon ist ein deutschsprachiges Weihnachtslied. Die Herkunft des Liedes wird häufig mit Kärnten oder – wohl fälschlich – der Eifel angegeben.

Das Lied erschien mit der Herkunftsangabe „nach einem Kärntner Vorweihnachtsliede“ unter dem Titel Ein Kranzsingelied auf die Weihnacht im 7. Heft der von 1931 bis 1934 im völkischen Ludendorffs Volkswarte-Verlag München veröffentlichten Sammlung Lieder der Deutschen.[1][2] Die ersten beiden Strophen stammen von dem Herausgeber der Sammlung Fritz Hugo Hoffmann (1891–1965), dem Bundesführer der Artamanen und Komponisten völkischer Lieder, der auch einen zweistimmigen Satz zu dem Lied verfasste.

Zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Wiedervereinigung war das Lied praktisch nur in der DDR bekannt, während es in Westdeutschland nur vereinzelt in Liederbüchern nachzuweisen ist.[2] Die heute gesungene Version entstand zwischen 1947 und 1950 in der von Hans und Ilse Naumilkat geleiteten Sing- und Spielgemeinde Schönebeck.[3] Die Bearbeitung stammt von Ilse Naumilkat, die sich 1961 den Text der 2. und 3. Strophe urheberrechtlich schützen ließ.[3][4] Der Text der zweiten Strophe stimmt allerdings weitgehend mit der Strophe von Fritz Hugo Hoffmann überein, nur sind Strophen- und Refrainteil vertauscht. Auf welchem Weg das Ehepaar Naumilkat das Lied kennenlernte, und ob es sich des völkischen Hintergrunds des Liedes bewusst war, ist derzeit nicht bekannt.

Die Melodie wurde erstmals 1798 mit anderem Text „Ave Maria, jungfräuliche Zier“ in der Steiermark von dem Lehrer Joseph Salzwimmer aufgezeichnet.[3][5]

In einer alternativen Textfassung (zu einer anderen Melodie mit der Herkunftsangabe „Volksweise aus Salzburg“) folgt statt der Wiederholung der Eingangszeile der Text „Wir erwarten mit Sehnsucht den göttlichen Sohn“.[6] Ob es sich hierbei um eine christliche Rückdichtung des völkischen Textes von Fritz Hugo Hoffmann handelt, ist nicht bekannt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Lied geht es um die Vorweihnachtszeit. So wird in der 1. Strophe beschrieben, wie die Lichter am Adventskranz so hell leuchten und sie der Heimat einen hell lichten Schein geben würden. Wie in völkischen (und in der Folge auch in nationalsozialistischen) Weihnachtsliedern üblich, findet sich der Bezug zum Symbol des Lichtes und der Heimat. In der 2. Strophe wird angemerkt, dass durch den in Flocken fallenden Schnee, die Wälder weiß stehen und sich die Kinder freuen sollen, dass die Weihnacht bald komme. In der 3. und letzten Strophe wird befunden, dass es so lieblich und fein singt und klingt und sie in die fröhliche Weihnachtszeit einsängen.

Einspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1970 wurde das Lied in der Version des Rundfunk-Kinderchores Berlin auf der Weihnachts-LP Bald nun ist Weihnachtszeit des DDR-Labels Eterna veröffentlicht.[7] Außerdem fand es Aufnahme in verschiedene Musiklehr- und Liederbücher.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritz Hugo Hoffmann (Hrsg.): Lieder der Deutschen. Ludendorffs Volkswarte-Verlag, München 1931–1934, S. 100 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3DLiederDerDeutschen_410%2FHoffmannFritzHugo-LiederDerDeutschenLudendorffsVerlagLudendorff~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn105~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  2. a b Guten Abend, schön Abend bei DeutschesLied.com
  3. a b c Weihnachtslieder aus sozialistischen Zeiten. MDR, 16. Dezember 2004, abgerufen am 14. Dezember 2013
  4. Bernd Pachnicke: Deutsche Volkslieder. 280 ausgewählte Liedtexte. Peters, Leipzig 1981, ISBN 3-369-00024-5, S. 232 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Katalogeintrag beim Verbund der VolksLiedWerke Österreichs und Südtirols
  6. Walter Knapp, Christine Lehmann (Hrsg.): Singt und spielt zur Weihnachtszeit. Edition Helbling, Innsbruck 1992, ISBN 3-900590-22-2, S. 9.
  7. Trackliste der LP