Guy Tillim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Guy Tillim (* 1962 in Johannesburg) ist ein südafrikanischer Fotograf. Nachdem er am Anfang seiner Karriere als Pressefotograf arbeitete, ist Tillim seit Ende der 1990er Jahre auch in der internationalen Kunstwelt erfolgreich.

Guy Tillim in Neu-Ulm, Walther Collection, August 2015

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guy Tillim studierte an der University of Cape Town und schloss sein Studium 1985 mit einem B.A. in Wirtschaftswissenschaften ab. 1986 schloss er sich der südafrikanischen Fotografenvereinigung Afrapix an und begann für Reuters Südafrika zu arbeiten. Ab 1988 war er als Freelancer auch für andere Presseagenturen (besonders für AFP) tätig.

Sein künstlerisches Werk umfasst Bilderserien politischer Krisenherde in Afrika, Porträts sowie urbane Arbeiten, die dem investigativen Reportagejournalismus nahe sind. Tillim arbeitet bevorzugt in Farbe, seine Bilder zeichnen sich durch zurückhaltende Helligkeitskontraste und eine elegische Bildkonstruktion aus.

„Für Guy Tillim gilt, dass seine künstlerische Haltung sich auf der heiklen Grenze zwischen Empathie und Distanzierung formuliert. Seine Wege durch die Länder des südlichen Afrika sind nicht von vorgezeichneten Zielen diktiert, sondern scheinen einer zunächst vorurteilsfreien Aufmerksamkeit für die Gegebenheiten und die Lebenswelten zu folgen, welche die Menschen selbst herbeigeführt haben und in die sie gleichermaßen hineingestellt sind. Tillim sucht nicht das ‚richtige', das ‚geglückte' Motiv, er lässt sich von Bildern gleichsam auffinden, läßt sie an sich herantreten, um sie zugleich in gerichteter Bewegung zu umkreisen, sie zu schildern. […] Tillim liefert uns, trotz genauer Orts- und Situationsangaben, keine journalistisch verwertbaren fotografischen Befunde, sondern zieht uns hinein in den Kreislauf von Deutungen und Standpunkten, Sichtweisen und Interpretationen, er zwingt uns hinein in eine Offenheit für Bezüge und Verweise, welche die scheinbare ‚Schwäche' der Urteilsfindung ummünzt in die Stärke genauen und wiederholten Hinsehens.“

Renate Wiehager: Auf der Erde leben und Sterne sehen können [1]

Tillim lebt und arbeitet in Kapstadt.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Points Of View, Kuckei + Kuckei, Berlin
  • 2014: Jo’burg: Points Of View, Stevenson, Johannesburg, Südafrika
  • 2014: Jo’burg, Kuckei + Kuckei, Berlin
  • 2013: Libreville, Stevenson, Johannesburg, Südafrika
  • 2012: Second Nature. Huis Marseille, Amsterdam.[2]
  • 2012: Second Nature, Kuckei + Kuckei, Berlin
  • 2011: Avenue Patrice Lumumba, MoCP – The Museum of Contemporary Photography, Chicago, IL
  • 2010: Avenue Patrice Lumumba, Kuckei + Kuckei, Berlin
  • 2008: Guy Tillim. Haunch of Venison, Zürich.[3]
  • 2008: Petros Village. Haus Für Kunst Uri, Altdorf (Schweiz).[4]
  • 2007: Congo Democratic. Extraspazio, Rom.[5]
  • 2005: Leopold and Mobutu. Photographers' Gallery, London.[6]
  • 2004: Jo'burg. South African National Gallery, Kapstadt.
  • 2004: DaimlerChrysler Award-Ausstellung im DaimlerChrysler Contemporary, Berlin, dann Sindelfingen.[7]
  • 2003: Departure. PhotoZA, Johannesburg.
  • 2001: Kuito, Angola. South African Museum, Kapstadt.
  • 1996: Kabul, Afghanistan. Durban Centre for Photography, Durban.

Teilnahme an Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: 10 YEARS OLD // 2007–2017: a history of the world told through the images of the Fondazione Cassa di risparmio di Modena Collection, Modena, Foro Boario
  • 2016: On the Subject of the Ready-made, Daimler Contemporary, Berlin
  • 2015: Strange Worlds – Works from the collection, Fondazione Fotografia Modena, Modena, Italien
  • 2015: The Order of Things – Photography from The Walther Collection, The Walther Collection, Neu-Ulm
  • 2015: Making Africa – A Continent of Contemporary Design, Vitra Design Museum, Weil am Rhein
  • 2014: Constructing Worlds: Photography and Architecture in the Modern Age, Barbican Art Gallery, London, Großbritannien
  • 2014: Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Baden-Baden
  • 2014: Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler, Museum für Moderne Kunst (MMK), Frankfurt/Main
  • 2013: Cityscapes – Cinco Fábulas Urbanas, CENTROCENTRO CIBELES DE CULTURA Y CIUDADANÍA, Madrid, Spanien
  • 2012: Rise and Fall of Apartheid: Photography and the Bureaucracy of Everyday Life, ICP – International Center of Photography, New York City, NY
  • 2012: Lost Places – Orte der Photographie, Hamburger Kunsthalle, Hamburg
  • 2011: Appropriated Landscapes, The Walther Collection, Neu-Ulm
  • 2011: Figures & Fictions: Contemporary South African Photography, Victoria & Albert Museum – V&A, London, Great Britain
  • 2010: The Original Copy: Photography of Sculpture, 1839 to Today, MoMA – Museum of Modern Art, New York City, NY
  • 2009: Face of Our Time, San Francisco Museum of Modern Art – SFMOMA, San Francisco, CA
  • 2008 Cities in Crisis – Photographs of the South African Urban Landscape, University of Johannesburg, Johannesburg, Südafrika
  • 2008: A Look Away – South African Photography Today, Kuckei + Kuckei, Berlin. Kuratiert von Christian Ganzenberg.
  • 2008: Biennale Cuvée – Weltauswahl der Gegenwartskunst. O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz. Gezeigt wurde die Arbeit Leopold and Mobutu.[8]
  • 2007: Global Cities. Tate Modern, London.[9]
  • 2007: documenta 12, Kassel. Gezeigt wurde die Arbeit Congo Democratic.[10]
  • 2007: Africa Remix. Johannesburg Art Gallery, Johannesburg, Südafrika.
  • 2007: Reality check – Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika. Gezeigt im Neuen Berliner Kunstverein, Berlin,[11] in der Galerie der Stadt Sindelfingen,[12] im Museum Bochum,[13] sowie in den Kunstsammlungen Chemnitz.
  • 2006: Photography, Video, Mixed Media III. DaimlerChrysler Contemporary, Berlin.[14]
  • 2006: SLUM: Art and life in the here and now of the civil age. Neue Galerie Graz.[15]
  • 2006: 27. Biennale von São Paulo.
  • 2006: Snap Judgments: New Positions in Contemporary African Photography. International Center of Photography, New York.[16]
  • 2005: Outside Europe – Aus der Sammlung DaimlerChrysler, Daimler Contemporary, Berlin.
  • 2004: Unsettled. National Museum of Photography, Kopenhagen.[17]
  • 2004: Africa Remix – Contemporary Art of a Continent. Gezeigt u. a. im Museum Kunstpalast, Düsseldorf und Centre Pompidou, Paris.[18]
  • 1998: eyeAfrica: African Photography 1840–1998. Castle of Good Hope, Kapstadt.
  • 1996: Colors: Art from South Africa. Haus der Kulturen der Welt, Berlin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katalogtext anlässlich der Verleihung des Daimler Award for South African Art 2004 Online verfügbar (Memento des Originals vom 5. September 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sammlung.daimlerchrysler.com (ABgerufen am 30. April 2008)
  2. Second Nature. Huis Marseille, Museum voor Fotografie, Amsterdam, 2. März bis 3. Juni 2012. (Abgerufen am 1. März 2012.)
  3. Guy Tillim. Haunch of Venison, Zürich. 18. April – 24. Mai 2008. Online verfügbar (Memento des Originals vom 12. März 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haunchofvenison.com (Abgerufen am 30. April 2008.)
  4. Guy Tillim: Petros Village. Haus Für Kunst Uri, Altdorf, 15. März – 18. Mai 2008. Online verfügbar@1@2Vorlage:Toter Link/www.hausfuerkunsturi.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Abgerufen am 30. April 2008.)
  5. Congo Democratic. Extraspazio, Rom, 19. Januar – 3. März 2007. Online verfügbar@1@2Vorlage:Toter Link/www.extraspazio.it (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Abgerufen am 30. April 2008.)
  6. Leopold and Mobutu. Photographers' Gallery, London, 12. August – 25. September 2005. Online verfügbar (Memento des Originals vom 27. November 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.photonet.org.uk (Abgerufen am 30. April 2008.)
  7. Guy Tillim. DaimlerChrysler Contemporary, 17. Juni – 22. August 2004. Katalog erschienen Berlin 2004. Online verfügbar (Memento des Originals vom 20. Oktober 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sammlung.daimlerchrysler.com (Abgerufen am 30. April 2008.)
  8. Biennale Cuvée O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz, 29. Februar – 27. April 2008. Zusammen mit dem Contemporary Art Centre Vilnius und der Kunsthalle Lund. Kuratiert von Martin Sturm. Online verfügbar (Memento des Originals vom 26. April 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ok-centrum.at (Abgerufen am 29. April 2008.)
  9. Global Cities Tate Modern, 20. Juni – 27. August 2007. Online verfügbar (Memento des Originals vom 21. September 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tate.org.uk (Abgerufen am 29. April 2008.)
  10. documenta 12, Kassel. 16. Juni – 23. September 2007. Über die gezeigten Werke von Guy Tillim auf dem offiziellen documenta-Blog: Online verfügbar (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.documenta12blog.de (Abgerufen am 29. April 2008)
  11. Reality check NBK Berlin, 13. Januar – 11. März 2007. Kuratiert von Pam Warne. Online verfügbar (Memento des Originals vom 5. Mai 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nbk.org (Abgerufen am 29. April 2008.)
  12. Reality check. Galerie der Stadt Sindelfingen, 1. Juli – 2. September 2007. Online verfügbar (Abgerufen am 29. April 2008.)
  13. Reality check. Museum Bochum, 15. September – 4. November 2007.
  14. Photography, Video, Mixed Media III. DaimlerChrysler Contemporary, Berlin, 29. September – 8. Januar 2007. Online verfügbar (Memento des Originals vom 2. Mai 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sammlung.daimlerchrysler.com (Abgerufen am 30. April 2008.)
  15. Slum. Neue Galerie Graz, 24. September – 15. Oktober 2006. Kuratiert von Peter Weibel, Christa Steinle, und Günther Holler-Schuster. Online verfügbar (Abgerufen am 30. April 2008.)
  16. Snap Judgments. International Center of Photography, New York, 2006. Kuratiert von Okwui Enwezor. Katalog erschienen bei ICP/Steidl, 2006. ISBN 3-86521-224-7. Online verfügbar@1@2Vorlage:Toter Link/www.icp.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Abgerufen am 30. April 2008.)
  17. Unsettled. National Museum of Photography, Kopenhagen. Katalog erschienen bei The National Museum of Photography, 2004. ISBN 87-7023-445-0.
  18. Africa Remix. Kuratiert von Simon Njami. Katalog erschienen bei Hatje Cantz. Ostfildern-Ruit 2004. ISBN 3-7757-1472-3. Online verfügbar (Abgerufen am 30. April 2008.)