Händchenhalten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Händchenhalten

Das Händchenhalten ist eine in vielen Kulturen bekannte Ausdrucksform für die Zuneigung zwischen zwei Menschen. Als eine spezielle Form des Körperkontaktes kann es Teil der sogenannten nonverbalen Kommunikation sein. Die Bedeutung und Akzeptanz des Händchenhaltens, insbesondere in der Öffentlichkeit, ist je nach Kulturkreis unterschiedlich.

Zu unterscheiden ist es vom Begrüßungsritual des Händeschüttelns.

Ausdrucksformen und Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Händchenhalten ist häufig eine der ersten in der Öffentlichkeit zur Schau gestellte körperliche Intimität unter Liebespaaren. Das gegenseitige Berühren der Partner stellt somit eine der Ausdrucksformen der Liebe dar.

Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war das Händchenhalten in der Öffentlichkeit auch im westlichen Kulturkreis jedoch weitgehend nicht akzeptiert. Dies hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Laut des Cora Romance Report 2002, bei dem 6.600 Frauen und Männer aus 20 Ländern zu ihrer Meinung bezüglich Sex in der Öffentlichkeit befragt wurden, gaben 78 % der Befragten an, dass Küssen und Händchenhalten in der Öffentlichkeit heutzutage weitgehend akzeptiert sind.[1]

Auch unter Senioren ist das Händchenhalten ein anerkannter Liebesbeweis. Laut einer Umfrage im Auftrag der Zeitschrift „Lenz“ sehen 65 % der befragten Senioren im Händchenhalten in der Öffentlichkeit eine erlaubte Form der Liebesbekundung.[2]

Eine Besonderheit stellt das Händchenhalten unter homosexuellen Partnern dar, da eine öffentliche Bekundung der Liebe hier einem Coming-out gleichkommt, wodurch eventuell negative Reaktionen durch homophobe Dritte hervorgerufen werden könnten.

Händchenhalten in anderen Zusammenhängen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Halten der Hand eines Unfallopfers wird von Medizinern bei der Ersten Hilfe empfohlen, um dem Verletzten das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. Darüber sollten jedoch niemals die lebensrettenden Sofortmaßnahmen vergessen werden.[3]

Das Halten der Hand einer sterbenden Person gehört zur sogenannten Sterbebegleitung, da Sterbende in bestimmten Fällen ihre Umgebung noch wahrnehmen und fühlen können. Der Körperkontakt zwischen dem Sterbenden und der begleitenden Person kann Trost spenden und die Situation für den Sterbenden erträglicher gestalten.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Türkei sprach sich das Staatliche Amt für religiöse Angelegenheiten gegen das Händchenhalten unter Paaren aus.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cora Romance Report 2002 (Memento vom 17. Mai 2006 im Internet Archive). Abgerufen am 4. April 2010
  2. Alter schützt vor schmusen nicht auf www.dw-world.de. Abgerufen am 4. April 2010
  3. Psychische Betreuung Allgemeines zu erster Hilfe auf www.drk.de. Abgerufen am 4. April 2010
  4. Religionsamt erlässt Fatwa gegen Händchenhalten welt.de Abgerufen am 4. Januar 2016