Höfliche Paparazzi

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Höfliche Paparazzi (oder Wir höflichen Paparazzi) ist der Name eines deutschsprachigen Internetforums, das Berichte von zufälligen Begegnungen mit Prominenten sammelt.

Christian Ankowitsch hatte die Website im Herbst 1999 gegründet. Ursprünglich standen dort unter dem Schlagwort „Alles-Bonanza“ Erinnerungen an die 1970er Jahre. Später kam unter der Bezeichnung „Höfliche Paparazzi“ das Thema Begegnung mit bekannten Persönlichkeiten dazu. Es entwickelte sich ein regelrechter Kampf zwischen den „Alles-Bonanza“-Interessierten und den „Höflichen Paparazzi“. Deshalb wurde das Forum im Sommer 2003 in www.alles-bonanza.de und www.hoefliche-paparazzi.de aufgeteilt.

Einige der etwa 600 Schreiber der „Höflichen Paparazzi“ waren selbst bekannte Kulturschaffende (etwa der Wiener Zeichner und Mitbegründer Tex Rubinowitz, Hermes Phettberg, Wolfgang Herrndorf - dessen Schreiben durch das Forum wesentlich beeinflusst wurde[1] -, Wolfgang Müller, Felix Kubin, Joachim Lottmann, Murmel Clausen und Kathrin Passig). Ein großer Teil der Mitglieder des Autoren- und Designer-Netzwerks Zentrale Intelligenz Agentur lernte sich ursprünglich in "Höfliche Paparazzi" kennen.[2]

Ausgewählte Texte erschienen in Buchform, Lesungen fanden unter anderem im Deutschen Theater, im Schauspielhaus Zürich und in den Münchner Kammerspielen statt. Das Forum war auch der erste Auftrittsort der Kunstfiguren "Supatopcheckerbunny" und "Hilfscheckerbunny" von Ulrike Sterblich (als Autorin) und Tex Rubinowitz (als Zeichner), die später Gegenstand von Beiträgen in der Zeitschrift Titanic, Büchern und Vortragsreihen (gemeinsam mit Stese Wagner) bildeten.[3]

Holm Friebe beschrieb "Höfliche Paparazzi" 2013 rückblickend als "Sammelbecken für Menschen mit einem gemeinsamen Interesse an klugen Gedanken und handwerklich gut gemachten Sätzen [...]. Die oberste Regel des Forums lautet: Es gilt das geschriebene Wort, ohne Ansehen der Person [...]. So entstand eine fröhliche Parallelwelt in der Staatsform der Meritokratie: Die härtere Pointe und das rigorosere Urteil regierten."[1]

Die Website wurde für den Grimme Online Award 2004 nominiert. Von Juli bis Oktober 2005 war die Site aufgrund eines Festplattencrashs offline. Eine größere Anzahl von Beiträgen der Monate vor dem Ausfall ging hierbei verloren.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Holm Friebe: Der Mann, der aus der Welt gefallen ist. In: Welt Online. 2. September 2013 (welt.de [abgerufen am 7. Februar 2016]).
  2. Literatur: Und nächstes Jahr den Nobelpreis! In: SPIEGEL ONLINE. 2. Juli 2006, abgerufen am 7. Februar 2016.
  3. DiePresse.com: Sterblich und Wagner: Berliner Häschen in Wien. In: diepresse.com. 17. November 2008, abgerufen am 7. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]