Höhlenmensch

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Der Höhlenmensch oder Troglodyt (griech. τρωγλοδύτης „Höhlenbewohner“) ist ein lange gepflegtes Trugbild vom Menschen der Vorzeit, insbesondere des letzten Eiszeitalters.

Heute steht fest, dass die paläolithischen Jäger und Sammler primär offene Lagerplätze vorzogen und Höhlen nur zu kultischen Zwecken aufsuchten. Im Jungpaläolithikum waren Höhlen bedeutende Kultzentren, wie die Frankokantabrische Höhlenkunst mit ihren Höhlenmalereien in den Höhlen von Lascaux, Altamira oder Niaux und ihren Plastiken ausweist, die keinerlei Spuren von Primitivität zeigen, sondern als erster Höhepunkt der menschlichen Kunst gelten. Ein Ursprung der verächtlichen Einstufung der Höhlenmenschen dürfte im Menschenbild vor allem des kolonial bestimmten 19. Jahrhunderts liegen, das alles Nichteuropäische, Nichtmoderne als minderwertig ansah.

Umgangssprachlich wird die Bezeichnung Höhlenmensch auf Menschen mit ausgeprägt schlechten Umgangsformen angewandt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tina Baier: Die Uralteingesessenen. Archäologen haben in einer Höhle im Südharz 3000 Jahre alte Gebeine entdeckt – nun wird nach lebenden Verwandten gefahndet. Süddeutsche Zeitung vom 3. Februar 2007, online unter sueddeutsche.de/wissen

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Troglodyt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen