HD-Soldat Läppli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

HD-Soldat Läppli (HD steht für Hilfsdienst) ist eine Figur des Schweizer Schauspielers Alfred Rasser. Es existiert auch ein gleichnamiger Film von 1959.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rasser erdachte den gutmütigen, aber grenzenlos tollpatschigen Soldaten Theophil Läppli 1945. Der Name Läppli ist wahrscheinlich abgeleitet vom schweizerdeutschen Lappi, das für Schwachkopf oder Dummkopf steht.

An zahlreichen Szenen lässt sich belegen, dass Rassers Läppli von Jaroslav Hašeks bravem Soldaten Schwejk inspiriert war. Zahlreiche Passagen wurden wortwörtlich übernommen oder nur geringfügig den Schweizer Verhältnissen angepasst. Indessen sind die Grundbedingungen völlig verschieden: Der brave Soldat Schwejk wird von der Obrigkeit (Österreich-Ungarn), die ihn, den Tschechen und einfachen Menschen, nur als Kanonenfutter betrachtet, in einen mörderischen Krieg gezwungen; der Hilfsdienstsoldat Läppli dagegen nimmt nur die Auswüchse des Militärdienstes aufs Korn, doch steht für ihn der neutrale Staat, für den er Dienst tut (die Schweiz), überhaupt nicht zur Diskussion. Schwejk handelt als scheinbar Schwachsinniger, der schlau die Militärbürokratie nützt und sich amtlich Idiotie bescheinigen lässt; er wird somit zu einem unabhängigen Antihelden, der sich jeder Ideologisierung entzieht.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinen Angaben bei einem Polizeiverhör im Film ist Theophil Läppli am 23. Oktober 1894 in Buckten, Kanton Basel-Land, geboren. Im Film Demokrat Läppli nannte er ein anderes Geburtsdatum; 22. Oktober 1910, Geburtsort ebenfalls Buckten, Baselland. Dies auch im Theaterstück "Demokrat Läppli", so wie die von 1975, welche vom Schweizer Fernsehen aufgezeichnet wurde.[1]

Typisch für Läppli ist seine hohe nasale Stimme und der markante baseldeutsche Dialekt, der durch einen Sprachfehler noch hervorgehoben wird. Die Geschichten spielen meist während des Zweiten Weltkriegs. Als Hilfsdienst-Soldat trägt Läppli aber keine Waffe (im Film HD-Soldat Läppli trägt er allerdings einen Karabiner), ist fern von jeder Front und wird nur für einfache Aufgaben eingesetzt (wie zum Beispiel das Fegen des Kasernenplatzes).

Läppli meint es immer gut. Selbst für die schreienden militärischen Vorgesetzten, die ihn für jeden seiner vielen Fehltritte bestrafen, hat er immer Verständnis und Mitgefühl – was diese natürlich zusätzlich in Rage versetzt. Dazu kommt, dass kein Befehl so exakt sein kann, dass ihn Läppli nicht falsch verstehen würde.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der enorme Erfolg auf den Theaterbühnen der Schweiz führte zu drei Verfilmungen.

  • Läppli am Zoll (1954)
  • HD-Soldat Läppli (1959)
  • Demokrat Läppli (1961)

Roland Rasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod von Alfred Rasser wurde die Figur von seinem Sohn Roland Rasser auf der Theaterbühne weitergeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Video der 1975er Theateraufzeichnung, Minute 58:20