HMS Irresistible (1898)

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Irresistible
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Schlachtschiff
Klasse Formidable-Klasse
Bauwerft Chatham Dockyard
Kiellegung 11. April 1898
Stapellauf 15. Dezember 1898
Verbleib 15. März 1915 gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
131,60 m (Lüa)
Breite 22,90 m
Tiefgang max. 7,90 m
Verdrängung 14.700t
Maximal:16.100 t
 
Besatzung 780
Maschinenanlage
Maschine 2 × 3-Zylinder Verbunddampfmaschine
20 × Wasserrohrkessel
Maschinen-
leistung
15.000 PS (11.032 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
18 kn (33 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Panzerung
  • Gürtel:229 mm
  • Deck:25–76 mm
  • Schott:229–305 mm
  • Geschütztürme:254 mm
  • Kommandoturm:356 mm
  • Kasematten:152 mm
  • Barbetten:305 mm

Die HMS Irresistible war ein Schlachtschiff der Formidable-Klasse der britischen Royal Navy, das anfangs im Mittelmeer, ab 1908 im Ärmelkanal Dienst tat. Sie nahm am Ersten Weltkrieg teil und sank 1915 in den Dardanellen durch einen Seeminentreffer.

Dienstzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Irresistible wurde am 11. April 1898 auf Kiel gelegt, am 15. Dezember 1898 vom Stapel gelassen und am 4. Februar 1902 für den Einsatz in der Mittelmeer-Flotte in Dienst gestellt. Dort ersetzte sie die HMS Devastation, das zuletzt als Wachschiff in Gibraltar eingesetzt worden war. Während ihres Einsatzes im Mittelmeer war die Irresistible in zwei Unfälle verwickelt. Am 3. März 1902 kollidierte sie bei Nebel mit dem norwegischen Dampfer Clive wobei sie erheblichen Schaden erlitt und am 5. Oktober 1905 lief sie vor Malta auf Grund. Von Oktober 1907 bis Januar 1908 wurde sie in Malta überholt. Im April 1908 wurde die Irresistible zur Kanalflotte. Am 4. Mai 1908 kollidierte sie bei Nebel mit einem Schoner, ohne Schäden zu erleiden. Am 1. Juni 1910 wurde sie ausgemustert und in Chatham überholt. Nach Abschluss der Überholung kehrte die Irresistible am 28. Februar 1911 wieder in den Dienst für die 3. Division der Home Fleet zurück.[1]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Ausbruch des Krieges wurde die Irresistible dem 5. Schlachtgeschwader der Kanalflotte zugeteilt. Im August 1914 brachte sie Teile des Portsmouth Marine Battalions nach Ostende, wo diese bei der Verteidigung der Stadt gegen die anrückenden Deutschen helfen sollten. Von Oktober bis November 1914 gehörte sie zur „Dover Patrol“ und gab der British Expeditionary Force in Belgien Artillerieunterstützung. Von Oktober bis November wurde sie zeitweise zur Dover Patrol versetzt um die belgische Küste zur Unterstützung der linken Flanke der Alliierten zu bombardieren. Anschließend wurde sie an die Ostküste Englands entsandt wo sie während des deutschen Angriffs auf Yarmouth patrouillierte.[1]

Schlacht von Gallipoli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1915 wurde das Schiff in die Dardanellen beordert wo sie an der Bombardierung der Befestigungen am Eingang der Dardanellen teilnahm. Sie beteiligte sich auch am massiven Flottenangriff unter Admiral John de Robeck vom 18. März 1915 teil, mit dem ein britisch-französischer Flottenverband die Passage durch die Dardanellen zu erzwingen versuchte. Im Verlauf dieser Operation lief die Irresistible gegen auf eine Seemine und wurde schwer beschädigt. Die Mine gehörte zu einer Sperre, die der türkische Minenleger Nusret wenige Tage zuvor unbemerkt von Kephez quer über die Spitze der Bucht von Eren Köy verlegt hatte. Auf eine der Minen war etwa zwei Stunden früher schon die französische Bouvet gelaufen, ohne dass dies als Minentreffer erkannt worden war.[1]

Gegen 16:15 begann der Maschinenraum sehr schnell vollzulaufen so dass lediglich 3 Mann fliehen konnten. Die Querschotten mittschiffs zerbarsten und Wasser drang in den Backbord Maschinenraum ein, wodurch sämtliche Maschinen ausfielen. Sie begann 6 Grad nach Steuerbord zu krängen und driftete langsam auf die feindlichen Stellungen zu die sie mit ihren schweren Kanonen bestrichen. De Robeck wies die Ocean an, die Irresistible ins Schlepptau zu nehmen, aber das Wasser wurde als zu flach für eine Annäherung erachtet. Um 18:05 Uhr traf die Ocean auf eine Mine, die die Ruderanlage blockierte und das Schiff abtreiben ließ. Die verlassenen Schlachtschiffe schwammen noch, als sich die Briten zurückzogen, aber als ein Zerstörer unter dem Kommando von Roger Keyes zurückkehrte, um die Schiffe abzuschleppen oder zu versenken, konnten sie trotz einer vierstündigen Suche nicht gefunden werden.[2]

Technische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff hatte eine Gesamtlänge von 131,60 m, eine Breite von 22,90 m und einen Tiefgang von 7,90 m. Die Verdrängung lag zwischen 14.700 t und 16.100 t[3]

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Implacable war mit zwei 3 Zyl.-Verbunddampfmaschinen ausgestattet, die jeweils eine Welle antrieben) und insgesamt 15.000 PS (11.032 kW) entwickelten, mit der sie eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten (33 km/h) erreichte. Der Dampf wurde von 20 Belleville Kesseln geliefert. Das Schiff hatte bei 10 Knoten (19 km/h) eine Reichweite von 5500 Seemeilen (10.190 km). Die Besatzung des Schiffes bestand aus 780 Mann plus Offiziere.[3]

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptbewaffnung bestand aus vier 305 mm Geschützen die in Doppelgeschütztürmen an Bug und Heck montiert waren. Diese Geschütze waren in kreisförmigen Barbetten untergebracht, die das Laden in 360 Grad ermöglichte. Die Sekundärbewaffnung bestand aus zwölf 152 mm Geschützen die in Kasematten montiert waren, sowie über zehn 12-Pfünder-Geschütze und sechs 3-Pfünder-Geschütze zur Abwehr von Torpedobooten. Außerdem war das Schiff vier im Rumpf versenkten 460 mm Torpedorohren ausgestattet.[3]

Panzerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Implacable hatte einen 229 mm starken Gürtel, aus Krupp Zementstahl der mit den 229 bis 305 mm dicken Querschotten an beiden Enden des Schiffes abschloss. Die Geschütztürme waren an den Seiten 203 mm bis 254 mm dick und das Dach 305 mm. Die Barbetten und die 152 mm-Geschütze in den Kasematten waren mit 152 mm geschützt. Der Kommandoturm hatte rundum eine Panzerung von 356 mm. Das Schiff verfügte über zwei gepanzerte Decks mit einer Dicke von 25 bzw. 76 mm.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. A. Burt: British Battleships 1889–1904. Naval Institute Press, Annapolis 2013, ISBN 978-1-59114-065-8 (englisch).
  • J. S. Corbett: Naval Operations. History of the Great War Based on Official Documents by Direction of the Historical Section of the Committee of Imperial Defence. Vol. II. 2. Auflage. Longmans, Green & Co, London 1929, ISBN 978-1-84342-490-1 (englisch).
  • Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships 1906–1921. Naval Institute Press, Annapolis 1985, ISBN 0-85177-245-5 (englisch).
  • Randolph Pears: British Battleships 1892–1957. The great Days of the Fleets. Putnam, London 1957, ISBN 0-906223-14-8 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: HMS Irresistible (1898) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Burt: British Battleships S. 173f.
  2. Corbett 1929: Naval Operations S. 220ff.
  3. a b c d Lyon & Roberts: Great Britain and Empire Forces. in Conway's All the World's Fighting Ships, 1860–1905 S. 36.