Hallandsåstunnel

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Die rot-weiße Linie zeigt die neue Bahnstrecke im Tunnel, die schwarz-weiße Linie die bisherige Streckenführung
Baustelle am Südportal des Hallandsåstunnels (2007)
Einfahrt am Nordende des Tunnels (2010)

Der Hallandsåstunnel ist ein am 8. Dezember 2015 eröffneter und am 13. Dezember 2015 in Betrieb genommener Tunnel[1] in Schweden, der den Bahnverkehr der Västkustbana zwischen Göteborg und Lund durch den südschwedischen Höhenzug Hallandsåsen ermöglicht. Er kam in den 1990er-Jahren durch einen Umweltskandal zu zweifelhafter Berühmtheit.

Die Bauarbeiten für den rund 8,5 Kilometer langen zweiröhrigen Basistunnel zwischen den Ortschaften Förslöv und Båstad wurden 1992 begonnen, in der Folge des 1997 eingetretenen Umweltskandals eingestellt und erst 2005 wieder aufgenommen. Am 25. August 2010 wurde der Durchbruch in der ersten (östlichen) Tunnelröhre erreicht und am 4. September 2013 der Durchbruch in der zweiten (westlichen) Tunnelröhre.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1991 beschloss die schwedische Regierung eine Teilfinanzierung in Höhe von 900 Millionen Schwedische Kronen, um einen Eisenbahntunnel durch den Hallandsåsen zu bohren, der die Fahrzeit an der Westküste zwischen Malmö und Göteborg verkürzen und die Streckenkapazität erhöhen soll. Das geplante Fertigstellungsjahr war 1997.

Umweltskandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Baumaßnahmen traten mehrere große Probleme auf, die den Weiterbau stark verzögerten. 1996 wurde von Bohren auf Sprengen umgestellt. Um auftretende Wassereinbrüche in den Griff zu bekommen, wurde ab März 1997 das Dichtungsmittel Rhoca-Gil angewandt, welches unter anderem Acrylamid enthält. Ein Teil davon gelangte unpolymerisiert in die Tunnelabwässer, deren Einleitung in lokale Gewässer zu einem Fischsterben führte. Die Wirkung von Acrylamid als Nervengift führte zur Paralyse dreier Kühe, die Wasser aus einem lokalen Bach getrunken hatten. In sofort darauf durchgeführten Untersuchungen wurde bei allen untersuchten Bauarbeitern Acrylamidvergiftung unterschiedlicher Schwere festgestellt.

Die Verwendung von Rhoca-Gil wurde sofort eingestellt. Die schwedische Regierung legte das Tunnelprojekt für etliche Jahre auf Eis.

Bauarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2005 wurden die Arbeiten nach vorangegangenen Probebohrungen mit Unterstützung von erfahrenen Tunnelexperten, unter anderem aus Österreich und Deutschland, wieder aufgenommen. Es wurde eine geschlossene Tunnelbohrmaschine eingesetzt und der Tunnel mit dichtenden Tübbings ausgekleidet. Erneut auftretenden Wassereinbrüchen wurde mit konventionellen Methoden begegnet, für die Durchörterung der kritischen Möllebackzone wurde das Gestein gefrierverfestigt.[2] Die Gesamtbaukosten werden (inflationsbereinigt auf 2008) mit 10,5 Milliarden Schwedische Kronen angegeben.

Am 25. August 2010 war die Oströhre komplett aufgefahren. Der Betrieb der Tunnelbohrmaschine für die verbleibenden 2,5 km der Weströhre begann am 1. März 2011. Am 22. August 2011 waren 570 m der Weströhre vollendet, während noch 1898 m zu bohren waren.[3] Bis Ende 2012 waren 1328 m der Weströhre geschafft, mithin 70,8 %.[4] Am 4. September 2013 erfolgte der Durchbruch der Weströhre.[5]

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Beginn des Projektes wurden Gesamtkosten von etwa einer Milliarde Kronen veranschlagt. Doch schon bis zum Abbruch der ersten Bautätigkeiten waren Kosten von rund 2 Milliarden Kronen aufgelaufen, wobei kaum die Hälfte der Tunnelstrecke fertiggestellt war. Bei der Wiederaufnahme der Bauarbeiten wurden vier Milliarden Kronen veranschlagt, um die Tunnel fertigzustellen. Die Gesamtkosten der Bahnstrecke durch den Hallandsåstunnel betrugen rund 10,8 Milliarden schwedische Kronen.[1][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hallandsåstunneln - nu rullar tågen! Trafikverket, abgerufen am 20. Dezember 2015 (schwedisch).
  2. Trafikverket: Kortfakta om Hallandsås
  3. Tunnelstatus Hallandsås. trafikverket.se, archiviert vom Original am 6. April 2012; abgerufen am 14. April 2018 (schwedisch).
  4. Hallandsås Project updates, week 51. In: The Hallandsås Project. Trafikverket. Abgerufen am 30. Dezember 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.trafikverket.se (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. http://www.aftonbladet.se/nyheter/article17406217.ab
  6. Swedish Rail Administration presents new schedule for the Hallandsås tunnel, [[Banverket]], 2008-11-09. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 20. Dezember 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.banverket.se (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)

Koordinaten: 56° 21′ 41,6″ N, 12° 48′ 17,9″ O