Hamburger Schaltung

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Die Hamburger Schaltung (englisch Carter system) ist eine besondere Form der Sparwechselschaltung in der Elektroinstallation. Sie ist in Deutschland nach DIN VDE 0100-460 Abschnitt 465.1.2[1] und DIN VDE 0100-550 Abschnitt 5[2] sowie in den USA nach dem National Electrical Code seit 1923 (aktuell: NEC Article 404.2[3]) in neuinstallierten bzw. in alten und erweiterten Niederspannungsanlagen nicht zulässig, weil der Neutralleiter nicht einpolig geschaltet werden darf (VDE 0100-460).

Die Gefahr der Hamburger Schaltung besteht darin, dass im ausgeschalteten Zustand an Leuchten mit fehlendem Berührungsschutz (ältere Bauart) am Lampengewinde das Potential des Außenleiters anliegen kann. Damit kann eine Person beim Berühren des Lampengewindes (z. B. beim Auswechseln einer Glühlampe) einen Stromunfall erleiden. Weiterhin kann mit ungeeigneten Wechselschaltern ein Kurzschluss zwischen Außenleiter und Neutralleiter entstehen: Der beim Ausschalten entstehende Lichtbogen liegt zunächst wie bei anderen Schaltern auch in Reihe mit dem Verbraucher, wird aber durch das Schaltelement, sofern er bis dahin nicht gelöscht ist, am Ende des Schaltvorgangs direkt auf Außen- und Neutralleiter kommutiert.

Hamburger Schaltungen in Altanlagen (errichtet vor Mai 1973[4]) stehen weiterhin unter Bestandschutz, wenn sie nach den zum Zeitpunkt der Errichtung gültigen Normen errichtet wurden und wenn daran keine Änderung vorgenommen wird. Dies betrifft ganz besonders den Austausch der früher verwendeten und für die Hamburger Schaltung geeigneten Drehschalter gegen neue Wippschalter. Dennoch sind heute einige Wechselschalter mit N und L beschriftet.

Aufbau und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamburger Schaltung

Die Hamburger Schaltung wurde verwendet, um

  • mit einem einzigen Leiter je Schaltstelle zur Leuchte eine Wechselschaltung zu ermöglichen, ausgehend von Positionen, an denen bereits Neutralleiter und Außenleiter verfügbar waren.
  • Leitungen mit weniger Adern verlegen zu können (z. B. ein NYM 4 × 1,5 mm² anstelle eines NYM 5 × 1,5 mm²).
  • Leitungen, die zu wenige Adern enthalten, dennoch für eine Wechselschaltung nutzen zu können.

Die Besonderheit (und Gefahr) der Schaltung liegt darin, dass die Lampe in der einzigen Korrespondierenden liegt. (Korrespondierende ist die Bezeichnung der Verbindungsleitung(en) zwischen zwei Wechselschaltern.)

Mit einer nur vieradrigen Verbindung zwischen zwei Wechselschaltern konnte an beiden Schaltern jeweils zusätzliche Steckdosen angebracht werden. Die benötigten Leiter waren in diesem Fall die einzige Korrespondierende, der Außenleiter, der Neutralleiter und der Schutzleiter. Die bei einer herkömmlichen Wechselschaltung nötige zweite Korrespondierende konnte eingespart werden.

Arten von Wechselschaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wechselschaltung
  2. Sparwechselschaltung
  3. Hamburger Schaltung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Hösl, Roland Ayx, Hans Werner Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, Wohnungsbau-Gewerbe-Industrie. 18. Auflage, Hüthig Verlag, Heidelberg, 2003, ISBN 3-7785-2909-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard Opitz: Aktuelle Normen und Übergangsbestimmungen aus DIN VDE. ABB, S. 19, archiviert vom Original am 6. Januar 2012; abgerufen am 13. April 2012 (PDF; 1,4 MB). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.energiegemeinschaft-halle.de
  2. Anforderungen an Beleuchtungsschaltungen in Mehrparteienwohnanlagen. (Nicht mehr online verfügbar.) Elektrofachkraft.de, ehemals im Original; abgerufen am 13. April 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.elektrofachkraft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Switching a neutral is generally forbidden by the NEC unless the hot conductor is opened simultaneously. See NEC Article 404.2 Switch Connections: (A) … Three-way and four-way switches shall be wired so that all switching is done only in the ungrounded circuit conductor … (B) Grounded Conductors. Switches or circuit breakers shall not disconnect the grounded conductor of a circuit. Womit es ausdrücklich untersagt ist, den geerdeten Neutralleiter einpolig zu schalten!
  4. Die Forderung aus DIN VDE 0100-550 Abschnitt 5 wurde aus VDE 0100:1973-05 §31 b) 3 übernommen. Aussage: „Zur Wechselschaltung mit einpoligen Wechselschaltern (Schalter 6, VDE 0632, Tafel IV) darf der Mittelleiter oder ein zweiter Außenleiter nicht benutzt werden.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]