Hanne-Martje Münther

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Hanne-Martje Münther (* 1940 in Dessau; als Vorname auch: Hanne Martje) ist eine deutsche Künstlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1940 geboren in Dessau, absolvierte Hanne-Martje Münther ihr Studium – von 1960 bis 1970 – mit Staatsexamen: Textildesign in Kiel, Kunsterziehung in Mannheim, Freie Kunst in Kassel. Nach der Familiengründung – drei Kinder: Thies, Jan und Julia — folgten seit 1975 vielerorts Ausstellungen mit ihren Werken im In- und Ausland; dazu Mitgliedschaft u.a. im „Forum Künstlerinnen“[1][2] seit 1976 Studienaufenthalte in Italien, Brasilien, Frankreich, Deutschland. Umgetrieben von schöpferischer Anschauung der Welt, zu mitgestaltendem Schauen anstiftend und kreative Begegnung herausfordernd: In den Domizilien der Münthers, in Wuppertal, in Dörenhagen bei Paderborn dann,[3][4] präsentierten KünstlerInnen kollegial einander aktuelle Konzepte, Objekte und Projekte. Mit Bühnenbildern hat sie zudem an Aufführungen des Marionetten- und Figurentheaters Seidenfädchen mitgewirkt; und in ihren Keramiken scheinen des Meeres- und der Liebe Wellen gebändigt: Bewegt sein und bewegen; „zu sehen um zu zeigen um zu schauen um zu erkennen um zu verstehen“ – damit hat Gerd Hergen Lübben die gestalterische Wirkkraft Hanne-Martje Münthers umrissen, beispielhaft an ihrer „Engel“-Ausstellung in Petzow:

„Finden wir Spuren in Hanne-Martje Münthers Farben, Fittich-Strukturen in ihrer dädalischen Werkstatt im Schinkel-Kontext. Ikarus – Phantastikon guten Mutes. Ikarus – Installation weiter führenden Schauens. Ikarus – Anflug des Friedens auf Erden. Flügel mithin für den synergetischen Impuls-Engel in uns, dem wir zurufen müssen: Wehre und rede du darein, `s ist leider Krieg – und ich begehre Nicht schuld daran zu sein. Sehen wird hier zum Wagnis, aus ikarischer Bestürzung, zu Fahrt und Flug, Schwingen-Schwung ins angelische Freie. Ja, sag ich, wie der Engel durch das Grautier den Bileam zum Durchschauen der LICHT-FARBEN-SCHEIN-Wirklichkeit brachte, so spricht, in unserer Lebtag-Wirklichkeit, Hanne-Martje Münthers Kunst uns an, und erhebt Anspruch auf uns Feuertrunkene.“

Kanzel-Rede zur Ausstellung „ENGEL'LICHT'FARBEN'SCHEIN – Malerei und Objekte von HANNE-MARTJE MÜNTHER“ (2002; in der Schinkel-Kirche zu Petzow)[5]

Zwischen 1973 und 2003 arbeitete sie in ihren Werkstatt-Ateliers in Paderborn und Berlin; seit 2003 lebt und arbeitet sie in Glienitz im Wendland. Diverse Arbeiten von Hanne-Martje Münther befinden sich im öffentlichen Besitz, beispielsweise in Paderborn, Görlitz, Idstein. Als ihre Arbeitsmaxime[6] hat sie einmal genannt: „Alles ist Anregung, Material, Bildmittel: Ruinen, Fetzen, Verbranntes, Zerknittertes, Neonfarben, Glitzersplitter, Nachrichten, Fragmente ... »NOW«, auch politisch“. Zur Eröffnung der Ausstellung BLAUPAUSE mit Münthers Installation Die Geburt der blauen Pause in Hitzacker am 28. Januar 2010 erklang Musik des Duos Phantom/Ghost: »Relax It's Only A Ghost«.

Ausstellungen/Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunst in der Deele / Dörenhagen Haus 1 (Paderborn/Dörenhagen 1983): KERAMIK.
  • Farbe-Weiss-Wasser (1997, Mischtechnik auf Holz).[7]
  • Bilder und Objekte (Görlitz 2000).
  • Verfügungsgrün (Köln 2001): Hommage an Manet.
  • Engel'Licht'Farben'Schein – Malerei und Objekte (Petzow 2002).
  • Kein Chaos (2005; Ausrisse verleimt auf Packpapier, Acryl).
  • Giftpilz aus der Reihe Glienitzer Kaffeeikonen (2007; Goldpapier, Fotocollage).
  • Greencard (2007; Copyart, Glimmer, Gouache).
  • list lost lust (Petzow 2008): Unter dem Pflaster der Strand (Fotocollage); Schönes Haus einer Qualle (Vexierspiel).
  • Blaupause. (Hitzacker 2010): Die Geburt der blauen Pause (Installation).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Forum Kunst: Künstlerinnen. Messe Karlsruhe 1999. Deutschland/Frankreich/Schweiz. Karlsruhe 1999, S. 42.
  2. Vgl. „Forum Künstlerinnen“
  3. „Kunst auf der Deele“ in Dörenhagen am Samstag eröffnet. In: Neue Westfälische. 22. November 1983.
  4. Altes Schulhaus verwandelt sich in große Kunst-Galerie. In: Westfalen-Blatt. 15. November 1983.
  5. Gerd Hergen Lübben: Petzower Engel-Advent. 21. September 2002, Petzower Schinkel-Kirche.
  6. Vgl. Forum Künstlerinnen: Hanne-Martje Münther.
  7. Forum Kunst: Künstlerinnen. Messe Karlsruhe 1999. Deutschland/Frankreich/Schweiz, Karlsruhe 1999, S. 42.