Hans-Reiner Figulla

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Hans-Reiner Figulla (2015)

Hans-Reiner Figulla (* 25. Juli 1949 in Göttingen) ist ein deutscher Kardiologe, Erfinder und emeritierter Universitätsprofessor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Figulla studierte Volkswirtschaftslehre von 1968 bis 1970 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Medizin von 1971 bis 1976 an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität in Freiburg im Breisgau. Figulla promovierte am Physiologischen Institut der Universität Freiburg über das Thema Die predominante Bedeutung des langsamen Membrankanals für den Erregungsprozess der Schrittmacherzelle bei Albrecht Fleckenstein.

1977 war er Medicinal Assistent am St. Mary’s Health Centre in St. Louis und erhielt dort die Approbation. 1978 bis 1980 wirkte er als wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für Systemphysiologie in Dortmund bei Dietrich W. Lübbers mit. Von 1980 bis 1986 absolvierte Figulla die Ausbildung zum Arzt für Innere Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen ab. Von 1986 bis 1988 erfolgte die Ausbildung zum Arzt für das Teilgebiet Kardiologie, im gleichen Jahr ebenfalls in Göttingen die Habilitation im Fach Innere Medizin. Von 1988 bis 1997 war er Universitätsprofessor und Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie und Leitender Oberarzt des Zentrums Innere Medizin in Göttingen. 1997 wurde er zum Ordinarius für Innere Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena ernannt und übernahm die Leitung der Klinik für Innere Medizin I (Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin). Neben seiner klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit gründete er aufgrund seiner zahlreichen Erfindungen 2003 das Unternehmen Occlutech, das weltweit unter anderem den Figulla Flex Vorhofseptumoccluder vertreibt. 2006 gründete er das Unternehmen JenaValve zur Entwicklung und zum Vertrieb kathetergeführter Herzklappen. 2015 beendete er seine klinische Tätigkeit und arbeitet seitdem an der Weiterentwicklung von kathetergeführten Herzklappen in dem von ihm 2018 gegründeten Start-up-Unternehmen devie medical GmbH.

Zum Andenken seiner im Jahr 2001 verstorbenen Tochter stiftete er den Charlotte-Figulla-Preis, um Weltoffenheit, Zivilcourage und Kulturaustausch bei Jugendlichen zu fördern. Der mit 1500 € dotierte Preis wird seit 2004 verliehen.[1]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Figulla erhielt 2011 den Sven-Effert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie für seine Entwicklungen und Erfindungen im Bereich der Kardiologie. Zusammen mit seiner Arbeitsgruppe gewann er viermal den Innovationspreis des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. 2008 wurde er von der Fraunhofer-Gesellschaft für den deutschen Zukunftspreis vorgeschlagen.

Schriften und Patente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schriftenverzeichnis mit 504 Arbeiten ist dargestellt in PubMed.[2] Hans-Reiner Figulla ist Mitinhaber von 180 erteilten Patenten bzw. Patentanmeldungen in 9 Patentfamilien.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charlotte-Figulla-Preis. In: kokont-jena.de. Abgerufen am 25. Juli 2020.
  2. figulla HR/ - Search Results. Abgerufen am 25. Juli 2020 (englisch).