Hans Graul

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Hans Graul (* 4. Juli 1909 in Wien; † 2. Mai 1997) war ein deutscher Geograph und Geologe (Geomorphologie, Quartärgeologie). Er war Professor für Geographie an der Universität Heidelberg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graul ging in Wien auf das Humanistische Gymnasium und studierte an der Universität Wien Geschichte, Geographie und Geologie mit der Promotion bei Fritz Machatschek 1934. Weitere akademische Lehrer waren Hugo Hassinger, Franz Eduard Suess und Arthur Winkler-Hermaden. In München wurde er Mitglied der jugendbewegt-reformierten Verbindung Greif. Eine Anstellung als Lehrer zerschlug sich wegen der politischen Verhältnisse und auch als er Machatschek nach München folgte fand sich keine Stelle. Er setzte seine geomorphologischen Arbeiten fort und wurde 1939 bei der Landesplanungsbehörde in Wien angestellt und später baute er eine Dienststelle für Statistik und Landesplanung im besetzten Krakau auf. 1942 habilitierte er sich in München, war in den Nachkriegsjahren einige Jahre Landwirt (auf dem Hof seiner Frau) und war Privatdozent in Tübingen, Stuttgart und Heidelberg. 1961 wurde er Professor für Physische Geographie in Heidelberg, was er bis zur Emeritierung 1974 blieb.

Seit seiner Dissertation über Erosion und Aufschüttung am unteren Inn und im Hunsrück befasste er sich mit Geologie (Stratigraphie u. a.) und Geomorphologie des Quartär besonders im nördlichen Alpenvorland. Er war im Vorstand der Deutschen Quartärvereinigung und erhielt 1974 deren Albrecht-Penck-Medaille.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schotteranalytische Untersuchungen im oberdeutschen Tertiärhügelland, Abh. Bayerische Akademie der Wiss., N.F., 46, 1939 (mit Beitrag von Hans Wieseneder)
  • mit Gisela Hildebrandt: Beiträge zur Siedlungsgeographie des Generalgouvernements, Institut für Deutsche Ostarbeit Krakau, Sektion Landeskunde 1943
  • Zur Morphologie der Ingolstädter Ausräumungslandschaft : die Entwicklung des unteren Lechlaufes und des Donaumoorbeckens, Leipzig, Hirzel 1943
  • Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 179 Ulm. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952. → Online-Karte (PDF; 4,8 MB)
  • mit Ingo Schaefer: Zur Gliederung der Würmeiszeit im Illergebiet, Geologica Bavarica, 18, 1953
  • Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 180 Augsburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB)
  • mit Machatschek, Carl Rathjens: Geomorphologie, Teubner, 10. Auflage 1973 (Bearbeitung der Neuauflage von Machatscheks Geomorphologie)
  • Geomorphologische Studien zum Jungquartär des nördlichen Alpenvorlandes, Heidelberger Geomorphologische Arbeiten, Heidelberg, München: Keyser 1962

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachruf in Quaternary Science, Band 47, Nr. 1
  • Horst Eichler: Hans Graul Festschrift, Geographisches Institut Universität Heidelberg 1974