Hans Max von Aufseß

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Schloss Oberaufseß

Hans Max von Aufseß (* 4. August 1906 in Berchtesgaden; † 1993) gilt als einer der bedeutenden fränkischen Schriftsteller unserer Zeit. Er lebte und schrieb auf seinem Schloss Oberaufseß und war ein Großneffe von Hans von und zu Aufseß, dem Gründer des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.[1] Vom 16. November 1943 bis zum 9. Mai 1945 war er „Chief civil administrator“ von Jersey.[2] In diesem Zusammenhang wurde seine Frau, die sich noch in Deutschland befand, als Staatsfeindin von der Gestapo verhaftet.[3]

In der schneidenden Schärfe der Diktion eines Ulrich von Hutten schrieb er in seinem Essay Nürnbergs Aufstieg aus Sand - und Asche über die Stadt: „So kann es nur als einer der vielen fatalen Irrtümer Hitlers bedauert werden, dass dieser anmaßende, größte Scharlatan und Halbgebildete aller Zeiten, in Schändung des Gastrechts, das einst den deutschen Kaisern in Nürnberg gewährt worden ist, seine Paraden und Mammutgebäude der maßlosen Hybris dorthin verlegte.“[4]

Hans Max von Aufseß, der sich selbst häufig HMA nannte, ließ sich als Anwalt in einer Kanzleigemeinschaft zuerst in Bamberg, später in Naila nieder und war zuletzt in Coburg Generaldirektor der Herzoglichen Familienverwaltung Sachsen Coburg Gotha. Kein Essayist des 20. Jahrhunderts hat so viel über Nürnberg, Fürth, Erlangen, Bamberg, Bayreuth, über jedes Zentrum, jede Stadt und jedes Dorf in Franken gewusst, geschrieben und in Radiosendungen vorgetragen wie Hans Max von Aufseß, „ein sprachgewaltiger Anwalt fränkischer Eigenart“.[4]

1972 wurde er mit dem Kulturpreis der oberfränkischen Wirtschaft ausgezeichnet. Der Frankenwürfel, die höchste Auszeichnung für fränkischen Humor, die von den drei fränkischen Regierungsbezirken vergeben wird, geht auf sein Buch Der Franke ist ein Gewürfelter von 1983 zurück.[4] 1986 erhielt er von den Münchner Turmschreibern den Bayerischen Poetentaler. Am 11. November 1997 wurde ihm der Frankenwürfel posthum verliehen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bilderbogen der Britischen Kanalinseln. 1942.
  • Burg Aufseß - Lebensbild einer fränkischen Ritterburg. 1956.
  • In Franken fangen sich die Winde. 1960.
  • ... hier röhrt sich was. 1962.
  • Nuremberg. in englischer Sprache; 1962.
  • Nürnberg schaut nicht mehr durch Butzenscheiben. 1963.
  • Don Quijote in Franken. 1965.
  • Zauber der Geste. 1965.
  • Fränkische Impressionen. 1966.
  • Erlangen - Das Reißbrett im Frankenland. 1966.
  • Nürnberg. 1967.
  • Eine Fränkin gewinnt Weimar. 1967.
  • Die Wendeltreppe : 20 Essays. 1968.
  • Ulrich von Hutten - Publizist und Partisan. 1970.
  • Mainfranken in Farben und Konturen. Mitautor; 1970.
  • Franken in Farben. Mitautor; 1971, ISBN 3-7991-5671-2.
  • Die Vielfalt Frankens. 1971, ISBN 3-920701-36-4.
  • Des Reiches erster Konservator : Hans von Aufseß. 1972.
  • Wunsiedels großer Auftritt im Biedermeier. 1976.
  • Burgen 1976, ISBN 3-7991-5888-X
  • Frankens offene Türen : 14 Essays. 1977, ISBN 3-920701-49-6.
  • Fränkische Impressionen. 1980, ISBN 3-920701-59-3.
  • Der Landkreis Kronach. Mitautor; 1981, ISBN 3-921615-43-7.
  • Der Franke ist ein Gewürfelter. 1983, ISBN 3-921615-52-6.
  • Romantik vor der Tür: Mit Feder und Pinsel durch die Fränkische Schweiz. 1983, ISBN 3-922716-12-1.
  • Buntgewürfeltes Oberfranken oder die Konstitution einer Konfusion. Mitautor 1984.
  • Seitensprünge. 1984.
  • The von Aufsess occupation diary, Chichester : Phillimore, 1985, ISBN 0-85033-543-4
  • Fränkische Schweiz. Mitautor, 1989.
  • Burgen. 1990, ISBN 3-7991-5888-X.
  • Meine Fränkische Schweiz. 1991.
  • Impressions of the channel Islands. 1991, ISBN 0-86120-034-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://fraenkische-schweiz.bayern-online.de/die-region/staedte-gemeinden/aufsess/ fraenkische-schweiz.bayern-online.de
  2. http://www.worldstatesmen.org/Jersey.htm
  3. http://www.mqmagazine.co.uk/issue-15/p-37.php
  4. a b c http://www.lyrikwelt.de/hintergrund/vonaufsess-bericht-h.htm