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Heike Geißler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Heike Geißler – Gewinnerin des Heinrich-Böll-Preises 2025

Heike Geißler (* 5. April 1977 in Riesa) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Heike Geißler wuchs als Kind eines Stahlarbeiters und einer Angestellten der Deutschen Post (DDR) in Riesa und Karl-Marx-Stadt/Chemnitz auf. Beide Eltern wurden nach der Deutschen Vereinigung arbeitslos.[1] 2001 erhielt sie den Alfred-Döblin-Förderpreis für den ein Jahr später erschienenen Roman Rosa. Sie nahm in den Jahren 2008 und 2021 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. In ihrem Buch Saisonarbeit (2014, englische Übersetzung 2018) verarbeitet sie ihre Tätigkeit als Aushilfskraft in einem Logistikzentrum von Amazon in Leipzig. Laut Preisbegründung der Jury beim Heinrich-Böll-Preis 2025 wurde sie für ihre herausragende Leistung geehrt, „mit Komik, Musikalität und dokumentarischer Recherche wie Selbstbefragung (…) auf den gesellschaftlichen Imperativ der Optimierung und Effizienzsteigerung, der ständigen Produktivität lustvoll, empathisch, subversiv und unerwartet“ geantwortet zu haben.[2]

Geißlers 2026 erschienener Roman Michaela Kohlhaas ist eine Überschreibung von Heinrich von Kleists Klassiker-Thema mit gegenwärtigen, zeitgenössischen Rahmenbedingungen und Persönlichkeiten.[3]

Sie lebt in Leipzig und hat zwei Kinder.[4]

  • 2010 Vom Verlassen der Welt (Teil des Projekts Deutschland 2089 des Bayerischen Rundfunks), Teil 1. (BR)
  • 2016 Fragen für alle – Checkliste für ein plausible Dasein , zusammen mit Anke Dyes, Regie: die Autorinnen (BR)
  • 2023 Die Woche, Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis, Musik: Konrad Schreiter (Trompete; Flügelhorn), Michael Hinze (Klavier) (MDR)
Commons: Heike Geißler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Cornelia Geißler: Wer gar nicht arbeitet, ist verdächtig. Die Leipziger Schriftstellerin wendet sich gegen üble Nachrede in Richtung Bürgergeldempfänger. Sie sagt aber auch, dass sie die Superreichen nicht für Leistungsempfänger hält. In: Berliner Zeitung. Nr. 89, 16. April 2025, S. 17 (epaper berliner-zeitung.de).
  2. Preisbegründung der Jury des Heinrich-Böll-Preises 2025 In: stadt-koeln.de, abgerufen am 5. Juni 2026.
  3. Martin Gasser: „Michaela Kohlhaas“: Die Welt brennt, und keiner schaut hin. Kritik. Heike Geißlers „Michaela Kohlhaas“ statuiert ein Exempel und startet einen Rachefeldzug. In: Kleine Zeitung. 30. Mai 2026, abgerufen am 5. Juni 2026 (Rezension; anmeldepflichtig).
  4. Florian Kessler: Endstation Amazon. Heike Geißlers Buch „Saisonarbeit“ erzählt von der Unfreiheit heutiger Arbeit. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 257, 8./9. November 2014, S. 20 (sueddeutsche.de).
  5. Deutsche Akademie Rom Villa Massimo: Porträt Heike Geißler. (Memento vom 30. September 2016 im Internet Archive) In: villamassimo.de, abgerufen am 13. September 2020.
  6. Autorinnen und Autoren 2021. In: Bachmannpreis. 18. Mai 2021, abgerufen am 14. März 2025.
  7. Nominierungen 2022. In: preis-der-leipziger-buchmesse.de. Abgerufen am 14. März 2025.
    Die Jüry hat entschieden. Die Nominierten 2022. (PDF; 2,3 MB) Preis der Leipziger Buchmesse. In: preis-der-leipziger-buchmesse.de. Leipziger GmbH. Projektteam Buchmesse, 10. Februar 2022, S. 6, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Februar 2022; abgerufen am 14. März 2025 (mit Inhaltszusammenfassung, Leseprobe, Votum der Jury).
  8. Heike Geißler erhält den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln 2025, von Maximilian Daum. Stadt Köln, Presseservice, 22. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  9. Sächsischer Literaturpreis 2026 für Heike Geißler, boersenblatt.net, erschienen und abgerufen am 23. Juli 2026