Heinrich Schabbel (Konditor)

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Heinrich Schabbel
Zwei Hanseaten
Schabbel'sches Familiengrab
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Heinrich Schabbel (* 24. Juli 1861 in Lübeck; † 12. Dezember 1904 ebenda) war ein deutscher Kaufmann, Unternehmer und Mäzen während der Gründerzeit und des frühen 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Urgroßvater Heinrich Schabbels kam um 1778 als Freibäcker mit seinem Geschäft aus Malchin in Mecklenburg in die Hansestadt.

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Schule begann Schabbel als Lehrling seine kaufmännische Ausbildung bei der Firma J. A. Suckau.[1][2] Als Kaufmann ist er auch außerhalb Lübecks tätig gewesen.

Da seine Eltern das väterliche Geschäft, welches sich seit 150 Jahren im Besitz der Familie befand, zu erhalten wünschten, musste Heinrich als Kaufmann vorgebildet später seinen Beruf wechseln. Als Bäckermeister und Konditor hatte er es dann nicht nur verstanden, den alten und wohlbegründeten Ruf seines Hauses in der Stadt und seiner Umgebung zu erhalten, sondern diesen, unter anderen durch die Entwicklung des Hanseaten, über deren Grenzen hinaus zu erweitern.

In städtischen Angelegenheiten weniger hervortretend war er in Sportskreisen eine bekannte Persönlichkeit. Insbesondere das Radfahrwesen hatte an ihm einen eifrigen Förderer und gründlichen Kenner. In Sommerwochen erholte er sich regelmäßig beim Radfahren in den vermeintlich schönsten Gauen seines Vaterlandes.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich selbst sollte zwar unverheiratet bleiben, hatte aber Geschwister und zahlreiche Freunde. Ein beredtes Zeichen für die Hochachtung, die er im Leben genoss, war die ungemein große Zahl derer, die ihm, der in Folge eines Herzschlags verstarb, das letzte Geleit zum Allgemeinen Gottesacker gaben.

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Tode hinterließ Schabbel seiner Vaterstadt ein Vermächtnis von 125.000. Dessen Bestimmung sah vor, ein Gebäude zu errichten, das den Namen „Schabbel-Stiftung“ zu tragen hätte. Der Staat hätte den für das Stiftungsgebäude erforderlichen Platz mit Garten der Stiftung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Das Gebäude solle entweder bestimmten Museumszwecken dienen oder zu einem Heim errichtet werden für ältere bedürftige Frauen gebildeter Stände. Der letztgenannte Zweck schwebte ihm wohl hauptsächlich, da er sich im Kreise vertrautester Freunde öfters in diese Richtung äußerte, vor. Von ihm gewünscht war eine Ergänzung des Johannisklosters und des Borries-Stifts. Dies sollte dem ähnlich sein, wie es der Brigittenhof bot. Der Gedanke, die Stiftung Museumszwecken zu widmen, war damals eher ein augenblicklicher gewesen. Hervorgerufen wurde dieser durch eine Reihe von Artikeln, die zur Zeit der Entstehung des Testamentes in den „Lübeckischen Blättern“ erschienen.

Die Stiftung, deren weitere Bestimmungen dem Lübeckischen Senat überlassen waren, legte von dem, einen Grundzug seines Wesens bildenden, hohen Sinn und der vornehmen Gesinnung, Zeugnis ab.

Da ein Ort, wo die zahlreichen lübeckischen Altertümer, die bis dahin im lichtlosen und feuchten Untergeschoss des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte aufbewahrt waren, seit langem fehlte, erwarb der Senat, wobei hierbei eine Eingabe der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit für diese Wahl mitbestimmend war, ein altes lübeckisches Kaufmannshaus, das Heyke'sche Haus, in der Mengstraße.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heinrich Schabbel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Mann setzte ihm in seinem ersten Roman, Buddenbrooks, in der Gestalt des Kaufmanns „Henning Kurz“ ein Literarisches Denkmal.
  2. Buddenbrooks - Klarnamenverzeichnis