Heinrich Stroband

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Heinrich Stroband

Heinrich Stroband (* 14. November 1548 in Thorn; † 20. November 1609 ebenda) war ein deutscher Jurist und Bürgermeister von Thorn, der Gründer des Evangelischen Akademischen Gymnasiums in Thorn und Mitbegründer der Kodifizierung des Kulmer Rechts. Nach ihm wurde in Thorn die Strobandstraße (heute: ul. Mały Garbary) benannt. Sein Grabmal und Epitaph befindet sich in der St. Marienkirche zu Thorn.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Stroband wurde als Sohn des Kaufmanns Johann Stroband und seiner Frau Margarete Esken in Thorn geboren. Nach dem Schulbesuch studierte er ab 1566 in Frankfurt (Oder) Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaften, ab 1568 in Tübingen Zivilrecht und Kirchenrecht. Seit dieser Zeit interessierte er sich für alte Geschichte, und ab 1570 studierte er Theologie in Wittenberg. Er reiste auch nach Straßburg und Basel und kehrte im Jahre 1574 nach Thorn zurück.

Zunächst arbeitete er als Juror in der Altstadt, ab 1586 war er Mitglied im Stadtrat, und schon 1587 wurde er zum Bürgermeister und Stadtpräsidenten gewählt. Das blieb er bis zu seinem Tod. Er war auch in den städtischen Schulen Oberschulrat und leitete das Thorner Konsistorium.

Er war für Thorn eine der herausragendsten Personen an der Wende des sechzehnten zum siebzehnten Jahrhundert. Die erste Phase seiner Tätigkeiten zeichnete sich durch Studien über das Kulmer Recht und die städtische Bildungsreform aus. Dank seiner Bemühungen wurde das Bildungsniveau der Thorner Schule deutlich erhöht; sie wandelte sich von sechs Schuljahren, die einen mittelalterlichen Ursprung haben, in ein modernes System mit 10 Schulklassen und erhielt den Status einer Universität, die zu einem der führenden Zentren des intellektuellen Lebens im Königreich Preußen wurde. Im Jahr 1595 realisierte Stroband auch den Vorschlag zur Einrichtung der Evangelischen Akademie in Thorn.

Nach seiner Berufung in den Rat von Thorn erhielt er einen signifikanten Einfluss auf das Funktionieren der Stadt. Ein wichtiges Element der Aktivitäten waren Strobands Bauvorhaben: Anpassung des Gebäudes nach Ordnung eines Franziskanerklosters an die Bedürfnisse der Mittelschule, auch ein Wohnheim für Studenten wurde gebaut. Zu den wichtigsten Umsetzungen gehören die Entwicklung des Altstädtischen Rathauses.

1591 begann die Planung des Umbaus des Abwehrsystems der Stadt in eine moderne Befestigungsanlage; die Umsetzung erfolgte in den Jahren 1597–1601. Hinzu kam der Bau einer Waffenkammer und der Stadtwache. Auf seine Initiative hin errichtete der Thorner Stadtrat 1608 in Wiesenburg bei Thorn eine erste Brauerei, die der Stadt große Gewinne einbrachte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]