Heinrich Wolfrum

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Heinrich Wolfrum (* 27. August 1902 in Hof; † 27. November 1983 in Hedemünden) war ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfrum war der Sohn eines Lehrers. Das NSDAP-Mitglied lehrte an der Gauführerschule Thüringen in Lobeda zur Vorgeschichte und NS-Weltanschauung. Er promovierte 1936 zum Dr. phil. an der Universität Jena und wurde an die Hochschule für Lehrerbildung Elbing als Professor für Geschichte berufen. Wolfrum leitete während des Zweiten Weltkrieges im deutsch besetzten Polen ab 1942 die Warschauer Zweigstelle des Krakauer Instituts für Deutsche Ostarbeit. Er war SS-Obersturmbannführer.[1]

Nach 1945 lehrte der an der Pädagogischen Hochschule Göttingen bis 1967. Er engagierte sich in der Ostforschung und im Göttinger Arbeitskreis. Er war Kulturreferent beim Landesverband Niedersachsen der Landsmannschaft Westpreußen.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wir aber halten die Erkenntnis fest, dass der Anlass zum ersten Ausgriff des deutschen Staates und Volkes nach dem Osten nicht etwa der so oft unterstellte ‚Drang nach Osten‘ war, sondern die nüchterne Notwendigkeit, einer tödlichen Bedrohung aus den Fernen Asiens vorsorglich zu begegnen! Die erfolgreiche Abwehr der Gefahr aus dem Osten war die Geburtsstunde des deutschen Ostens, und das Gesetz, nach dem er angetreten, war der Schutz Deutschlands und des gesamten Abendlandes und aller seiner Werte!“ (Wolfrum: Die Entstehung des deutschen Ostens, sein Wesen und seine Bedeutung, S. 21. In: Der deutsche Osten im Unterricht, hrsg. von E. Lehmann, Weilburg/Lahn 1956, S. 19–30)

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirchen- und Schulvisitation von 1650-1652 in Sachsen-Weimar, Stadtroda 1935 (= Jenaer Dissertation)
  • Preußenland und Böhmen, eine geschichtliche Skizze ihrer politischen Beziehungen, in: Elbinger Jahrbuch 15 (1938) (Festschrift für Bruno Ehrlich)
  • Die Entstehung des Copernicusdenkmals in Warschau: ein Rückblick im 400. Todesjahr des Astronomen, Warschauer Kulturblätter. Der Gouverneur des Distrikts Warschau, Abteilung Propaganda, Warschau 1943
  • Die Entstehung des deutschen Ostens, sein Wesen und seine Bedeutung, in: Der deutsche Osten im Unterricht, hrsg. von Ernst Lehmann, Weilburg/Lahn 1956, S. 19–30
  • Die Marienburg. Das Haupthaus des Deutschen Ritterordens und seine Geschichte, Rautenberg, Leer 1972 (3. Aufl. 1986) ISBN 3-7921-0084-3
  • Der deutsche Osten in der deutschen Literatur, 1973

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte, 11. Jg. 2007, Böhlau, Köln-Weimar-Wien 2007, S. 111
  • Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945? S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17153-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Kleßmann: Osteuropaforschung und Lebensraumforschung im Dritten Reich, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 7/84, S. 43