Heinz Eckhoff

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Heinz Eckhoff (* 1925 in Apensen) ist ein deutscher Politiker (CDU), Landwirt und Unternehmer. 1972 bis 1976 war er Bürgermeister von Apensen. Im Jahr 2000 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.[1][2][3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Eckhoff trat 1943 in die Waffen-SS ein und war dort im Rang eines Soldaten bis Kriegsende aktiv. 1968 zog er auf der Liste der NPD in den Kreistag von Stade ein. Dieses Mandat hatte er zunächst für die NPD, dann für die CDU bis 2000 inne. 1970 trat er in die CDU ein. Später teilte die CDU mit, Eckhoff sei nie Mitglied der NPD gewesen, sondern auf deren Liste in den Kreistag eingezogen. In der Versammlung gab es keinen Zwang zur Fraktionsmitgliedschaft. 1972 bis 1976 war er Bürgermeister von Apensen. Eckhoff war Vorsitzender des Kreiswegeausschusses. Es gilt als sein Verdienst, dass Apensen mit Radwegen ausgestattet wurde. Zudem engagierte er sich in der Städtepartnerschaft seiner Gemeinde Apensen mit dem bretonischen Ploemel. Außerdem ist er Landwirt und betreibt einen Kartoffelgroßhandel.[2]

Für seine Verdienste als Bürgermeister der Gemeinde sowie der Samtgemeinde Apensen, seine Tätigkeit im Vorstand (auch als Vorsitzender) der Volksbank Geest und für diverse weitere Engagements in Vereinen und Verbänden wurde Eckhoff 2000 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.[1]

Sowohl die CDU als auch der Landkreis Stade sparten Eckhoffs Vergangenheit bei ihrem Antrag aus. Eine Lokalzeitung berichtete jedoch über Eckhoffs Lebensstationen.

Kontroverse um die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niedersächsische Staatskanzlei (Kabinett Wulff II) verwies darauf, dass ihr die Fakten nicht bekannt gewesen seien und selbst wenn, dies nicht gegen eine Verleihung gesprochen hätte.[4]

Das Bundespräsidialamt teilte mit, Eckhoff sei über die kommunalen Stellen im Lande Niedersachsen vorgeschlagen worden. Sein Lebenslauf sei dem Bundespräsidialamt nicht vollständig mitgeteilt worden. Eine Sprecherin des Bundespräsidenten sagte, Johannes Rau habe den Fall zum Anlass genommen, nochmals an die Länder zu appellieren, „größtmögliche Sorgfalt bei den Ordensvorschlägen an den Tag zu legen“. Im konkreten Fall habe das Bundesland Niedersachsen den Vorschlag zur Verleihung gemacht.[3] Das Bundespräsidialamt konnte nach eigenen Angaben die Verleihung jedoch nicht mehr rückgängig machen.[2]

Der Direktor des Jüdischen Weltkongresses (WJC) Elan Steinberg bezeichnete die Ordensverleihung an Eckhoff als „Schandfleck für Deutschland“. Er wies darauf hin, dass die Waffen-SS 1945 als kriminelle Organisation eingestuft worden war.[4]

Irmela Mensah-Schramm, die 1996 eine Bundesverdienstmedaille für ihr Engagement gegen Rassismus erhalten hatte, gab diese Auszeichnung zurück, als sie erfuhr, dass Heinz Eckhoff ebenfalls mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hamburger Abendblatt - Hamburg: Das umstrittene Bundesverdienstkreuz. In: www.abendblatt.de. Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  2. a b c http://www.taz.de/1/archiv/archiv-start/?ressort=me&dig=2000/11/15/a0113&cHash=91b4ac6a54
  3. a b SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Bundesverdienstkreuz: Rau ehrt Veteranen der Waffen-SS. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  4. a b c http://www.berliner-zeitung.de/16691788
  5. „Engagement und Courage gegen Rechtsextremismus“@1@2Vorlage:Toter Link/www.frauenzentrum-wolfen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Frauenzentrum Wolfen, abgerufen am 6. Oktober 2016 um 23:45 Uhr