Heinz Kühnrich

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Heinz Kühnrich (* 1935; † September 2002) war ein deutscher marxistischer Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er besuchte die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät an der Universität Leipzig und studierte anschließend das Fach Geschichte ebenda. Danach war er ab 1958 am Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Sektorleiter tätig. Dabei hat er im Parteiauftrag der SED grundlegende Untersuchungen und Definitionen zum Faschismus und seinem Bezug zum Antisemitismus aufgestellt.

Die beiden Promotionen A und B erlangte er mit zwei Arbeiten. Die eine befasste sich mit der Geschichte der Partisanenbewegung in Europa – worüber er ein Standardwerk später als Buch herausgab – und die andere mit der Politik der KPD in der Anfangsphase des Zweiten Weltkriegs. An diese Arbeiten schlossen sich einige Themen an, über die er Bücher und Zeitschriftenbeiträge veröffentlichte.

1985 erhielt er den Nationalpreis der DDR II. Klasse für Wissenschaft und Technik.

Nach der Wende hat sich Kühnrich 1992 mit der These vom verordneten Antifaschismus beschäftigt. Er ging von den historischen Anfangsbedingungen im Jahre 1945 aus und leitete die Entwicklung der Auffassung vom Antifaschismus als eine geprägte Lehrmeinung der Historiker ab, die ihre eigenen Bedingungen in der DDR gehabt hätte. Dabei trat aber die Auffassung hervor, dass die Bürger der DDR sich als Widerstandskämpfer auffassen konnten, nicht aber als Teile der Mitschuldigen. Dieses Resultat hätte bei der jungen Generation zu einer Entfremdung in Bezug auf den Antifaschismus geführt. Er starb Ende September 2002 nach kurzer schwerer Krankheit.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Darstellung der Partisanenbewegung in der westdeutschen Historiographie. Zu einigen Fragen des Partisanenkampfes während des zweiten Weltkrieges. in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 8 (1960), S. 7.
  • Judenmörder Eichmann - Kein Fall der Vergangenheit. Berlin 1961.
  • Der Partisanenkrieg in Europa 1939-1945. Berlin 1965.
  • Historiographie der Deutschen Demokratischen Republik über den deutschen antifaschistischen Widerstandskampf in den Jahren 1933 bis 1945. (Überblick über Veröffentlichungen aus den Jahren 1960 bis 1965). Berlin 1965, (mit Karl Heinz Biernat, Klaus Mammach, Gerhard Nitzsche)
  • SS im Einsatz - Eine Dokumentation über die Verbrechen der SS. Berlin 1967.
  • In den Wäldern Belorusslands. als Hrsg., Berlin 1976.
  • Neue, bedeutsame Materialien über die politisch-theoretische Tätigkeit der illegalen operativen Leitung der KPD in Deutschland 1944. in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft 1 (1979), S. 38.
  • Einige Fragen des Kampfes der KPD in der ersten Periode des zweiten Weltkrieges. in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft 1/1982, S. 26.
  • Die KPD im Kampf gegen die faschistische Diktatur 1933-1945. Berlin 1983.
  • Der KZ-Staat - Die faschistischen Konzentrationslager 1933-1945. 5. Auflage, Berlin 1988.
  • Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 aus der zeitgenössischen Sicht der KPD. in: Dietrich Eichholtz, Kurt Pätzold (Hrsg.): Der Weg in den Krieg. Berlin 1989.
  • Stalinismus : der Autor im Gespräch mit Jürgen Weidlich. Berlin 1990.
  • 'Verordnet' - und nichts weiter? Nachdenken über den Antifaschismus in der DDR. in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 9, 1992, S. 819–833.
  • Im Bunde Mit Dem Feind - Deutsche auf Alliierter Seite. Berlin 1995. (mit Stefan Doernberg)
  • Deutsche bei Titos Partisanen 1941-1945. Kriegsschicksale auf dem Balkan in Augenzeugenberichten und Dokumenten. Berlin 1997. (mit Franz-Karl Hitze)
  • Arbeit macht frei. in: Kurt Pätzold, Manfred Weißbecker (Hrsg.): Historische Schlagworte. Köln 2006.

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]