Helene von Breuning

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Helene von Breuning (* 3. Januar 1750 in Köln; † 9. Dezember 1838) war eine Angehörige der Bonner Oberschicht, die Ludwig van Beethoven in gesellschaftliche Kreise einführte und ihm Bildung vermittelte. Sie wurde aufgrund der engen Bindung später als „zweite Mutter“[1] des Komponisten bezeichnet, da sie seinen frühen Werdegang wohlwollend prägte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helene von Kerich war die Tochter von Stephan von Kerich, Geheimrat und Leibarzt des letzten Kölner Kurfürsten, Max Franz. Ihr Bruder Abraham wurde Kanonikus und Scholaster beim Archidiakonalstift zu Bonn.[2] Sie heiratete den kurfürstlichen Hofrat Emanuel Joseph von Breuning (* 1741; † 15. Januar 1777 Bonn), der bei dem Versuch starb, Akten bei dem Schlossbrand in Bonn zu retten.[1] Mit vier Kindern (Christoph, Eleonore, Stephan und Lorenz) lebte die Witwe bis 1815 in Bonn, später in Kerpen und Beul.

Ab 1785 war ihr Haus am Bonner Münsterplatz ein Rückzugsort für den jungen Ludwig von Beethoven, damals 15 Jahre alt und eingestellt als Klavierlehrer der Kinder Eleonore und Lorenz, die zwei bzw. sieben Jahre jünger waren. Er war dort so oft wie möglich und übernachtete auch gelegentlich dort. Eleonore war die erste Liebe Beethovens und heiratete später einen anderen langjährigen Freund Beethovens, Franz Gerhard Wegeler. Auch Sohn Stephan, vier Jahre jünger als Beethoven, blieb lebenslang ein guter Freund des Komponisten. Im Haus der Breunings eignete sich Beethoven nach dem Zeugnis Wegelers gehobenere gesellschaftliche Umgangsformen an und kam erstmals in engen Kontakt mit Literatur und Dichtung.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Antonius Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. 1000 Biographien in Wort und Bild. Sebastian Lux Verlag, München 1963, S. 82.
  2. Thayer, Alexander Wheelock: Ludwig van Beethovens Leben. Band 1, 3. Auflage, Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1917.