Bad Mergentheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Mergentheim
Bad Mergentheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Mergentheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 29′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 129,97 km²
Einwohner: 22.763 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97980
Vorwahlen: 07931 (hauptsächlich), 07930, 07932, 07937, 07938 (Stadtteile)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 007
Stadtgliederung: Kernstadt und 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofplatz 1
97980 Bad Mergentheim
Webpräsenz: www.bad-mergentheim.de
Oberbürgermeister: Udo Glatthaar (CDU)
Lage der Stadt Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis
Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte
Über dieses Bild
Bad Mergentheim vom Spessartblick gesehen

Bad Mergentheim (im regionalen Dialekt Märchedol[2] [ˈmɛʀxəˌdɔːl]) ist eine Stadt an der Tauber im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, etwa 35 km südwestlich von Würzburg bzw. 56 km nordöstlich von Heilbronn. Vor der Bildung des Landes Baden-Württemberg war es die nördlichste Stadt Württembergs. Heute (Stand 2014) ist sie die größte Stadt des Main-Tauber-Kreises und ein Mittelzentrum.[3]

Bad Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals erwähnt und war von 1526 bis 1809 Dienstsitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Seit 1926 trägt die Stadt die Bezeichnung Bad; seit dem 1. April 1975 ist sie Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Assamstadt und Igersheim ist Bad Mergentheim eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim liegt in Tauberfranken, einem baden-württembergischen Teil Frankens in einer Talweitung der Tauber an der Einmündung der Wachbach. Die Kernstadt befindet sich direkt an der Tauber, während ein Großteil der Ortsteile in Seitentälern liegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Bad Mergentheim sind im Uhrzeigersinn:

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim besteht aus der Kernstadt Bad Mergentheim und 13 weiteren Stadtteilen und den Stadtteilen zugehörigen Ortsteilen, die seit der Gemeindereform der 1970er Jahre zu Bad Mergentheim gehören. (Einwohnerzahlen vom 31. März 2004)

  • Bad Mergentheim-Stadt (12.488 Einwohner; 16,512 km²) mit Bad Mergentheim sowie der abgegangenen Ortschaft Riet
  • Althausen (596; 12,642 km²) mit Althausen sowie der abgegangenen Ortschaft Tainbach oder Deinbuch
  • Bad Mergentheim-Apfelbach (351; 9,105 km²) mit Apfelbach und dem Gehöft Staatsdomäne Apfelhof sowie der abgegangenen Ortschaft Hof
  • Dainbach (373, einziger badischer Stadtteil; 7,276 km²)
  • Edelfingen (1357; 7,480 km²)
  • Hachtel (357; 8,261 km²) mit Hachtel sowie der abgegangen Ortschaft Igelstrut
  • Herbsthausen (195; 357,4)
  • Löffelstelzen (1000; 5,093 km²) mit Löffelstelzen sowie den abgegangenen Ortschaften Kettenburg und Laubertsbronn
  • Markelsheim (1986; 15,118 km²) mit Markelsheim sowie der abgegangenen Ortschaft Asbach
  • Neunkirchen (850; 2,557 km²)
  • Rengershausen (484; 10,669 km²) mit Rengershausen sowie der abgegangenen Ortschaft Buchele
  • Rot (263; 8,183 km²) mit den Ortsteilen Dörtel und Schönbühl
  • Stuppach (683; 15,301 km²) mit den Ortsteilen Lillstadt und Lustbronn
  • Wachbach (1304; 8,188 km²)

Mit Ausnahme von Bad Mergentheim-Stadt bilden die Stadtteile mit zugehörigen Ortsteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung; in den Ortschaften Rot und Stuppach wird die Unechte Teilortswahl entsprechend angewendet. Die Stadtteile und Ortsteile bilden jeweils Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.

Die 14 Stadtteile sind in fünf Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung gegliedert:[4][5]

  • Wohnbezirk I mit Bad Mergentheim-Stadt
  • Wohnbezirk II mit Althausen, Neunkirchen, Rengershausen und Stuppach
  • Wohnbezirk III mit Dainbach, Edelfingen und Löffelstelzen
  • Wohnbezirk IV mit Apfelbach und Markelsheim
  • Wohnbezirk V mit Hachtel, Herbsthausen, Rot und Wachbach

Raumplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Heilbronn-Franken, in der Heilbronn als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Bad Mergentheim gehören noch die Gemeinden im Süden des Main-Tauber-Kreises Ahorn, Assamstadt, Boxberg, Creglingen, Igersheim, Niederstetten und Weikersheim.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Mergentheim gibt es vier Naturschutzgebiete:[6]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zum Deutschordenschloss

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mergentheim wurde 1058 als „Mergintaim“ erstmals urkundlich erwähnt (comitatus Mergintaim in pago Tubergewe). 1280 wurden der Siedlung die Zollrechte von Herzog Johann von Lothringen zuerkannt. Am 2. Juli 1340 wurde Mergentheim auf Bitten des Deutschmeisters Wolfgang von Nellenburg durch Kaiser Ludwig den Bayern zur Stadt erhoben.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1526 bis 1809 war Mergentheim Hauptsitz des Deutschen Ordens (Sitz des Hochmeisters) und gehörte zur Deutschordensballei Franken. Dessen Kammergut war das Meistertum Mergentheim.

Aus den Hexenverfolgungen in Mergentheim von 1539 bis 1665 sind bisher 74 Opfer namentlich bekannt. 69 Menschen überlebten die Hexenprozesse nicht. Am 11. September wurde Magdalena Nachtrab, Frau des Bürgermeisters und Apothekers Paul Nachtrab, verhaftet und am 22. September 1629 hingerichtet. Die Konfiskationssumme betrug 1800 Gulden. Aus den Hexenverfolgungen in Markelsheim von 1617 bis 1638 sind bisher 91 Opfer namentlich bekannt. 81 überlebten die Hexenprozesse nicht.[8]

Seit 1809 gehörte die Stadt zum Königreich Württemberg und wurde zum Sitz eines württembergischen Oberamtes. Ein im Juni 1809 ausbrechender Aufstand gegen die neue Herrschaft, der sich an der Rekrutenaushebung entzündete, wurde von württembergischen Truppen unterdrückt, wobei das Schloss unversehrt blieb und es nur Todesurteile gegen die Rädelsführer gab.[9][10] 1826 wurden die Heilquellen wiederentdeckt, aufgrund derer Mergentheim zur Badestadt wurde. 1926 wurde der Stadt das Prädikat Bad verliehen. 1938 wurde das Oberamt Mergentheim in den Landkreis Mergentheim überführt.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Bad Mergentheimer Synagoge verschmutzt und demoliert. So wurden beispielsweise – wie an vielen anderen Synagogen – auch hier die Fenster zerstört, Gleiches passierte mit den Schaufenstern des Schuhgeschäfts Springmann in der Bahnhofstraße durch NSKK- und SA-Angehörige. Etliche jüdische Männer wurden in „Schutzhaft“ genommen. 1978 wurde ein Denkmal zu diesen Geschehnissen auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde aufgestellt. Auch im Innenhof der Grund- und Realschule St. Bernhard in der Holzapfelgasse 15 erinnert eine Gedenktafel an die Opfer der Shoa.[11]

Amerikanische Soldaten 1945 bei Bad Mergentheim

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Bad Mergentheim zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten von ihnen stammten aus Litauen.

Der Landkreis Bad Mergentheim bestand bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973, als er Bestandteil des neuen Main-Tauber-Kreises wurde. Dadurch verlor Bad Mergentheim seine Funktion als Kreisstadt zugunsten von Tauberbischofsheim.

Ab 1972 wurden im Zuge der Gemeindereform 13 bis dato selbstständige Gemeinden, teilweise mit weiteren zugehörigen Wohnplätzen, nach Bad Mergentheim eingemeindet. Infolgedessen überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bad Mergentheim 1975 die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg mit Wirkung vom 1. April 1975 beschloss.

Von 1962 bis 1993 war in der Stadt die Panzerbrigade 36 „Mainfranken“ der Bundeswehr stationiert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Bad Mergentheim gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg. Die Reformation konnte sich in der ursprünglichen Stadt zunächst nicht durchsetzen, doch wurde während der Schwedenzeit das lutherische Bekenntnis eingeführt, als der katholische Pfarrer zum Protestantismus übertrat. Die Gottesdienste wurden zunächst in der St.-Johannes-Kirche, dann in der Marienkirche abgehalten. Die katholischen Gottesdienste wurden in jener Zeit in der Schlosskirche gehalten. Nach Rückkehr des Hochmeisters von Stadion wurde die Stadt jedoch wieder fast vollständig rekatholisiert. Die Gemeinde gehörte zunächst noch zum Bistum Würzburg, wurde dann nach dem Übergang an Württemberg ab 1814 Teil des Generalvikariats Ellwangen, bevor sie 1821/1827 der neu gegründeten Diözese Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) zugeordnet wurde. Bad Mergentheim wurde Sitz eines Dekanats. Die heutigen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet gehören zu zwei Seelsorgeeinheiten. Zur Seelsorgeeinheit 1a gehören die Gemeinden St. Gumbert Apfelbach, St. Johann Baptist Bad Mergentheim mit Filialkapelle in Edelfingen, Zur heiligsten Dreifaltigkeit Löffelstelzen und St. Kilian Markelsheim, zur Seelsorgeeinheit 1b gehören die Gemeinden Maria Krönung Stuppach, St. Leonhard Rengershausen, Filialkirchengemeinde St. Pius Laibach, St. Georg Wachbach, St. Petrus und Paulus Rot und Filialkirchengemeinde Mariä Himmelfahrt Hachtel.

Hauptartikel: Dekanat Mergentheim

Der ehemals badische Stadtteil Dainbach hat eine neugotische katholische Kapelle aus dem Jahr 1900. Die Gemeindeglieder gehören zur ebenfalls badischen Nachbarpfarrei Unterschüpf und damit zum Erzbistum Freiburg. Die Stadtteile Althausen, Edelfingen, Neunkirchen und Herbsthausen sind überwiegend evangelische Orte.

Nach dem Übergang an Württemberg gründete sich in der Kernstadt Bad Mergentheim wieder eine protestantische Gemeinde, die 1815 die Schlosskirche als Gottesdienstraum erhielt. Einen eigenen Pfarrer bekam die Gemeinde ab 1825. Die Gemeinde ist von Anfang an Glied der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bad Mergentheim wurde seinerzeit zwar Sitz des Oberamtes, die kirchliche Verwaltung, das Dekanatamt, war und blieb jedoch in Weikersheim. Daher gehört die Kirchengemeinde Bad Mergentheim bis heute zum Kirchenbezirk Weikersheim. Neben der Kernstadtgemeinde Bad Mergentheim gibt es in den Stadtteilen Althausen, Edelfingen, Herbsthausen, Markelsheim, Neunkirchen und Wachbach jeweils eine eigene evangelische Kirchengemeinde bzw. Kirche. Letztere ist auch für Hachtel zuständig. Die evangelische Kirchengemeinde Dainbach gehört bis heute zur Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenbezirk Boxberg).

In einzelnen heutigen Stadtteilen ist die konfessionelle Entwicklung eine andere: So waren Edelfingen und Wachbach überwiegend lutherisch, weil sie gemeinsam mit den Herren von Adelsheim verwaltet wurden. Neunkirchen war ein würzburgisch-hohenlohisches Kondominium und hatte daher gleichfalls eine starke lutherische Gemeinde.

Freikirchliche Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den beiden großen Kirchen sind in Bad Mergentheim auch freikirchliche Gemeinden vertreten, darunter eine Gemeinde der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten und die 1991 gegründete Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch eine neuapostolische Gemeinde ist in Bad Mergentheim ansässig. Des Weiteren gibt es ein Gemeinschaftshaus der Bahai, eine Altpietistische Gemeinschaft und eine Liebenzeller Gemeinschaft.

Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdische Gemeinde Mergentheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juden gab es in Mergentheim seit dem Mittelalter. Sie wurden vom Deutschen Orden zugelassen, auch um dessen wirtschaftlichen Interessen zu dienen. Mit ca. 5 % in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lag ihr Bevölkerungsanteil weit über dem Durchschnitt des Deutschen Reiches (knapp 1 %). Die jüdische Gemeinde Mergentheim besaß eine Synagoge, eine Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof Unterbalbach bestattet. Ein eigener Religionslehrer war angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.[12]

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Mergentheim bis zur Zerstörung durch den Nationalsozialismus (Vertreibung und Ermordung) wird in dem Buch Die letzten Mergentheimer Juden von Hermann Fechenbach (1897–1986) geschildert, einem nach England emigrierten Maler. Das Gebäude der 1764 erbauten Mergentheimer Synagoge existierte bis 1975.

Seit dem 18. Jahrhundert war Mergentheim Sitz eines Rabbiners. Von 1828/32 bis 1939 bestand in Mergentheim eines der württembergischen Bezirksrabbinate.[12]

Hauptartikel: Bezirksrabbinat Mergentheim
Jüdische Gemeinde Neunkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüdische Gemeinde Neunkirchen bestand seit dem 16./17. Jahrhundert bis zu ihrer Auflösung im September 1878. Erstmals wurden im Jahre 1523 Juden am Ort genannt. Die jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof Unterbalbach bestattet. Ein eigener Lehrer wurde von der Gemeinde angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war.[13]

Jüdische Gemeinde Wachbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wachbach bestand nach Überlieferungen wohl schon im 13. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, was sich jedoch urkundlich nicht belegen lässt. Nachweisbar geschahen Aufnahmen von Juden 1495 durch den Deutschen Orden und am Anfang des 16. Jahrhunderts unter den Herren von Adelsheim.

Im Zusammenhang mit dem Revolutionsjahr 1848 kam es in Wachbach zu schweren Ausschreitungen. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner in Wachbach bestand 1844 mit 218 Personen, danach kam es zu einem kontinuierlichen Rückgang. Bis Anfang der 1930er-Jahre gab es in Wachbach noch einen Spezereiladen und eine Viehhandlung im Besitz jüdischer Familien. Stellenausschreibungen (beispielsweise Religionslehrer, Vorbeter und Schächter) erfolgten über das Bezirksrabbinat Mergentheim, dem die jüdische Gemeinde Wachbach zugeordnet war. 1933 lebten noch acht jüdische Personen in Wachbach. 1935 wurde die jüdische Gemeinde Wachbach aufgelöst.[14]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden wurden nach Bad Mergentheim eingegliedert. Soweit nicht anders angegeben, gehörten alle zum Landkreis Mergentheim:

  • 1. Januar 1972: Althausen, Apfelbach, Löffelstelzen, Markelsheim, Neunkirchen
  • 15. Februar 1972: Rengershausen, Stuppach
  • 1. Dezember 1972: Dainbach (Landkreis Tauberbischofsheim)
  • 1. September 1973: Herbsthausen, Rot
  • 31. Dezember 1974: Hachtel, Wachbach
  • 1. Januar 1975: Edelfingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1660 1.064
1810 2.901
1834 2.702
1855 2.917
3. Dezember 1871 3.713
3. Dezember 1880 4.445
3. Dezember 1890 4.397
1. Dezember 1900 4.372
1. Dezember 1910 4.747
16. Juni 1925 5.430
16. Juni 1933 6.191
17. Mai 1939 7.674
Dezember 1945 8.031
Jahr Einwohnerzahlen
13. September 1950 10.184
6. Juni 1961 11.608
27. Mai 1970 12.616
31. Dezember 1975 19.895
31. Dezember 1980 19.121
25. Mai 1987 19.560
31. Dezember 1990 21.567
31. Dezember 1995 22.568
31. Dezember 2000 22.172
30. Juni 2004 22.393
31. Dezember 2005 22.486
31. Dezember 2010 22.394
31. Dezember 2014 22.763

Langfristig zeigt die Prognose des Statistischen Landesamtes einen kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs.[15]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergrund altes Rathausgebäude

Als Große Kreisstadt unterliegt Bad Mergentheim der Fachaufsicht des Regierungspräsidiums. Zuständig ist der Regierungspräsident in Stuttgart. Der sonst für die Kommunalaufsicht zuständige Landkreis ist lediglich für die Rechtsaufsicht zuständig. Das führt zu einer größeren Unabhängigkeit im Vergleich zu anderen kreisangehörigen Städten und Gemeinden.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Stadt Bad Mergentheim hat seit der letzten Kommunalwahl 2014 31 Mitglieder (vorher 28), die den Titel „Stadtrat“ führen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU 49,8 % (+ 7,7) – 15 Sitze (+2)
  • FW 17,7 % (–6,2) – 6 Sitze (–1)
  • Grüne 15,1 % (- 0,8) – 5 Sitze (+1)
  • SPD 13,9 % (+ 2,2) – 4 Sitze (+1)
  • FDP 3,5 % (- 3,7) – 1 Sitz (±0)

Jugendgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 wurde in Bad Mergentheim zum ersten Mal ein Jugendgemeinderat gewählt. Dieser wird alle zwei Jahre von den Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren gewählt. Jeweils sieben der 14 Mitglieder kommen aus dem Stadtgebiet und aus den Ortsteilen. Aktuell ruht der Jugendgemeinderat, da sich für die 2015 vorgesehene Wahl nicht genug Kandidaten gefunden hatten.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritter auf dem Marktbrunnen mit Wappen des Wolfgang Schutzbar genannt Milchling auf dem Schild

An der Spitze der Gemeinde stand ursprünglich der Schultheiß. Nach der Stadterhebung traten an dessen Stelle der Oberamtsbürgermeister und der Unterbürgermeister. 1784 wurde die Stadtverwaltung umgebildet. Danach gab es ein Stadtgericht mit einem Stadtschultheißen als Vorsitzenden. Ihm standen drei Assessoren zur Seite. Nach dem Übergang an Württemberg leitete der Stadtschultheiß, später der Bürgermeister die Stadtverwaltung. Seit 1. April 1975, als Bad Mergentheim Große Kreisstadt wurde, trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Er wird für acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats, der für fünf Jahre gewählt wird.

Liste der Schultheiße, Bürgermeister und Oberbürgermeister (Liste noch unvollständig)

  • 1784–1791: Rudolf Anton Kleiner
  • 1791–1796: Josef Herzberger
  • 1796–1809: Karl Adam Taglieber
  • 1809–1819: ?
  • 1819–1834: Anton Kober
  • 1834–1846: Konrad Erber
  • 1846–?: Franz Degen
  •  ?–1870: Karl Josef Bandel
  • 1870–1878: Georg Ruf
  • 1878–1901: Konrad Merz

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Bad Mergentheim zeigt „in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit einem goldenen Kreuz, im goldenen Herzschild ein schwarzer Adler; in den Winkeln oben je ein sechsstrahliger, sinkender roter Stern, unten je eine fünfblättrige rote Rose“. Die Stadtflagge ist rot-weiß.

Das Stadtwappen ist schon viele hundert Jahre alt und wurde in der Blasonierung 1942 offiziell festgelegt. Es handelt sich um das Hochmeisterkreuz, das vom Hochmeisterwappen abgeleitet ist. Die Sterne und Rosen sind Symbole Mariens, welche Patronin des Ordens ist. Die Stadtflagge wurde erst am 17. April 1967 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:[16]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim ist über die Bundesautobahn 81 WürzburgStuttgart (Anschlussstellen Boxberg, Ahorn oder Tauberbischofsheim) zu erreichen.

Das Stadtgebiet wird durch die Bundesstraßen 19 (EisenachMellrichstadtWürzburgBad MergentheimUlmOberstdorf) und 290 (Tauberbischofsheim – Bad MergentheimAalen, Ostalbkreis) erschlossen.

Alter Brunnenbetrieb am Bahnhof

Öffentlicher Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim liegt an der Taubertalbahn Crailsheim – Bad Mergentheim – LaudaWertheim. Von ihrer Eröffnung 1869 bis zum Ende der Länderbahnzeit 1920 verfügte der Bahnhof durch seine besondere Bedeutung als Wechselstation zwischen den Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen und den Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen über umfangreiche Anlagen.[17]

Zum 1. Januar 2006 gingen die Strecke und der Betrieb zur DB-Tochter Westfrankenbahn über. Werktags gibt es einen ungefähren Stundentakt nach Crailsheim und wechselnd nach Aschaffenburg und Würzburg.

Anschlüsse an den Schienenpersonenfernverkehr der Deutschen Bahn bestehen in Würzburg und Crailsheim. Zwischen 1968 und 1989 gab es auch direkte Kurswagen-Verbindungen mit Hamburg und Dortmund.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen mehrere Buslinien im Auftrag der Verkehrsgemeinschaft Main-Tauber (VGMT) im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Markelsheim ist ein renommierter Weinort im Taubertal und Sitz der Weingärtner Markelsheim eG. Bis in die 1940er Jahre wurde auch in Bad Mergentheim Wein angebaut. Dort wurde der Anbau aufgrund von Schäden und mangelnder Pflege (Kriegsfolgen) sowie akutem Reblausbefall und fehlendem Kapital eingestellt. Teile der ehemaligen Weinberge wurde in späteren Jahren für den Ausbau des Kurbetriebs genutzt.

Siehe auch Württemberg (Weinbaugebiet) und Württemberger Weinstraße

Heilwässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Oktober 1826 entdeckte der Schäfer Franz Gehring die heutige Wilhelmsquelle. In den Folgejahren wurden weitere Quellen erschlossen, so stehen heute drei Trinkquellen mit Mineralwasser und eine Badequelle mit Sole zur Verfügung.

  • Albertquelle, Natrium-Chlorid-Sulfat-Säuerling, Bohrtiefe 31 m
  • Karlsquelle, Natrium-Chlorid-Sulfat-Wasser, auch in Flaschen erhältlich, Bohrtiefe 27 m
  • Paulsquelle, Natrium-Chlorid-Säuerling, nur für Badetherapie, Bohrtiefe 550 m[18]
  • Wilhelmsquelle, Natrium-Calcium-Sulfat-Chlorid-Wasser, Bohrtiefe 9 m

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Mergentheim erscheinen als Tageszeitung die Fränkischen Nachrichten und die Tauber-Zeitung, eine Lokalausgabe der Fränkischen Nachrichten aus Tauberbischofsheim, die ihre überregionalen Seiten vom Mannheimer Morgen beziehen.

Der Sender Radio Ton betreibt in Bad Mergentheim ein Zweit-Studio, das Lokalnachrichten liefert.

In der Nähe des Ortsteils Löffelstelzen (am Ketterwald) befindet sich der Sender Bad Mergentheim (Löffelstelzen) mit einem Stahlbetonturm für die Abstrahlung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen im Bereich des Südwestrundfunks (SWR). Der Grundnetzsender versorgt hauptsächlich den Main-Tauber-Kreis sowie angrenzende Gebiete. Auf UKW werden mit 10 kW folgende Programme gesendet: SWR1 Baden-Württemberg (87,8 MHz), SWR2 (93,2 MHz), SWR3 (99,7 MHz), SWR4 Baden-Württemberg (105,5 MHz) sowie DASDING (100,5 MHz) mit 40 Watt und Radio Ton (103,5 MHz) mit 20 kW. Im DAB Frequenzblock 12B werden die landesweiten Programme von Digital Radio Südwest mit 8 kW gesendet. Außerdem befinden sich auf dem Turm Fernsehsender (DVB-T) auf den Kanälen 26 (DasErste BW, EinsPlus, Arte, Phoenix), 23 (ZDF, 3sat, Kika/ZDFneo, ZDFinfo) und 50 (SWR BW, BR, HR, WDR).

Das Neue Rathaus von Bad Mergentheim, ehemaliger Hauptsitz des Bankhauses Partin

Gericht, Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim hat ein Notariat und ein Amtsgericht, das dem Landgericht Ellwangen und dem Oberlandesgericht Stuttgart untergeordnet ist. Ferner hat es eine Außenstelle des Finanzamtes Tauberbischofsheim und eine Außenstelle (Kfz-Zulassungsstelle) des Landratsamts Main-Tauber-Kreis.

Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Mergentheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Neben dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, einem Allgemein-Krankenhaus, gibt es in Bad Mergentheim mehrere Sanatorien und Kurkliniken, darunter mit dem Diabetes Zentrum Mergentheim auch ein Diabetes-Fachkrankenhaus.

Bis Mitte der 1990er Jahre war Bad Mergentheim zudem Garnisonsstadt und Standort der Panzerbrigade 36 „Mainfranken“ sowie weiterer Einheiten der 12. Panzerdivision.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 verfügt Bad Mergentheim über einen Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach. Angeboten werden betriebswirtschaftliche Studiengänge aus den Bereichen International Business, Wirtschaftsingenieurswesen und Gesundheitsmanagement. Ferner gibt es in Bad Mergentheim ein Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschulen).

An staatlichen, allgemeinbildenden Schulen besitzt Bad Mergentheim ein Gymnasium (Deutschorden-Gymnasium), eine Realschule (Kopernikus-Realschule), eine Sonderschule (Lorenz-Fries-Schule), eine Hauptschule (Eduard-Mörike-Schule), eine Grund- und Hauptschule (Ottmar-Schönhuth-Schule Wachbach) sowie vier Grundschulen (Bad Mergentheim Stadtmitte, Grundschule am Kirchberg Stuppach/Neunkirchen, Edelfingen und Markelsheim). Darüber hinaus gibt es eine Jugendmusikschule und eine Volkshochschule.

Ferner gibt es in Bad Mergentheim in Trägerschaft des Main-Tauber-Kreises ein Berufliches Schulzentrum mit Gewerblicher und Kaufmännischer Schule, sowie der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege, Erziehung (EPE). Dazu gehören mit dem Informationstechnischen, dem Technischen, dem Ernährungswissenschaftlichen, dem Sozialwissenschaftlichen und dem Wirtschaftsgymnasium auch fünf berufliche Gymnasien.

Das schulische Angebot wird abgerundet durch die katholische Grund- und Realschule St. Bernhard, die Abendrealschule Bad Mergentheim, das Kolping-Berufskolleg, die staatlich anerkannte Fachschule für Physiotherapie des Bildungszentrums Bad Mergentheim[19] und das Bildungszentrum (Berufsfachschule für Pflegeberufe/ Fort- und Weiterbildungszentrum) am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Mergentheim liegt an der „Romantischen Straße“ im Herzen des „Lieblichen Taubertales“.

Das Kulturforum bildet mit den Abteilungen des Stadtarchivs, der Stadtbücherei und dem Hof die Basis für das kulturelle Leben Bad Mergentheims. Es ist Begegnungsstätte, Galerie, Konzertsaal und Bühne.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kursaal Bad Mergentheim finden unter anderem auch Theaterdarbietungen statt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Deutschen Ordens über dem Tor des Schlosses und Museum

Das 1996 eingerichtete Deutschordensmuseum im Deutschordenschloss zeigt die Geschichte des Deutschen Ordens, der hier seinen Hauptsitz hatte. Erwähnenswert ist auch die Berwart-Treppe, eine 1574 von Blasius Berwart erbaute Wendeltreppe. In der Sammlung des Museums befindet sich auch die von Albrecht Duwe im Maßstab 1:50 rekonstruierte Burg Rehden aus dem Kulmerland.

Das Deutschmeistermuseum im ehemaligen Zeughaus zeigt die 300-jährige Deutschmeistertradition anhand von Uniformen, Wappen und historischen Dokumenten.

Das Museum Münsterschatz im ersten Stock über der Sakristei des Münsters St. Johannes Baptist zeigt liturgische Gefäße und Geräte von der Spätgotik bis zur Gegenwart.

Im Rathaus des Stadtteils Hachtel wurde die Ottmar-Mergenthaler-Gedenkstätte eingerichtet. Der in Hachtel geborene Uhrmacher Ottmar Mergenthaler erfand 1886 in den USA die Linotype-Setzmaschine. Diese für die damalige Zeit revolutionäre Zeilensetz- und Gießmaschine von Schriftzeichen beschleunigte die Satzherstellung vor allem für Bücher und Zeitungen ganz entscheidend. Das Museum widmet sich dem Schaffen Ottmar Mergenthalers.

In der Pfarrkirche des Stadtteils Stuppach befindet sich mit der Stuppacher Madonna von Matthias Grünewald aus dem Jahr 1519, eines der wichtigsten spätgotischen Gemälde Deutschlands.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mergentheimer Elle am Pfeiler des Westgiebels des Münster St. Johannes

Sehenswürdigkeiten sind vor allem das Deutschordensschloss (amtliche Bezeichnung Deutschordenschloß) mit seiner Barockkirche, die Münsterkirche St. Johannes Baptist und das charakteristische Rathaus, das als Wahrzeichen der Stadt gilt. Da es seit dem Schmalkaldischen Krieg (1556/1557; Brand des Rathauses) keine Kriegszerstörungen mehr gegeben hat (im Zweiten Weltkrieg war Mergentheim Lazarettstadt), hat es sein mittelalterliches bis barockes Stadtbild bewahrt.

Berühmt ist auch die Stuppacher Madonna des Malers Matthias Grünewald, ein 1812 von Bad Mergentheim in die 1607 erbaute katholische Kirche Maria Krönung in Stuppach überführtes Gemälde. Im Ortsteil Wachbach befindet sich ein Wasserschloss. Weitere Kirchen im Stadtgebiet sind:

Evangelische Kirchen

  • Schlosskirche, Mergentheim
  • Althausen, eine klassizistische Saalkirche mit spätgotischem Flügelaltar
  • Dainbach, ein mittelalterlicher Bau mit barockem Langhaus von 1739
  • Edelfingen, Kirche erbaut 1872 anstelle eines alten Vorgängerbaus
  • Herbsthausen, im Kern mittelalterliche Johanneskirche mit Chorturm, die 1619, 1703 und 1873 ff. verändert und renoviert wurde
  • Neunkirchen, eine neuromanische Kirche von 1822/23 und
  • Wachbach, eine romanische Chorturmkirche, erbaut ca. 1050

Katholische Kirchen

Wolfgangskapelle mit Wolfgangsbrücke über die Tauber
  • Kirche Maria Hilf (Klosterkirche)
  • Marienkirche
  • Münster St. Johannes
  • Wolfgangskapelle an der Wolfgangsbrücke über die Tauber
  • Apfelbach, St. Gumbert (erbaut 1775 später neu ausgestattet)
  • Edelfingen (Kapelle von 1851/51 nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut)
  • Hachtel (Maria Himmelfahrt ab 1869 im neugotischen Stil erbaut und 1901 ausgemalt)
  • Löffelstelzen (Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, 1660 im frühbarocken Stil erbaut)
  • Markelsheim, ein Neubau von 1958 mit freistehendem Turm (die alte gotische Pfarrkirche auf dem Friedhof wurde abgebrochen)
  • Rengershausen (St. Leonhard erbaut 1792)
  • Rot (St. Petrus und Paulus erbaut 1652/54)
  • Stuppach (Mariä Krönung erbaut 1607 im spätgotischen Stil, beherbergt ein weltberühmtes Madonnengemälde von Matthias Grünewald, bekannt als Stuppacher Madonna)
  • Wachbach (St. Georg erbaut 1906 im neuromanischen Stil)

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Japangarten
  • Schlosspark
Der Schlosspark wurde von 1791 bis 1805 nach den Entwürfen des Ordensritters Carl Caspar Reutter von Weyl und des Hofgärtners Franz Joseph Hüller verwirklicht. Stilgeschichtlich zählt der Park zu den vorromantisch-sentimentalen Landschaftsgärten. Die imposante Platanenallee im Äußeren Schlosshof, die um 1800 angelegt wurde, führt durch den Torbau im Osten in den Schlosspark, direkt in den geometrisch gestalteten Pflanz- und Nutzgarten. Rechts schließt sich ein englischer Garten mit abwechslungsreicher Wegeführung an. Wiesenflächen mit Baumgruppen und Solitärbäumen bilden weite Gartenräume und eröffnen interessante Sichtachsen. Einen landschaftlichen Mittelpunkt bildet der See mit der Pappelinsel, der ein Motiv aus dem französischen Park von Ermenonville zitiert.[20]
  • Kurpark
Der Kurpark mit einer Gesamtfläche von 160.000 m² beherbergt u. a. einen Rosengarten mit 27 Arten Edelrosen, einen Therapiepark, einen Kräutergarten, ein Lapidarium und den Klanggarten. 1996 legte ein Gartenbaumeister aus der Partnerstadt Isawa zwischen dem oberen Kurparkeingang und dem Badepark Solymar einen Japangarten mit kleinen Wasserfällen, japanischen Pflanzen und einer Bogenbrücke aus Granit an. Im Jahr 2003 wurde der Kurpark von einer unabhängigen Jury zu einem der zehn schönsten Parks Deutschlands gekürt.[21] Am Park angrenzend wurde 1983 das Parkhotel Bad Mergentheim errichtet (Architekt Justus Dahinden).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solymar Therme, drei Freibäder, Reithalle, Tennisplätze, Tennishalle, Indoor-Kartbahn, Golfplatz, diverse Sportplätze und Vereine.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksfest
  • Stadtfest
  • Weinfest Markelsheim
  • St. Georgs-Tag, ein Treffen der Deutschmeistervereine aus Österreich und Deutschland, das jährlich im Frühjahr stattfindet
  • Europäischer Gesangswettbewerb Debut der Wittenstein AG (September/Oktober)
  • Stadtlauf
  • Lichterfest im Kurpark
  • Lieder im Schloss
  • Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bad Mergentheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Komponist Ludwig van Beethoven (* 1770; † 1827) wirkte 1791 als Bratschist in der Hofkapelle des Hoch- und Deutschmeisters Maximilian Franz von Österreich in Bad Mergentheim. Eine Gedenktafel am Wohnhaus Deutschordenplatz 1 erinnert heute noch daran.
  • Der Dichter Eduard Mörike (* 1804; † 1875) lebte von 1844 bis 1851 in Bad Mergentheim. Seine jüngere Tochter Marie (1857–1876) ist hier begraben.
  • Maximilian Delphinius Berlitz, der Gründer der Berlitz Sprachschulen machte etwa 1870 mit einem Stipendium seine Ausbildung beim „Uhrmacher Steinleitner“ in Bad Mergentheim.[22]
  • Der Mundart-Dichter Willi Habermann (* 1922; † 2001), lange Jahre Lehrer am Deutschorden-Gymnasium, lebte bis zu seinem Tode in Bad Mergentheim.
  • Gottfried von Hohenlohe (* 1265; † 5. November 1309 in Bad Mergentheim) war der 14. Hochmeister des Deutschen Ordens

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um dem Hoch- und Deutschmeister Maximilian Franz von Österreich sein Heimweh nach seiner Heimatstadt Wien zu nehmen, wurden im 18. Jahrhundert die Glocken des Münsters und der Schlosskirche so aufeinander abgestimmt, dass sie bei gemeinsamen Läuten wie der Stephansdom klingen. Noch heute läuten jeden Samstag um 15 Uhr für 15 Minuten die Glocken der beiden Kirchen gemeinsam.

Bad Mergentheim hat am 12. Juni 1990 die Patenschaft über eine Boeing 737-300 der Lufthansa übernommen, die seither den Namen der Stadt trägt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Stoob: Stadtmappe Bad Mergentheim. Deutscher Städteatlas. Bd 1. 1. Teilbd. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft hrsg. von Heinz Stoob, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Dortmund-Altenbeken 1973. ISBN 3-89115-301-5
  • Ulrich von Sanden: „Ach hier, liegt die Welt so licht“. Die Heilquellen von Bad Mergentheim. In: Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Hrsg. v. W. Niess, S. Lorenz. Filderstadt 2004. ISBN 3-935129-16-5
  • Bernhard Klebes: Der Deutsche Orden in der Region Mergentheim im Mittelalter. Kommende, Stadt- und Territorialherrschaft (1219/20–ca. 1525). Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens. Bd 58. Elwert, Marburg 2002. ISBN 3-7708-1219-0
  • Daniela Lippert: Bad Mergentheim. Ein Gang durch die Stadt. Bad Mergentheim 2008. ISBN 978-3-934223-31-8
  • Ottmar Schönhuth: Chronik der vormaligen Deutschordens-Stadt Mergentheim, aus urkundlichen Quellen. Mergentheim 1857 (E-Kopie).
  • Ottmar Schönhuth: Die Kirchen und Kapellen der ehemaligen Deutschordensstadt Mergentheim. 1854 (E-Kopie).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Mergentheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Mergentheim – Reiseführer
 Wikisource: Bad Mergentheim – Quellen und Volltexte

dito von Althausen,Apfelbach,Edelfingen,Hachtel,Herbsthausen,Löffelstelzen,Markelsheim,Neunkirchen,Rengershausen,Roth,Stuppachund Wachbach.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Bericht über die Märchedoler Mundartfreunde in den Fränkischen Nachrichten vom 9. Oktober 2008, S. 18
  3. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Service/Veroeff/Statistische_Berichte/312614001.pdf
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 278–289
  5. Hauptsatzung der Stadt Bad Mergentheim vom 3. Oktober 1975, letzte Änderung vom 26. Oktober 2006 (PDF; 47 kB)
  6. Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007
  7. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Bad Mergentheim.
  8. Karin Wohlschlegel: Hexenverfolgung in Mergentheim, Auswertung der Verhörprotokolle aus den Jahren 1628–1631, Magisterarbeit, Stuttgart 1989 S. A-4 – A-49. Harald Siebenmorgen, Hexen und Hexenverfolgung im deutschen Südwesten, Band I und II, Ostfildern 1994, S. 138ff. sowie 337ff. Elmar Weiß: Die Hexenprozesse in der Zent Grünsfeld, in Wertheimer Jahrbuch, hrsg. vom Historischen Verein Wertheim, 1979, S. 33–80
  9. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. 2. Aufl. Band 6. Baden-Württemberg, Kröner, Stuttgart 1980, ISBN 3-520-27602-X, S. 42 (Kröners Taschenausgabe. Band 276).
  10. Bernhard Mann: Kleine Geschichte des Königreichs Württemberg 1806–1918. DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2006, ISBN 3-87181-035-5, S. 14 (Regionalgeschichte – fundiert und kompakt).
  11. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 22, ISBN 3-89331-208-0
  12. a b Alemannia Judaica: Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. online auf www.alemannia-judaica.de, abgerufen am 2. Dezember 2015
  13. Alemannia Judaica: Neunkirchen (Stadt Bad Mergentheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. online auf www.alemannia-judaica.de, abgerufen am 5. Dezember 2015
  14. Alemannia Judaica: Wachbach (Stadt Bad Mergentheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. online auf www.alemannia-judaica.de, abgerufen am 2. Dezember 2015
  15. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/BevoelkGebiet/Vorausrechnung/98015100.tab?R=GS128007 (aufgerufen am 29. März 2016)
  16. Städtepartnerschaften
  17. Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau, EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-766-4.
  18. Werbebroschüre der Kurverwaltung Bad Mergentheim, Stand 1. Juni 2007
  19. Bildungszentrum Bad Mergentheim, aufgerufen am 31. August 2008
  20. Quelle/Literaturhinweis: G.M. Dietz: Untersuchungen zum Landschaftsgarten der ehemaligen Deutschordensresidenz, tuduv Verlag 1988
  21. Wettbewerb Deutschlands schönster Park 2003
  22. http://www.emrosebooks.com/berlitz_german.htm 150 Jahre Berlitz