Helmstedter Braunkohlerevier

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Kraftwerk Buschhaus; rechts im Hintergrund der Tagebau Schöningen
Schaufelrad eines Schaufelradbaggers der von 1955 bis 1993 in den Tagebauen Helmstedt und Treue eingesetzt war.
Historischer Schaufelradbagger aus dem Tagebau Schöningen

Das Helmstedter Braunkohlerevier (auch Braunschweigisch-Helmstedtisches Revier genannt) ist ein Bergbaurevier südlich von Helmstedt, in dem salzhaltige Braunkohle (Salzkohle) im Tagebauverfahren abgebaut wurde. Von mehreren Tagebauen war zuletzt noch der Tagebau Schöningen-Süd in Betrieb, in dem die Schöninger Speere entdeckt wurden. Die beiden Flöze haben eine Mächtigkeit von zusammen 32 m. Das Helmstedter Revier hatte gegenüber den großen deutschen Braunkohlerevieren (Rheinisches, Lausitzer, Mitteldeutsches) eine eher untergeordnete Bedeutung. Im August 2016 wurde der Braunkohlebergbau beendet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Braunkohle in der Helmstedt-Oschersleber Mulde entstand vor 50 bis 60 Millionen Jahren. 1725 wurde bei Frellstedt die erste Kohle entdeckt. 1795 errichtete der Theologiestudent Johann Koch die erste Helmstedter Kohlengrube. Der Kohleabbau erfolgte unter Tage. 1872 verkaufte der Braunschweiger Herzog Wilhelm seine Braunkohlefelder an ein Bankenkonsortium, aus dem die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG (BKB) entstand. Sie wurde zum größten Bergbaubetrieb in der Region. Sie wurde später von der PreussenElektra, bzw. nach deren Fusion mit dem Bayernwerk von E.ON übernommen.

Das Revier liegt teilweise in Niedersachsen, teilweise in Sachsen-Anhalt (Landkreis Börde). Die Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze hat in den Jahren der deutsch-deutschen Teilung auch die Geschichte des Reviers entscheidend geprägt und die Auskohlung verzögert.

Am 30. August 2016 wurde die letzte Kohle im Helmstedter Braunkohlerevier gefördert.[1]

Tagebaue[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1874 wurde mit „Trendelbusch“ der erste Tagebau in Betrieb genommen. Die Tagebaue und die dazugehörigen Kraftwerke wurden von der BKB betrieben. Mit dem Tagebau Schöningen wurde 2016 der letzte Tagebau stillgelegt.

Im Gebiet dieser Tagebaue befanden sich folgende Ortschaften, welche für den Tagebau abgerissen wurden: Büddenstedt (dafür erfolgte die Neugründung von Neu-Büddenstedt), Alversdorf, Runstedt und Wulfersdorf.

Tagebau Beginn Ende Status Lage / Ortschaft Bundes-
land
Trendelbusch 1874 1916 Stillgelegt, verfüllt nördlich Kraftwerk Buschhaus NI
Treue 1881 1993 Stillgelegt, verfüllt nördlich Kraftwerk Buschhaus NI
Viktoria 1902 1963 Stillgelegt, geflutet („Viktoriasee“) nordöstlich Hötensleben ST
Harbke 1922 1926 Stillgelegt, wurde Teil des Tagebau Wulfersdorf westlich Harbke ST
Anna (Nord / Süd) 1922 1935 Stillgelegt, geflutet („Anna-See Nord/Süd“) nordöstlich Offleben NI/ST
Jakobsgrube 1926 1931 Stillgelegt, geflutet („Athenslebener Seen“) südwestlich Athensleben (Mitteld.) ST
Tagebau Wulfersdorf 1936 1952 Stillgelegt, teilweise verkippt, Rest wird geflutet („Lappwaldsee“) östlich Neu-Büddenstedt ST
Alversdorf 1962 1991 Stillgelegt, verfüllt westlich Offleben NI
Helmstedt 1973 2002 Stillgelegt, wird bis 2030 geflutet („Lappwaldsee“) südlich Helmstedt NI
Schöningen (Nord / Süd) 1978 2016 [2] Nordfeld ausgekohlt, Südfeld bis 2016 aktiv östlich Schöningen NI

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Letzte Tonne Kohle im Helmstedter Revier gefördert Helmstedt. In: Wolfenbütteler Zeitung. wolfenbuetteler-zeitung.de, 2. September 2016, abgerufen am 2. September 2016.
  2. Energie-Chronik: E.ON forciert die Müllverbrennung und will damit vor allem im Ausland wachsen auf udo-leuschner.de