Hengst

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Bob Demuyser: Lou Piget (Hengst für die Zucht in Frankreich von 1983 bis 1994), Öl auf Leinwand

Ein Hengst (von altgermanisch hangista, genaue Etymologie ungeklärt) ist ein männliches Tier der Familie Einhufer (Equidae) und Kamele (Camelidae). Das weibliche Pendant zum Hengst ist die Stute. Ein Hengst ist ein männliches, unkastriertes Tier, während ein kastrierter Hengst Wallach genannt wird.

Pferdehengst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Connemara-Hengst

Hengste, die nicht zur Zucht eingesetzt werden, werden meist kastriert (gelegt), um sie umgänglicher zu machen.

Deckhengst oder Beschäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein in der Zucht tätiger Hengst wird Deckhengst genannt, da das Zusammenbringen eines Hengsts und einer Stute zum Zweck der Begattung als Decken bezeichnet wird. Zur Zucht eingesetzt werden dürfen in Deutschland nur in das so genannte Hengstregister der jeweiligen Rasse eingetragene Hengste. Voraussetzung dafür ist bei vielen Rassen die Teilnahme an einer Körung (sowie das Bestehen einer Hengstleistungsprüfung). In der Vollblutzucht gibt es hierzu entsprechend ein offizielles Anerkennungsverfahren (nach Rennordnung, Nummern 50 bis 52). Hengste, die zur Zucht geeignet, gekört und ausgewählt sind, werden als Beschäler bezeichnet.

Landbeschäler sind Deckhengste, die in einem Landgestüt aufgestellt sind und sich meist im Staatsbesitz befinden. Dies trifft auf etwa die Hälfte aller Warmblut- und Kaltblut-Zuchthengste in Deutschland zu, die übrigen Hengste befinden sich im Besitz privater Deckstationen. Diese werden als Privatbeschäler (P.B.) bezeichnet.

Hauptbeschäler sind Deckhengste, die in einem Hauptgestüt aufgestellt sind. In Österreich werden Hauptbeschäler auch als Pepinierhengste bezeichnet.

Die Leistungsfähigkeit, der Charakter und das Temperament der potentiellen Beschäler wurden bereits 1926 in der Hengstprüfungsanstalt Zwion/Georgenburg gründlich überprüft und der dort ab dem zweieinhalbten Lebensjahr ein Jahr trainierte Nachwuchs im Trakehner Gelände geprüft.[1]

Stempelhengst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckhengste, die durch überdurchschnittliche Vererbungskraft, die sogenannte Präpotenz,[2] eine eigene Linie begründen, werden als Stempelhengste bezeichnet. Der berühmteste Stempelhengst dürfte wohl Eclipse als wichtigster Stammvater des Englischen Vollbluts sein, in jüngerer Vergangenheit wären in der internationalen Zucht dieser Rasse vor allem St. Simon, Nearco und Northern Dancer zu nennen (siehe auch Championat der Vaterpferde). In der Warmblutpferdezucht gilt z. B. der Trakehner Tempelhüter als ein Stempelhengst.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Hengst – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Hengst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnim Basche: Geschichte des Pferdes. Sigloch, Künzelsau 1984; 2. Auflage. Stürtz, Würzburg 1991, ISBN 3-8003-0396-5, S. 454.
  2. auch Individualpotenz; vgl. Gustav Pusch: Lehrbuch der allgemeinen Tierzucht, 1911, S. 255 ff.