Körung

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Eine Körung dient zur Auswahl von für die Zucht bestimmter Rassen geeigneten Haustieren verschiedener Arten (Pferde, Rinder, Schweine,[1] Ziegen[2] etc.). Den Vorgang regeln Vorschriften von Zuchtverbänden und Gesetze.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voraussetzung zur Teilnahme an einer Körung ist, dass die Vorfahren über mehrere Generationen bekannt sind und keine gesundheitlichen Probleme vorliegen, die die Tauglichkeit als Zuchttier einschränken.

Bienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bienenzucht können Bienenvölker gekört werden, entweder zur Zucht von Königinnen (Zuchtvolk) oder zur Zucht von Drohnen (Drohnenvolk).[3]

Hunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Hundezucht werden Deckrüden gekört.[4]

Pferde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soll ein Hengst zur Zucht eingesetzt werden, so ist der erste Schritt in der Regel die Körung, die eine Auswahl zur Hengstleistungsprüfung darstellt. Erst mit erfolgreicher Absolvierung letzterer wird ein Hengst als Zuchthengst oder Beschäler in das Hengstbuch I der jeweiligen Rasse eingetragen. Diese Eintragung behält der Hengst dann lebenslang. Das Mindestalter für die Körung beträgt bei den meisten Zuchtverbänden zwei Jahre.

Auf der Körung werden die im Zuchtprogramm definierten Rassemerkmale bewertet. Die Körung erfolgt als Sammelveranstaltung, um den Vergleich einer ausreichend großen Zahl von Hengsten zu ermöglichen.[5] Die Hengste werden bei der Körung auf festem Boden in einer Dreiecksbahn im Stand, Schritt und Trab an der Hand gemustert, wobei die Korrektheit des Körperbaus und Raumgriff und Schwung der Gangarten beurteilt werden. Meistens findet auch noch ein Freilaufen und Freispringen statt, wobei vor allem die Sprungtechnik und nicht die überwundene Höhe beurteilt wird. Ältere Hengste werden je nach Rasse bzw. Zuchtverband unter dem Sattel vorgestellt.[6]

Zur Körung gehört auch die Feststellung der Gesundheit und Zuchttauglichkeit.[5] Sie erfolgt mittels einer tierärztlichen Untersuchung, die unter Anderem klinische Untersuchungen des Allgemeinzustandes, des Exterieurs, des Gebisses, der Augen, von Herz und Lunge, des Nervensystems, der äußeren Geschlechtsorgane (Hoden) und des Bewegungsapparates sowie eine röntgenologische Untersuchung der Zehen und Sprung- und Kniegelenke umfasst. Bei bestimmten Befunden (beispielsweise Über- oder Unterbiss, Hodenanomalien wie Kryptorchismus/Microorchismus, Kehlkopflähmung) ist der Hengst nicht körfähig.[7]

Die Körentscheidung lautet „gekört“, „nicht gekört“ oder „vorläufig nicht gekört“. Vorläufig nicht gekörte Hengste können erneut zur Körung vorgestellt werden.[5]

Nicht zugelassen zur Körung werden Hengste, denen unerlaubte Substanzen gemäß der einschlägigen Regularien verabreicht wurden oder an denen verbotene Manipulationen bzw. Eingriffe angewendet wurden, um Leistung, Leistungsfähigkeit oder Leistungsbereitschaft zu beeinflussen. Eine Körentscheidung muss zurückgenommen werden, wenn eine Voraussetzung für ihre Erteilung nicht vorgelegen hat. Eine Körung muss widerrufen werden, wenn eine Voraussetzung nachträglich weggefallen ist.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zucht Deutsches Sattelschwein
  2. Zuchtbuchordnung des Landesverbandes Rheinischer Ziegenzüchter e. V.
  3. Richtlinien für das Zuchtwesen des Deutschen Imkerbundes
  4. Verein für Deutsche Schäferhunde (SV): Körung und planmäßige Zucht
  5. a b c d Zuchtverbandsordnung (ZVO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, A. Allgemeine Bestimmungen. Download auf FN / Zucht-Verbands-Ordnung (ZVO). Abgerufen am 10. Dezember 2017.
  6. Hannoveraner Hengstkörung, abgerufen 10. Dezember 2017.
  7. Zuchtverbandsordnung (ZVO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, D. Anlagen. Download auf FN / Zucht-Verbands-Ordnung (ZVO). Abgerufen am 10. Dezember 2017.