Hermann Armin von Kern

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Hermann (Armin) von Kern: Selbstporträt

Hermann (Armin) von Kern (* 14. März 1838 in Liptoujvar (ehemals Ungarn, heute Liptovský Hrádok, Slowakei); † 18. Jänner 1912 in Maria Enzersdorf in Niederösterreich) war ein österreichischer akademischer Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann von Kern, dessen Familie aus Deutschland nach Ungarn eingewandert war, wurde als Sohn des ungarischen Kameralarztes Benjamin Kern in Hradek in Oberungarn geboren. Sein außergewöhnliches Talent wurde schon sehr früh erkannt und deswegen schickte ihn sein Vater zu Theo Böhm nach Budapest. Weiters war er dann bei Klemens in Prag. Dann ging er zu Carl Rahl nach Wien (Akademie der bildenden Künste). Im Jahr 1867 wurde er auf Veranlassung des damaligen Kultusministers Baron Bötvös, der sein herausragendes Talent erkannt hatte, nach Düsseldorf geschickt. Vor 1870[1] war er dort als Stipendist der ungarischen Regierung zur vollständigen Ausbildung seines Studiums. Von Düsseldorf übersiedelte er nach München und arbeitete dort mit seinen Freunden Defregger und Kaulbach unter Piloty. Nach Budapest zurückgekehrt war er als Porträtist und Genremaler tätig. Im Jahr 1876 übersiedelte der Künstler mit seiner Familie (10 Kinder) nach Wien und widmete sich der Genremalerei. Anfangs galt seine Vorliebe den Zigeunertypen, später spezialisierte er sich auf humorvolle Biedermeierszenen und Bauerntypen. 1903, im Alter von 64 Jahren, verließ er Wien und verbrachte seine letzten Lebensjahre, sich weiterhin seinem künstlerischen Schaffen und seiner Familie widmend, auf dem Lande (Maria Enzersdorf).

Seine Tochter Pauline von Kern, akademische Malerin (1878–1939), war ebenfalls eine bekannte österreichische Künstlerin. Sie malte hauptsächlich Landschaften (Wienerwaldszenen) und Porträts.

Peter Július Kern (* 31. Jänner 1881 in Palúdzka, Liptovský Mikuláš (Liptau-Sankt-Nikolaus); † 25. März 1963 ebenda) war ein slowakischer Maler und Restaurator. Er war der Neffe Hermann Armin von Kerns.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann (Armin) von Kern: Ein falscher Ton
  • Deckengemälde von Szedegin (Stadttheater), 1885
  • Die Politiker von Laab (1881 von Kaiser Franz Josef angekauft)
  • Der Botaniker
  • Ungarische Hirten in der Kneipe
  • Hochwürden zu Gast
  • Der durstige Geigenspieler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kern Hermann (Armin). In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1965, S. 300.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermann Kern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bettina Baumgärtel, Sabine Schroyen, Lydia Immerheiser, Sabine Teichgröb: Verzeichnis der ausländischen Künstler und Künstlerinnen. Nationalität, Aufenthalt und Studium in Düsseldorf. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 1, S. 433