Hermann Joseph von Steinfeld

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Sarkophag des heiligen Hermann Joseph in der Basilika des Klosters Steinfeld
Anthonis van Dyck, Vision des seligen Hermann Joseph, 1630
Madonna des Hermann Joseph in St. Maria im Kapitol, Köln, mit Äpfeln

Der Mystiker Hermann Joseph von Steinfeld (* um 1150 in Köln; † 7. April 1241 oder 1252 im Kloster Hoven bei Zülpich) ist ein katholischer Heiliger aus dem Prämonstratenser-Orden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn einer armen Kölner Familie wurde Hermann Joseph mit zwölf Jahren Prämonstratenser-Chorherr im Kloster Steinfeld (Kall). Nach seiner Ausbildung in Mariengaarde (dt. Mariengarten) bei Hallum (Ferwerderadiel) kehrte er nach Steinfeld zurück und wurde zum Priester geweiht. Danach war er in Steinfeld und Umgebung als Seelsorger tätig und wurde Küster des Klosters.

Er wurde vor allem durch seine mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria bekannt, was ihm den Beinamen Joseph einbrachte. Schon vor seiner Aufnahme als Chorherr soll er dem Standbild der Gottesmutter in der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln Äpfel als Geschenk gebracht haben. Er wird seither auch als „Apfelheiliger“ bezeichnet. Traditionell werden auch heute noch frische Äpfel auf sein Grabmal in der Basilika in Steinfeld gelegt.

Die wichtigste Quelle über das Leben des heiligen Hermann Joseph ist eine Vita, die der damalige Prior wahrscheinlich kurz nach dem Tod des Heiligen in lateinischer Sprache verfasste.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit langem als Heiliger verehrt, wurde seine Heiligsprechung bereits 1626 von Erzbischof Ferdinand von Köln und Kaiser Ferdinand II. beantragt, aber offiziell wurde Hermann Joseph der Heiligenstatus erst am 11. August 1958 von Papst Pius XII. zuerkannt (öffentliche Bekanntgabe 1960).

Hermann Josephs Grabstätte im Kloster Steinfeld ist heute eine bekannte Wallfahrtsstätte. Er gilt als Patron der Uhrmacher (wegen seines entsprechenden handwerklichen Geschicks), der Mütter und der Kinder.

Auf dem Kölner Waidmarkt steht der von Wilhelm Albermann gestaltete Hermann-Joseph-Brunnen. Der junge Joseph reicht hier dem Jesuskind im Arm von Maria einen Apfel an.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Attribute: Kelch mit drei Rosen tragend.
  • Namenstag: 21. Mai
  • Der im Kloster Steinfeld erzogene Komponist Bernd Alois Zimmermann widmete dem Heiligen sein Requiem für einen jungen Dichter (1967-69).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Bautz: Hermann Joseph von Steinfeld. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 755–756.
  • Joseph Brosch: Hermann Joseph. Der Heilige von der Muttergottes. Zweite Auflage. Salvator-Verlag, Steinfeld 1951.
  • W. Deinhardt: Hermann Joseph. In: Michael Buchberger (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. Zweite, neubearbeitete Auflage des kirchlichen Handlexikons. Vierter Band (Filippini bis Heviter). Herder, Freiburg im Breisgau 1932.
  • Kurt Huber: Hermann Joseph von Steinfeld. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 651 f. (Digitalisat).
  • Karl Koch, Eduard Hegel: Die Vita des Prämonstratensers Hermann Joseph von Steinfeld. Köln 1958.
  • Bernward Meisterjahn: Der heilige Hermann Josef von Steinfeld. Verlag Schnell & Steiner, München/Zürich 1987.
  • Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf. Pattloch-Verlag, 1992. Augsburg: Weltbild-Verlag. S. 240 f.
  • Heinrich Schmidt: Steinfeld. Die ehemalige Prämonstratenser Abtei. Ratingen 1951.
  • Andachtsübung zur Ehre des Heiligen Hermann Josephs, Priesters des Prämonstratenser-Ordens in der Abtei Steinfeld. Stahl, Düsseldorf 1816. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermann Joseph von Steinfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien