Hermann Ludwig Schmid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hermann Ludwig Schmid (* 26. Juni 1908 in Augsburg-Göggingen; † 16. April 1956 in Würzburg) war ein deutscher Mathematiker, der sich mit Algebra und algebraischer Zahlentheorie befasste.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmid studierte 1927 bis 1932 an der Universität München, wo er die Lehramtsprüfungen ablegte. Danach war er Gymnasiallehrer und promovierte in dieser Zeit 1934 bei Helmut Hasse an der Universität Marburg (Über das Reziprozitätsgesetz in relativ-zyklischen algebraischen Funktionenkörpern mit endlichem Konstantenkörper). Danach war er bis 1937 Assistent bei Hasse in Göttingen. Nach der Habilitation 1939 an der Universität Gießen wurde er 1940 Privatdozent an der Humboldt-Universität Berlin, wo er 1946 Professor wurde. Ab 1940 war er Mitherausgeber des Zentralblatts für Mathematik und der Fortschritte der Mathematik.

Schmid spielte eine große Rolle beim Wiederaufbau der Mathematik nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin, wo er die Mathematischen Nachrichten gründete und mit dafür sorgte, dass führende Mathematiker wie Helmut Hasse und Erhard Schmidt nach Berlin kamen. 1953 ging er als Professor an die Universität Würzburg, wo er 1954 Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und 1955/56 Rektor wurde.

Hermann Ludwig Schmid verfasste zusammen mit Josef Naas das Mathematische Wörterbuch: mit Einbeziehung der theoretischen Physik (Akademie-Verlag, Berlin 1961 in 2 Bänden).

Er ist nicht mit dem Mathematiker Hermann Schmidt (1902–1993) zu verwechseln, der ebenfalls Professor (und sein Kollege) in Würzburg war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Hasse: Nachruf. In: Mathematische Nachrichten, Bd. 18 (1958), S. 1, ISSN 0025-584X.
  • Wolfram Jehne: Schmid, Hermann Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 147 f. (Digitalisat).
  • Wolfram Jehne, Erich Lamprecht: Helmut Hasse, Hermann Ludwig Schmid and their students in Berlin. In: Heinrich Begehr u.a. (Hrsg.): Mathematics in Berlin. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5943-9, S. 143–149 (im Auftrag der Berliner Mathematischen Gesellschaft).
  • Peter Roquette: Kurzbiographie H. L. Schmid. In: Ders. (Hrsg.): Helmut Hasse und Emmy Noether. Die Korrespondenz 1925 bis 1933. Universitätsverlag, Göttingen 2006, ISBN 3-938616-35-0
  • Peter Roquette: Ausführungen zu Schmid. In: Ders.: From Fermats Last Theorem to Finite Groups. In: Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, Bd. 107 (2005), S. 117–154.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]