Herrschaft Styrum

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Herrschaft Styrum zwischen 1792 und 1795; Norden ist links
Der Altenhof in Mülheim an der Ruhr mit der Marienkirche

Die Herrschaft Styrum wurde vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1806 von der Linie der Grafen Limburg-Styrum des Hauses Limburg beherrscht und hatte ihren Namen von der Siedlung Styrum.

Lage[Bearbeiten]

Die historische Herrschaft befand sich bis 1806 auf dem Gebiet der heutigen Stadt Mülheim an der Ruhr in ihren Stadtteilen Styrum, Altstadt II, Broich und Speldorf als Enklave innerhalb der Herrschaft Broich. Sie lag ursprünglich ganz auf der orografisch rechten Seite der Ruhr. Erst Mäandrierungen in der Styrumer Aue zerteilte sie.

Geschichte[Bearbeiten]

Zuerst benannte sich 1289 Graf Eberhard von Limburg, ein Enkel Friedrich von Isenbergs, als Graf von Limburg-Styrum. Im gleichen Jahr ließ er anstelle eines alten Hofgutes in Styrum gemeinsam mit seinem Vater Dietrich von Altena-Isenberg ein erstes Burghaus errichten. Seine Nachkommen hatten in ununterbrochener Folge die Herrschaft von Limburg-Styrum inne. Im Jahr 1442 wurde der Herrschaft der Status eines Reichslehens zugesprochen.

Durch die Heirat von Georg von Limburg-Styrum mit Irmgard von Wisch, die Erbin von Bronkhorst und Wisch war, kamen diese Besitzungen zu Styrum hinzu. Durch die Heirat von Jobst von Limburg-Styrum mit Gräfin Maria von Schauenburg-Holstein, die Erbin der Herrschaft Gemen war, kam auch Gemen zu Styrum hinzu. Durch eine Erbteilung nach dem Tod Hermann Otto I. von Limburg-Styrum wurden die Besitzungen auf dessen Söhne aufgeteilt, wobei Otto die Herrschaften Bronkhorst und Borculo erhielt und die noch bestehende niederländisch-belgische Linie begründete; Adolf Ernst erhielt die westfälische Herrschaft Gemen und ab 1677 (bis 1772) auch die mittelschwäbische Herrschaft Illereichen; 1733 kam Schloss Raesfeld hinzu; Gemen fiel 1800 nach Aussterben dieser Linie im Erbgang an die Freiherren von Boyneburg-Bömelberg und wurde 1806 mediatisiert. Moritz erhielt bei dieser Erbteilung die Herrschaft Styrum mit Mülheim an der Ruhr; 1766 (bis 1777) kam kurzzeitig Idar-Oberstein mit Schloss Oberstein hinzu; diese Linie wurde 1806 an das Herzogtum Berg mediatisiert und erlosch 1809; den Besitz mit Schloss Styrum vererbte der letzte Graf Ernst Maria († 1809) an die Schwester seiner Ehefrau Sophie Charlotte von Humbracht, seine Schwägerin Maria Margaretha von Humbracht, die Schloss Styrum 1825 verkaufte; die übrigen Besitzungen wurden in der Folge einzeln verkauft.

Herren von Styrum[Bearbeiten]

1301–1304 Eberhard I.
1304–1328 Dietrich II.
1304–1364 Johann
1364–1398 Dietrich III., Bruder von Johann
1398–1425 Eberhard
1425–1459 Wilhelm I.
1493–1506 Adolf
1506–1521 Wilhelm II.
1521–1552 Georg
1552–1574 Hermann Georg
1574–1621 Jobst
1621–1644 Hermann Otto I.
1644–1664 Moritz
1664–1703 Moritz Hermann
1703–1749 Christian Otto
1749–1760 Karl Joseph August
1760–1794 Philipp Ferdinand, Bruder von Karl Joseph August
1794–1806 Ernst Maria, Bruder von Philipp Ferdinand

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Grote: Stammtafeln, Leipzig 1877.
  • Rudolf op ten Höfel: Kleine Geschichte der Stadt Mülheim an der Ruhr. Geschichtsverein Mülheim, Mülheim an der Ruhr 1978 (Zeitschrift des Geschichtsvereines Mülheim a. d. Ruhr. Nr. 54), S. 68–73.
  • Adam Lambert Hulshoff: Die Geschichte der Grafen und Herren von Limburg und Limburg-Styrum und ihrer Besitzungen 1200-1550. Van Gorcum, Assen 1963.
  • Wilhelm Kohl: Limburg-Styrum, Grafen v.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 566 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]