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Eberhard I. von Limburg-Styrum

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Eberhard I. von Isenberg-Limburg zu Styrum (* 1252; † 17. Juni 1304) war durch Abstammung und Erbe von 1301 bis 1304 Graf von Isenberg-Limburg und Herr zu Styrum. Er gilt als Stifter der Linie Styrum.[1]

Siegelabbildung des Grafen Eberhard I. von Isenberg-Limburg zu Styrum (1286)

Eberhard war ein Sohn des Grafen Dietrich von Altena-Isenberg und dessen Ehefrau Gräfin Adelheid (Aleydis) von Sponheim-Sayn (* 1228; † 1297).

Der greise Graf Dietrich von Isenberg überließ schon zu Lebzeiten seinem Sohn Eberhard als Mitregent die Regierungsgeschäfte der Grafschaft.

Am 15. November 1288 verleihen Graf Dietrich von Limburg und sein Sohn Everhard den Brüdern Rotger und Dietrich von Altena, Söhne des Ritters Thietmar von Ludelscheide das ihnen von Bernard de Dungelen resignirte Lehen des Zehnten zu Gaverbeck.[2]

Am 2. Mai 1291 schenkte Graf Eberhard I. von Isenberg-Limburg, seine Gemahlin Agnes, seine Kinder Dietrich und Irmgard, dem Kloster Elsey, einer 1220/23 gegründeten Familienstiftung, einen Baumgarten, den Hagenhof und alle Äcker, die sie an der Seite der Lenne in Elsey besitzen.[3]

Am 20. Mai 1295 bekundet Dietrich, Alt-Graf von Limburg, dass er mit Zustimmung seiner Ehefrau Aleydis alle Ministerial- und Lehngüter, die bisher der Ritter Randolf, gen. Hake, von ihm zu Lehen oder nach Ministerialenrecht besessen hat, seinem Sohn Eberhard, Graf von Limburg, übergeben hat.[4]

Im Jahr 1297 teilen Graf Eberhard von Limburg und seine Gemahlin Agnes den Bürgermeistern von Lübeck mit, das der Lübecker Bürger Johannes dictus Lymborg ihr Ministerial, „wohlgeboren“ und ehelicher Geburt ist.[5]

Am 31. Januar 1298 übereigenen Theodericus, der ältere Graf von Limburg, und Everhardus, der jüngere Graf ebendort, sowie Theodericus, der Sohn des verstorbenen Sohnes Johannes, dem Kloster Kentrop ihr Haus in Thetinchusen im Kirchspiel Bochem (Bockum).

In einer Urkunde von Oktober 1299 war Graf Eberhard I. von Limburg (Everhardo comite de Limborg) erster Zeuge für Graf Everhard von der Mark, zwecks dessen Verpfändung von Gütern an das Stift Stoppenberg.[6]

Die politische Lage im Rheinland und in Westfalen wurde im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts von zahlreichen Konflikten bestimmt, die ihren Hintergrund in reichs- und landespolitischen Spannungen besaßen. Als Ministeriale der Grafen von Berg saßen die Grafen von Limburg in einer Region, die wegen ihrer strategischen Grenzlage gewissermaßen ein «Pulverfass» darstellte, buchstäblich «zwischen den Stühlen». Während des Limburger Erbfolgestreits (1283–1289) wurde im Jahr 1288 die (Hohen-)Limburg erobert und Eberhard und sein Vater mussten mit Familie nach Styrum flüchten. Dort ließen sie ab 1289 anstelle eines alten Hofgutes ein erstes Burghaus errichten. Erst 1303 eroberte der Kölner Domherr und Amtmann Ludolph von Dycke mit einem Belagerungsheer die besetzte Limburg zurück. Burg und Grafschaft wurden danach vom Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg ein Jahr später, dem rechtmäßigen Erben Graf Eberhard I. von Limburg, bzw. dessen einzigen Sohn Dietrich, dem Enkel des Erbauers der Burg, zurückgegeben.[7][8]

Ehe und Nachkommen

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Eberhard heiratete um 1280 Gräfin Agnes (* um 1260 Limbourg; † 1297), Tochter von Walram von Limburg und Kunigunde von Brandenburg. Sie hatten folgende Nachkommen:

⚭ (I) um 1308 mit Irmgard von Greiffenstein († 1324)
⚭ (II) vor 1333 mit Elisabeth von Strünkede, verw. von Friemersheim (* 1301; † 1349)
  • Irmgard
  • A.P. van Schilfgaarde: De Graven van Limburg Stirum in Gelderland en de Geschiedenis Hunner Bezittingen., Assen, 1961

Einzelnachweise

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  1. Willmanns.ch – Geschichte der Herzogtümer – Die Grafen von Limburg, pdf.
  2. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, Grafschaft Mark – Urkunden Nr. 18.
  3. Edeltraud Klueting: Das (freiweltliche) adelige Damenstift Elsey. Geschichte, Verfassung und Grundherrschaft in Spätmittelalter und Frühneuzeit. Altenaer Beiträge, Band 14, 1980, S. 210.
  4. Urkunden der Herrschaft und Rentei Broich/Amt Broich-Styrum, Nr. 1010 / 3.
  5. Die Urkunden des kölnischen Westfalens von 1200–1300, Münster 1908, Urk 2440, S. 1169.
  6. Westfälisches Urkundenbuch, Band VII, Münster 1871, Nr. 2553, S. 1228.
  7. Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Solbach: Hagen – Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Klartext Verlag, Essen 2008, S. 145–146.
  8. Bleicher, Wilhelm: 750 Jahre Hohenlimburg, Verlag Werner Dorau, Hohenlimburg 1979, S. 12.
VorgängerAmtNachfolger
Dietrich von Altena-IsenbergGraf von Isenberg-Limburg
1301–1304
Dietrich III. von Limburg
Dietrich von Altena-IsenbergHerr von Styrum
1301–1304
Dietrich II. von Limburg-Styrum
Johann von Limburg-Styrum