Hettlage (Unternehmen)

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Hettlage war ein deutsches Textilhandelsunternehmen in Münster.

Gründung und Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrmann Hettlage absolvierte eine Ausbildung bei der Firma Boecker in Greifenhagen. 1896 gründete er sein erstes Textilhandelshaus in Münster, das er aber schon acht Jahre später an seine Cousins August und Heinrich Hettlage und an Georg, Julius und Heinrich Boecker verkaufte. Danach gründete er weitere Textilunternehmen in Hamm, Hagen, Recklinghausen, Düsseldorf.[1]

1913 wurde die Firma Hettlage in eine OHG umgewandelt. 1916 trat sein ältester Sohn Carl als Gesellschafter ein. Nach dem Tode des Firmengründers Herrmann Hettlage 1920 übernahm Carl als persönlich haftender Gesellschafter neben Clemens Hettlage und Richard Boecker die Geschäfte.[2]

Aufteilung auf die Söhne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tode von Herrmann Hettlage ging das Unternehmen auf seine vier Söhne Carl, Werner, Benno und Fritz über, die bald eigene Niederlassungen gründeten: Fritz im Jahre 1930 in München, Werner 1937 ebenfalls in München, Benno später in Königsberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten sich die vier Brüder ihre Gebiete auf: Carl in Münster, Werner in Trier, Benno in München und Fritz in Würzburg.[3]

Zum 1. Januar 1961 kam es zu einer Aufteilung auf Hettlage Nord mit Carl, Werner und Fritz sowie Hettlage Süd mit Benno Hettlage.

Hettlage Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hettlage Nord mit Carl, Werner und Fritz Hettlage firmierte als Gebr. Hettlage KG. 1967 wurde Ulrich Hettlage persönlich haftender Gesellschafter. Es kam zu einer schnellen Expansion (1960–1980). Ein neues Verwaltungsgebäude am Krögerweg in Münster wurde 1977 bezogen. Es kamen die Gruppen Werner + Ulrich, That’s me, Pleuler und Only franchise hinzu. Anfang 1994 gehörten 40 Häuser zur Hettlage Nord Gruppe, die im September desselben Jahres in Insolvenz ging.[2][4]

Hettlage Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hettlage KGaA in München von Benno Hettlage hatte Niederlassungen in München, Freiburg im Breisgau, Saarbrücken,[5] Heidelberg, Siegen, Trier und Ulm. Sie befand sich zu 61 Prozent im Besitz der Mitarbeiter und zu 39 Prozent im Besitz von zwei Hettlage-Stiftungen. Geschäftsführer waren zunächst Bruno Hettlage und ab 1964 dann Sepp Schubert und Thomas Hengerer. Benno Hettlage starb am 23. März 1986 im Alter von 79 Jahren.[3]

1997 gehörten zu Hettlage Süd 22 Hettlage-Häuser, 17 MS Mode + Sport Fachmärkte, 17 Filialen in Österreich und 11 Filialen Hettlage Mode + Sport in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.[3]

Hettlage Süd ging im April 2004 in Insolvenz.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tanja Bessler-Worbs: Wirtschaftsgeschichte in Nord-Westfalen: Tödden und Textilketten. (Memento vom 5. Januar 2012 im Internet Archive) Wirtschaftsspiegel, 5/2004, S. 36–37 (pdf; 79 kB).
  2. a b Archive in NRW: Beständeübersicht – F 132 – Gebr. Hettlage KGLaufzeit : 1858–1994. Abgerufen am 19. Juni 2011.
  3. a b c Hettlage-Süd-Gruppe: 100jähriges Jubiläum wird groß gefeiert.@1@2Vorlage:Toter Link/www.textilwirtschaft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. TextilWirtschaft 12/1996 vom 21. März 1996, S. 18, abgerufen am 19. Juni 2011.
  4. Hettlage-Konkurs: Sieben Häuser zu.@1@2Vorlage:Toter Link/www.textilwirtschaft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. TextilWirtschaft 41/1994 vom 13. Oktober 1994, S. 1, abgerufen am 18. September 2014.
  5. Der große Schrumpf.@1@2Vorlage:Toter Link/www.textilwirtschaft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. TextilWirtschaft 38/1999 vom 23. September 1999, S. 144, abgerufen am 20. Januar 2016.
  6. Burkhard Riering: Das Erbe der Hettlages ist verspielt. Die Welt, 29. April 2004.
    Claudia Rothhammer: Hettlage: Mehr als die Hälfte muss gehen. Münchner Merkur, 12. April 2009, abgerufen am 20. Januar 2016.