Münchner Merkur

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Münchner Merkur
Münchner Merkur
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG
Erstausgabe 13. November 1946
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2015, Mo–Sa)
187.975 Exemplare
Chefredakteurin Bettina Bäumlisberger
Herausgeber Dirk Ippen, Alfons Döser
Weblink www.merkur.de

Der Münchner Merkur ist eine bayerische Abonnement-Zeitung mit Sitz in München und gehört zur Mediengruppe Münchner Merkur/tz. Die verkaufte Auflage beträgt 187.975 Exemplare, ein Minus von 9,3 Prozent seit 1998.[1] Zusammen mit dem Oberbayerischen Volksblatt, das den Mantelteil übernimmt, sind es 251.145 Exemplare.[2] Die politische Grundhaltung des Blattes ist konservativ.

Geschichte[Bearbeiten]

Zeitungskopf des Merkur bis ca. 1990er Jahre

Der Merkur war nach der Süddeutschen Zeitung die zweite zugelassene Zeitung in München. 1968 wurde als Ableger die Boulevardzeitung tz auf den Markt gebracht.

Die erste Ausgabe der ursprünglich Münchner Mittag genannten Zeitung erschien am 13. November 1946 mit einer Lizenz der amerikanischen Militärregierung.[3][4] Einer der Mitbegründer und -herausgeber sowie Chefredakteur der ersten Stunde war Felix Buttersack, der über Jahrzehnte hinweg ein Faktotum der Münchner Medienlandschaft war.

Buttersack alimentierte zwischen 1952 und 1957 den seinerzeitigen CSU-Bundesminister und späteren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß mit monatlich 250,- DM. Dieser sollte „beraten, er sollte Kontaktmann sein, außerdem Anreger, Ideenbringer usw. Gelegentlich hat er auch eigene Artikel gebracht, das war aber keineswegs Hauptzweck seiner Tätigkeit, ganz im Gegenteil.“ „Die Zusammenarbeit mit dem Kläger war ein Akt der Dankbarkeit, das soll heißen, es war ein Akt freundschaftlicher Zusammenarbeit.“ Dies wurde im Rahmen eines Prozesses, den Strauß 1965 vor dem Landgericht München gegen den seinerzeitigen Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein führte, bekannt.[5]

1982 wurde die Münchner Zeitungsgruppe mit den Zeitungen Münchner Merkur und tz durch den westfälischen Verleger Dirk Ippen erworben.

Die Leser der Zeitung stimmen seit 1996 jährlich über die Vergabe des Merkur-Theaterpreises ab.

Chefredakteure[Bearbeiten]

Auflage[Bearbeiten]

Der Münchner Merkur hat in den vergangen Jahren leicht an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit dem ersten Quartal 1998 bis zum ersten Quartal 2015 um 10,69 Prozent gesunken. Sie beträgt gegenwärtig 253.716 Exemplare. Das entspricht einem Rückgang von 30.384 Stück. Der Anteil des Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 88,8 Prozent.[7]

Entwicklung der Druckauflage von 1998 bis 2015[Bearbeiten]

Jahr Anzahl gedruckter Ausgaben
1998 313.228
1999 313.508
2000 313.475
2001 313.837
2002 314.324
2003 309.181
2004 309.681
2005 306.274
2006 305.410
2007 302.330
2008 302.754
2009 298.586
2010 294.694
2011 290.080
2012 287.083
2013 283.265
2014 277.306
2015 271.335

Strategie[Bearbeiten]

In den vergangenen Jahren hat die Zeitung den Anteil von selbst recherchierten Berichten stark ausgebaut. Vor allem im politischen Bereich – beispielsweise bei der Hohlmeier-Affäre, den Turbulenzen innerhalb der CSU im Zuge der Pauli-Stoiber-Affäre sowie beim Sturz des Ministerpräsidenten Günther Beckstein – gab es einige investigative Leistungen der Redaktion.

Der Münchner Merkur leistete sich nach der Übernahme durch Ippen, die mit einer erheblichen Personalreduktion einherging, zwei Korrespondenten in der Bundeshauptstadt. Diese Journalisten waren auch für andere Blätter der Ippen-Zeitungsgruppe (z. B. Westfälischer Anzeiger) tätig; derzeit sind die Stellen vakant. Die bundespolitische Berichterstattung wird von der Politikredaktion in München aus mitbetreut.

Als Chefredakteur zeichnet seit 2014 Bettina Bäumlisberger verantwortlich. Unter ihrem Vorgänger Karl Schermann hatte die Redaktion einen umfassenden Relaunch des Blattes durchgeführt.

Lokalausgaben und Erscheinungsgebiet des Münchner Merkurs[Bearbeiten]

Sein Hauptverbreitungsgebiet sind München Landeshauptstadt, Rosenheim Stadt sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, München, Rosenheim, Starnberg und Weilheim-Schongau (MA-2008). Entsprechend der unternehmerischen Strategie des Verlegers Dirk Ippen ist die Blickrichtung der Redaktionen stark auf lokale Ereignisse ausgerichtet. Deshalb sind die Lokalredaktionen personell stärker besetzt, während die Mantelressorts Politik, Sport und Wirtschaft eine Zeit lang überwiegend mit Texten aus Presseagenturen arbeiteten.

Ausgabe Verkaufte Auflage[8]
Dachauer Nachrichten 13.117
Ebersberger Zeitung 11.325
Erdinger Anzeiger / Dorfener Anzeiger 15.570
Freisinger Tagblatt 12.733
Fürstenfeldbrucker Tagblatt 16.107
Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Murnauer Tagblatt 14.563
Isar-Loisachbote / Geretsrieder Merkur 7991
Tölzer Kurier 9642
Miesbacher Merkur / Holzkirchner Merkur / Tegernseer Zeitung 16.223
Starnberger Merkur 9574
Münchner Merkur – Zeitung für das Würmtal
Münchner Merkur – Südlicher Landkreis München (ausgenommen Würmtal)
Münchner Merkur – Nördlicher Landkreis München
14.511
Weilheimer Tagblatt/Penzberger Merkur
Schongauer Nachrichten
11.724

Münchner Merkur und Oberbayerisches Volksblatt[Bearbeiten]

Eng verbunden ist der Münchner Merkur mit dem Oberbayerischen Volksblatt (OVB) in Rosenheim, das den Mantel vom Merkur übernimmt. Häufig wird das OVB deshalb ebenfalls zu den Lokalausgaben des Merkurs gezählt; das ist insofern nicht richtig, da zwischen dem OVB und dem Merkur kein redaktioneller und technischer Verbund besteht wie zwischen den einzelnen Lokalausgaben des Merkurs. Das OVB wiederum besitzt eigene Lokalausgaben im Raum rund um den Chiemsee.

Diese sind:

  • Oberbayerisches Volksblatt
  • Mangfall-Bote
  • Chiemgau-Zeitung
  • Wasserburger Zeitung
  • Mühldorfer Anzeiger
  • Waldkraiburger Nachrichten
  • Neumarkter Anzeiger

Verbreitung von Tageszeitungen in München[Bearbeiten]

Nationale Reichweite der in München erscheinenden Tageszeitungen
Medium 2005 2009 2013
Süddeutsche Zeitung 1.161.000 1.160.000 1.431.000
tz 298.000 335.000 256.000
Abendzeitung 280.000 233.000 210.000
Bild München 406.000 379.000 331.000
Münchner Merkur 703.000 722.000 723.000
Leser-Reichweiten in Deutschland laut Media-Analyse Pressemedien 2005, 2009 und 2013

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. laut IVW, zweites Quartal 2015, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. Datei der International Coalition on Newspapers
  4. Bildarchiv Wiederaufbau nach 1945 in Pressebildern, Haus der Bayerischen Geschichte
  5. Der Spiegel, 14/1965
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBettina Bäumlisberger wird Chefin des "Münchner Merkur". In: Spiegel Online. 8. Oktober 2013, abgerufen am 4. Dezember 2014.
  7. IVW Daten Vergleich erstes Quartal Münchner Merkur Gesamtausgabe (Mo-Sa) von 1998 und 2015, abgerufen am 29. April 2015
  8. IVW 2/2015, Mo–Sa (Details auf ivw.eu)