Hillentrup

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Hillentrup
Gemeinde Dörentrup
Koordinaten: 52° 2′ 56″ N, 8° 59′ 50″ O
Höhe: 171 m ü. NN
Fläche: 13,26 km²
Einwohner: 3574 (31. Dez. 2000)
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 32694
Vorwahlen: 05263, 05265
Karte
Lage von Hillentrup in Dörentrup
Bild von Hillentrup

Hillentrup ist ein Ortsteil der Gemeinde Dörentrup im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillentrup liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich von Lemgo, im Herzen des Lipper Berglands zwischen Weser und dem Teutoburger Wald. Der heutige Ortskern liegt am östlichen Fuße einer bewaldeten Bergkette, dessen höchste Kuppe den Namen Amelungsburg trägt.

Hillentrup erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von 13,26 km².[1] Den südlichen Teil des Ortsteils bildet die Siedlung Spork.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillentrup liegt im engen Tal des Hillbaches, der vom Rande einer Keuper- und Muschelkalkhochfläche von Norden kommend durch den östlichen Ausläufer des Rätkeuper-Schichtkammes der Lemgoer Mark zum Begatal hin austritt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillentrup ist eine Gründung der altsächsischen Siedlungsphase. Die erste urkundliche Erwähnung von Hillentrup stammt aus dem Güterverzeichnis des Mindener Domkapitels von ca. 1260. Im späten Mittelalter war Hillentrup Sitz eines niederen Gerichtes, des Gogerichtes. Die Hillentruper Kirche wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich während der Sternberger Fehde von 1424 durch "Raub und Brand" zerstört. Das Hostienbehältnis überstand dieses Unglück jedoch unbeschadet. Hierdurch wurde das unbedeutende Kirchdorf zu einer regional bedeutenden Wallfahrtsstätte und wurde von Gläubigen mit Stiftungen bedacht. Für die Wallfahrer, die vor allem aus Lemgo kamen, wurde eine Bewirtung in einer Schankwirtschaft eingerichtet. Der seit dem 15. Jahrhundert bestehende Krug auf dem Kirchhof in Hillentrup gehört so zu den ältesten nachweisbaren Krügen in Lippe.[2] Die Wallfahrten hörten mit der Reformation auf. Noch im 16. Jahrhundert hatte der Johanniterorden das Recht, die Pfarrer von Hilltrup einzusetzen.[3]

Am 1. Januar 1969 wurde Hillentrup ein Teil der Gemeinde Dörentrup.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1885 959 [5]
1925 1444 [5]
1933 1692 [5]
1939 1782 [5]
06.06.1961 2575 [6]
31.12.1969 2724 [7]
31.12.2000 3574
Venussymbol (weiblich) 1793
Marssymbol (männlich) 1781
[1]

Vereine und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Verein in Hillentrup ist der Turn- und Sportverein "TSV Hillentrup e. V." Er wurde am 25. Juni 1919 in der Gaststätte Büngener in Hillentrup gegründet. In der Gründungsversammlung traten bereits 50 Bürger dem Verein bei. Weitere Vereine und kulturelle Einrichtungen in Hillentrup sind der Gemischte Chor "Frohsinn Hillentrup" und die Nachbarschaft Hillentrup.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillentrup ist über die durch Dörentrup verlaufende B 66 an den Fernverkehr angeschlossen. Über Lemgo erfolgt der Anschluss an die Ostwestfalenstraße. Der Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr erfolgt über die Linie 802 Bösingfeld-Dörentrup-Lemgo.

Bekannte Persönlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irmela Wendt (1916–2012), Kinderbuchautorin und Übersetzerin, besuchte in Hillentrup die Grundschule

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reden, D.v. / Linde, R.: Hillentrup. Kirchdorf und Bauernschaft, Heimatverein Hillentrup 1994, ISBN 3-924481-06-7

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Dörentrup: Statistische Daten (Memento vom 12. Juli 2007 im Internet Archive)
  2. Roland Linde: Ländliche Wirtshäuser in Westfalen, im Internet-Portal Westfälische Geschichte (abgerufen am 15. März 2010) [1]
  3. Angermann, Gertrud: Volksleben im Nordosten Westfalens zu Beginn der Neuzeit : eine wachsende Bevölkerung im Kräftefeld von Reformation und Renaissance, Obrigkeit und Wirtschaft (Minden - Herford - Ravensburg - Lippe), Münster ; New York : Waxmann, 1995, ISBN 3-89325-321-1, Auszug: [2]
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 66.
  5. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Lemgo. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 200.
  7. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 110.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]