Hilpertsau

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Hilpertsau
Stadt Gernsbach
Wappen von Hilpertsau
Koordinaten: 48° 44′ 20″ N, 8° 20′ 51″ O
Höhe: 182 m
Fläche: 3,95 km²
Einwohner: 1105
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1970
Eingemeindet nach: Obertsrot
Postleitzahl: 76593
Vorwahl: 07224

Hilpertsau ist ein Stadtteil von Gernsbach im Landkreis Rastatt in Baden-Württemberg. Der Teilort liegt südlich von Gernsbach im Tal der Murg. Die Hauptsiedlungfläche befindet sich über einem Gleithang rechts der Murg. Am Ort entlang verlaufen die Bundesstraße 462 sowie die Murgtalbahn, die ins Stadtbahnnetz des Karlsruher Verkehrsverbunds integriert ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im 1339/40 angelegten Lehnbuch des Hochstifts Speyer. Der dort erwähnte Name Hilboltzowe deutet vermutlich auf einen Personenbezug hin. Im Lehnbuch ist Hilpertsau als speyrisches Lehen im Besitz der Grafen von Eberstein verzeichnet. Entsprechende Lehnbriefe liegen jedoch nicht vor. Nach dem Verkauf der halben Grafschaft an die Markgrafen von Baden im Jahr 1387 war das Dorf geteilt zwischen Baden und Eberstein, ab 1505 wurde es gemeinschaftlich durch das badisch-ebersteinische Kondominat verwaltet. 1624 schieden jedoch die Grafen von Eberstein aus, da ihr Teil im Rufacher Vertrag den Grafen von Wolkenstein und von Gronsfeld zugesprochen wurde. Die Gronsfelder veräußerten ihr Viertel 1673 an den speyrischen Bischof, wogegen der Markgraf von Baden-Baden intervenierte und 1676 in die Kaufverträge von 1673 eintreten konnte. Mit dem Aussterben der schwäbischen Linie der Grafen von Wolkenstein im Jahr 1695 gelangte auch deren Viertel in badischen Besitz, da es ebenfalls 1673 von den Wolkensteinern dem Bistum Speyer zu Lehen aufgetragen worden war.[1]

Am 1. April 1970 vereinigten sich Hilpertsau und Obertsrot. Am 1. Juli 1974 wurde die Gemeinde Obertsrot in die Stadt Gernsbach eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortschaftsrat Obertsrot ist neben dem Gemeinderat ein eigenständiges Gremium für Angelegenheiten in Obertsrot und Hilpertsau.[3] Vorsitzender dieses Gremiums ist der Ortsvorsteher.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hilpertsauer Wappen führt in Blau ein geschliffenes silbernes Kreuz, belegt mit einem silbernen Herzschild, darin eine blaubesamte rote Rose, die das Wappen der Grafen von Eberstein darstellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur auf dem Kunstweg

Von Hilpertsau führt der Kunstweg am Reichenbach nach Reichental.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als technische Besonderheit gibt es in Hilpertsau eine Hochspannungsleitung in einer seltenen Sonderbauweise, die Kompaktfreileitung Hilpertsau-Weisenbach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. Band 2, ISBN 3-7995-1364-7, S. 114–116.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hilpertsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Landkreis Rastatt – Band II – B. Gemeindebeschreibungen Gaggenau bis Weisenbach. Jan Thorbecke Verlag Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, Seite 114
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 483.
  3. Ortschaftsrat Obertsrot, gernsbach.de (abgerufen am 11. Oktober 2021)