Karlsruher Verkehrsverbund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karlsruher Verkehrsverbund
Logo des KVV
Basisinformationen
Unternehmenssitz Karlsruhe
Webpräsenz www.kvv.de
Bezugsjahr 2011
Eigentümer Landkreis Germersheim, Landkreis Karlsruhe, Landkreis Rastatt, Landkreis Südliche Weinstraße, Baden-Baden, Karlsruhe und Landau in der Pfalz
Aufsichtsrat 28 Mitglieder (10 Stadt Karlsruhe, 5 Landkreis Karlsruhe, je 3 Landkreis Rastatt, Stadt Baden-Baden und Landkreis Germersheim, je ein Mitglied Landkreis Südliche Weinstraße, Stadt Landau, Land Baden-Württemberg, Land Rheinland-Pfalz)
Geschäftsführung Alexander Pischon
Statistik
Fahrgäste 177,5 Mio.
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 401 km
Straßenbahnlinien 83 km
Stadtbahnlinien 477 km
Buslinien 2 300 km

Der Karlsruher Verkehrsverbund ist ein Verkehrsverbund, dessen Tarifgebiet sich über Mittelbaden und die Südpfalz erstreckt. Er ist somit länderübergreifend in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz tätig.

Die Verbundstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweisystem-Stadtbahn auf der Tennetschluchtbrücke der Murgtalbahn
Bis 2010 verwendetes Logo

Im KVV sind 19 Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen, die einen gemeinsamen Wabentarif anbieten. Sie bedienen insgesamt 216 Linien. Die Schienenstrecken innerhalb des KVV sind 829 Kilometer lang. 411 Kilometer entfallen auf die Stadtbahn, 347 Kilometer sind DB-Strecken und das Straßenbahnnetz umfasst 71 Kilometer. Das Busliniennetz hat eine Länge von insgesamt 2150 Kilometern. 2008 wurden 173 Millionen Fahrgäste befördert. Dabei erschließt der KVV eine Fläche von 3550 km².

Der Verbundgesellschaft Karlsruher Verkehrsverbund GmbH (KVV) gehören die Landkreise Germersheim, Karlsruhe, Rastatt, Südliche Weinstraße sowie die Städte Baden-Baden, Karlsruhe und Landau in der Pfalz als Gesellschafter an. Es handelt sich damit um einen Kommunalverbund. Der KVV wurde 1994 gegründet. Das Tarifgebiet geht über das Gebiet der obigen Gebietskörperschaften hinaus. Ein Vorläufer des KVV war der Tarifverbund zwischen den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) in Karlsruhe. Der Karlsruher Verkehrsverbund ist für die Verkehrsplanung, den Verbundtarif, das Marketing und die Verteilung der Fahrgeldeinnahmen zuständig. Die Bestellung der Verkehrsleistungen obliegt den Kommunen bzw. dem Land.

Der KVV ist auch Teilnehmer des Programms KONUS. KONUS steht für die KOstenlose NUtzung des öffentlichen Nahverkehrs für übernachtende Schwarzwaldurlauber. Mit der Konus-Gästekarte können die Schwarzwald-Urlauber ihr Ausflugsziel, den Startpunkt für die Wanderung oder die Skitour usw. gratis ansteuern. Finanziert wird diese Gästekarte über eine pauschale Abgabe von 30 Cent pro Übernachtung.

Geschäftsführer des KVV war von 2. August 2006 bis 31. Dezember 2013[1] Walter Casazza, der zuvor als Betriebsleiter der Innsbrucker Verkehrsbetriebe tätig war. Sein Vorgänger war Dieter Ludwig. Nachdem Ludwig bereits am 1. Februar 2006 die Geschäftsführertätigkeiten bei VBK und AVG an Walter Casazza abgegeben hatte, wurde Casazza am 2. August 2006 auch als sein Nachfolger als Geschäftsführer des KVV bestimmt. Dieter Ludwig hat sich in dieser Tätigkeit weit über die Stadtgrenze hinaus als „Nahverkehrspapst“ einen Namen gemacht.

Der KVV wurde durch das Karlsruher Modell weithin bekannt.

Beteiligte Verkehrsunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein KVV-Bus der Linie 134 mit Heckwerbung. Gesichtet bei Eichelberg
Ein AVG-Bus auf der Linie 134 bei Eichelberg

Gebietskörperschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benachbarte Verkehrsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarifstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2012 bot der KVV 24-Stunden-Tickets an. Diese wurden durch die ungünstigeren Tageskarten ersetzt. Den „alten“ 24-Stunden-Karten von 2012 wurde eine Aufbrauchsfrist bis 30. Juni 2013 eingeräumt.[2]

Seniorenzeitkarten (ab 60/63) und die sogenannte Scool-Card für Schüler werden deutlich vergünstigt abgegeben. Sie können im ganzen Netz genutzt werden, jedoch kann diese Zeitkarte nur für ein ganzes Jahr, statt monatsweise gekauft werden.

Der KVV bietet neben Monats- und Jahreskarten auch ein Firmenticket an. Bis 2013 konnten Firmen übertragbare Umweltjahreskarten vergünstigt erwerben, seit 2014 sind die Firmenkarten nicht mehr übertragbar, zudem wurde die notwendige Mindestanzahl reduziert.

Außerdem gibt es ein Semesterticket, das von vielen beteiligten Hochschulen in Karlsruhe, Baden-Baden und Landau gekauft werden kann.

Neben den beiden KVV-eigenen Smartphoneanwendungen kann seit April 2017 Ticket2Go für den KVV genutzt werden.[3] Im Juni 2017 wurde für Fahrten innerhalb der Wabe 100 (Stadtgebiet Karlsruhe) der nur hierüber nutzbare Luftlinientarif „eTarif“ eingeführt.[4] Dessen Preis setzt sich aus einem Grundpreis pro Fahrt (2017: 1 €) und einem Preis pro angefangenem Kilometer Luftlinie zwischen Ein- und Ausstieg (2017: 0,25 €) zusammen.[5] Dieser Tarif ist nur für volljährige Fahrgäste nutzbar, Erste-Klasse-Aufschlag (+50 %) und Bahn-Card-Ermäßigung (−25 %) sind verfügbar.[5]

Übergangstarife[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für gebietsübergreifende Fahrten zum VRN sind im Übergangsgebiet, das bis Maikammer-Kirrweiler, Rinnthal und Bad Bergzabern reicht, gewöhnliche KVV-Fahrkarten gültig, wobei für Fahrten aus dem Übergangsgebiet vom VRN (Landkreis Germersheim) nur der VRN-Tarif anwendbar ist.[6] Für Fahrten von und zum Tarifverbund Ortenau werden für die Einwohner der grenznahen Gebiete Monatskarten angeboten, die in diesen Gebieten sowie dem jeweils anderen Verkehrsverbund gelten. Außerdem gilt die Punktekarte des TGO für grenzüberschreitende Fahrten in diese bzw. aus diesen Gebieten.[7] Kombinierte Nutzung von Zeitkarten ist trotz der fehlenden Überlappung der Gültigkeit explizit zugelassen, für Einzelfahrten ist keiner der Tarife anwendbar.[8] Auf den Bahnstrecken sowie einzelnen Buslinienabschnitten im VPE werden KVV-Fahrkarten für grenzüberschreitende Fahrten anerkannt.[9] KVV-Fahrkarten gelten an Sams-, Sonn- und Feiertagen außerdem in der Buslinie 134 zwischen Elsenz und Eppingen.[10]

Mit der Tageskarte RegioX gibt es außerdem eine Fahrkarte, die zusätzlich in den Verkehrsverbünden Freudenstadt, Calw und auch auf den Buslinien im VPE gilt. Außerdem gilt sie in den Bussen nach Dahn, Hauenstein und Wissembourg, in den Regionalzügen nach Bundenthal-Rumbach, Neustadt, Speyer, Hochdorf, Schenkenzell und Eyach, sowie den Stadtbahnen nach Eutingen, Öhringen, Achern und Bietigheim.[11]

Einwohner des KVV-Gebietes erhalten bei Kombination mit einigen KVV-Jahreskarten auf einige VRN-Jahreskarten 50 Prozent Ermäßigung.[12]

Für einige Strecken werden für ausbrechende Fahrten, für die keine durchgehende Fahrkarte erhältlich ist, außerdem Übergangseinzelfahrkarten (Preisstufen Ü1 bis Ü3) angeboten, die zusätzlich zur Fahrkarte bis zur Tarifgrenze zu lösen ist. Für die Gegenrichtung existiert kein entsprechendes Angebot. Diese sind erhältlich für Fahrten nach[13] Speyer, Neustadt, Hinterweidenthal, Dahn und Bundenthal-Rumbach, Darstein und Ludwigswinkel, sowie zu allen Endstationen der AVG-Stadtbahn.[14]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tonbandansage für die Haltestellen im Bereich des KVV kommt seit 2010 aus dem Munde von Anneta Politi. In dieser Funktion löste sie Dorothee Roth ab.[15]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wechsel von Casazza: Darum gibt es keine offizielle Verabschiedung. In: www.ka-news.de. 25. März 2014; abgerufen am 21. Mai 2015.
  2. Tageskarten. Einen Tag lang unterwegs. Preise in Euro ab 14. Dezember 2014. Karlsruher Verkehrsverbund, 2014; abgerufen am 21. Mai 2015.
  3. ticket2go: KVV bietet neue Smartphone-App an. Karlsruher Verkehrsverbund, 3. April 2017; abgerufen am 14. September 2017.
  4. KVV führt in Karlsruhe Luftlinientarif ein. Karlsruher Verkehrsverbund, 8. Juni 2017; abgerufen am 14. September 2017.
  5. a b eTarif FAQ. Karlsruher Verkehrsverbund, 11. September 2017; abgerufen am 14. September 2017 (PDF; 4,3 MiB).
  6. Tarifbestimmungen KVV, D1.4
  7. Tarifbestimmungen KVV, D2
  8. Tarifbestimmungen KVV, D2.4
  9. Tarifbestimmungen KVV, D3
  10. Tarifbestimmungen KVV, D4
  11. Tarifbestimmungen KVV, C5.3
  12. Tarifbestimmungen KVV, D1.1
  13. Tarifbestimmungen KVV, C5.2
  14. Tarifbestimmungen KVV, C5.2.2
  15. "Mein längster Job": Anneta Politi spricht Klartext. In: www.ka-news.de. 21. Mai 2010; abgerufen am 21. Mai 2015.