Holztafelbau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Holzrahmen, der durch Dämmung, Einbauten und abschließende Beplankung zur Holztafel wird

Der Holztafelbau, auch als Holztafelbauweise bezeichnet, ist eine verbreitete Holzbauweise von Fertighäusern. Als Tafeln werden die flächigen, selbsttragenden Holzkonstruktionen bezeichnet (vergleichbar den Großtafeln im Betonbau). Sie stellen die Wände des Gesamtbauwerks einschließlich aller wesentlichen Einbauten dar, werden in einem Werk vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zusammengefügt.[1]

Der Holztafelbau ähnelt dem Holzrahmenbau, bei dem die Holztafeln aber nur unvollständig bis zu einem Rahmen vormontiert werden und erst auf der Baustelle mit Wärmedämmung und Einbauten sowie abschließend der zweiten Beplankung versehen werden.

Konstruktion[Bearbeiten]

Bei der Holztafelbauweise werden zunächst die Holztafeln vorgefertigt und nach der Anlieferung auf der Baustelle zum Bauwerk zusammengefügt

Vorfertigung der Holztafeln[Bearbeiten]

Die Holztafeln sind Verbundkonstruktionen aus Rippen die mit Hilfe von Nägeln, Klammern oder Schrauben oder Leim mit unterschiedlichen Baustoffen, wie Vollholz oder Holzwerkstoffen, beplankt werden.[2][3]

Entsprechend ihrer Anordnung im Gebäude als Wand-, Decken- oder Dachtafeln, werden die einzelnen Bauteile und ihre Baustoffe sinnvoll kombiniert und dimensioniert, damit sie tragende, aussteifende, raumabschließende und / oder bauphysikalische Funktionen (z.B. Wärmedämmung) übernehmen können.

Zusammenfügen der Holztafeln[Bearbeiten]

Bei der Holztafelbauweise wird der räumliche Baukörper modular aus einzelnen ebenen Holztafeln zusammengesetzt.[2]

In der Fertigung im Werk werden Großtafeln in Gebäudeabmessungen aus Einzeltafeln, deren Größen von den Standardformaten der Beplankungswerkstoffe bestimmt werden, zusammengesetzt. Die Großtafeln werden zur Baustelle transportiert und können innerhalb kurzer Zeit zum Bauwerk zusammenmontiert werden.

Vergleich mit anderen Bauweisen[Bearbeiten]

(siehe auch Holzbau und Fertighaus)

Rund 15 % der Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland werden inzwischen, mit zunehmender Tendenz, in Holzbauweise errichtet.[4] Dabei spielt die Holztafelbauweise eine wichtige Rolle. Ihr besonderer Vorteil liegt unter anderem in der schnellen Montage vor Ort und der witterungsunabhängigen Herstellung der Holztafeln im Werk.[1]

Des Weiteren handelt es sich, im Gegensatz zur Massivbauweise, um eine trockene Bauweise. Da die Gebäudehülle nach dem Aufbau sofort dicht ist, ist das Gebäude umgehend wind- und wetterfest. Die Maßhaltigkeit und Genauigkeit ist bei der Holztafelbauweise durch den hohen Vorfertigungsgrad sehr hoch. Es gibt sowohl sogenannte Typenhäuser mit vorgegebener Gestaltung, als auch vollkommen individuell variierbare Gebäudeformen. So fertigen verschiedene - vor allem skandinavische - Hersteller fast ausschließlich individuelle Häuser.

Im Wesentlichen zeichnen sich Häuser in Holztafelbauweise dadurch aus, dass sie in der Regel gut gedämmt und dadurch sehr energiesparend sind. Wie bei anderen Bauweisen auch, kann zusätzlich moderne Haustechnik eingebaut werden, wie beispielsweise Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen, Holzpelletheizungen oder Solarthermie. Dadurch ergeben sich Energieverbräuche, die die Anforderungen der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) unterschreiten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Dietmar Grütze: Bau-Lexikon. Carl Hanser Verlag, München 2007, ISBN 3-446-40472-4, S. 131 u. 132.
  2. a b  H. Frey; H. August: Bautechnik - Fachkunde Bau. Europa Verlag, Haan-Gruiten 2003, ISBN 3-8085-4460-0, S. 393.
  3. www.umwelt-online.de: Holzbauwerke - DIN 1052-1 - Berechnung und Ausführung, Stand 04/1988, abgerufen am 17. März 2010
  4. www.infoholz.de: Das Holzhaus, abgerufen am 17. März 2010