Hoover-Sound

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In der elektronischen Musik ist ein Hoover-Sound (auch Hoover, engl. für Staubsauger) ein spezieller Klang auf einem Synthesizer.

Der Hooverklang besteht aus einer komplexen Wellenform, die durch mehrere (meist drei) Oszillatoren hervorgerufen wird, wobei jeder von ihnen mit mindestens einer Oktave Unterschied abgespielt wird und einer extremen Nutzung der Pulsbreitenmodulation (Abk. PWM, vom engl. pulse-width modulation) unterzogen wird, um danach noch einen sehr dichten Chorus-Effekt einzuschleifen. Dieser Klang hat die charakteristische Eigenschaft, sehr quirlig zu klingen, was durch hohe LFO-Frequenzen der Pulsbreitenmodulation hervorgerufen wird.

Im Original wurde er von Eric Persing für den Roland Alpha Juno[1] erzeugt, wobei der Patch nicht so genannt wurde. Traditionell wurde der Klang danach mit einem Roland Alpha Juno-2 Synthesizers und dem WhatThe? Patch erzeugt.[2] Die meisten verwendeten Hoover-Sounds wurden mit diesem Synthesizer erstellt, da er eine einzigartige Methode für die PWM besitzt, nämlich die Oszillatorperiode in vier Abschnitte zu unterteilen und die Breite jedes Teils einzeln zu modifizieren.[3]

Aktuelle Hoover-Sounds benutzen dagegen oft Samples des Alpha Juno-2 und kompensieren die Starrheit des Klangs mittels der Granularsynthese.

Bekannt wurde der Hoover-Sound durch den Techno-Track Mentasm von Second Phase (Joey Beltram & Mundo Muzique) sowie Beltrams Remix des Tracks Dominator von Human Resource (beide Tracks erschienen 1991). Daraufhin wurde der Hoover-Sound in einigen Tracks der verschiedensten Musikrichtungen der elektronischen Tanzmusik wie zum Beispiel Hard Trance, Hardcore Techno, Hard House/Nu NRG, Hardstyle und Aggrotech verwendet.[4]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In folgenden Musiktiteln ist der Hoover-Sound deutlich, oder auch mit Zusatzeffekten variiert, wahrzunehmen:

  • Mundo Muzique – Unbetitelter A1-Track der Mundo EP (1991)
  • Second Phase – Mentasm (1991)
  • The ProdigyCharly (Alley Cat Mix) (1991)
  • Plexus – Cactus Rhythm (1991)
  • Ultra-Sonic – Annihilating Rhythm (1993)
  • GoldieTerminator (1993)
  • Commander TomAre Am Eye? (1995)
  • Sons Of IlsaPulsinger's Nacht (1995)
  • x-RxFuck This Shit (2007)
  • The Bloody Beetroots – Warp 1.9 (2009)
  • Lady GagaBad Romance (2009)
  • CombichristMonsterMurderKill (2010)
  • GesaffelsteinBelgium (2011)

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mark Vail: The Synthesizer. Oxford University Press, New York, New York 2014, ISBN 978-0-19-539481-8, S. 322.
  2. Alpha Juno-2 Owners Manual. (PDF) Roland, 1985, S. 21, abgerufen am 23. Juni 2022 (englisch).
  3. Reverse-engineering the rave hoover :: mcld.co.uk blog. 13. Juni 2009, abgerufen am 17. April 2022 (englisch).
  4. Simon Reynolds: Generation ecstasy : into the world of techno and rave culture. Boston : Little, Brown, 1998, ISBN 978-0-316-74111-8 (archive.org [abgerufen am 17. April 2022]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]