Humbug

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Als Humbug wird etwas bezeichnet, das vorgibt, bedeutsam zu sein, tatsächlich aber nur Schwindel ist, oder es bezeichnet eine törichte und unsinnige Äußerung oder Handlung.[1]

Das Wort ist aus dem Englischen entlehnt, wo es um das Jahr 1750 als Slang-Wort modisch wurde. Die weitere Etymologie ist ungewiss und Gegenstand zahlreicher mehr oder minder plausibler Theorien.[2] Seit 1835 erscheint das Wort auch in Deutschland, so zum Beispiel Annette von Droste-Hülshoff in einem ihrer Briefe: „Humbug, wie der Engländer sagt“.[3]

Berühmte Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Oktober 1846 narkotisierte William Thomas Green Morton den Patienten Gilbert Abbott mit Hilfe seiner Erfindung, der Ätherkugel, damit der Chirurg John Collins Warren einen Tumor am Nacken des Kranken operativ entfernen konnte. Warren, der eigentlich nach einer glücklosen Demonstration von Wells zwei Jahre vorher derartige Verfahren ablehnte, war von den neuen Möglichkeiten begeistert und sagte angeblich: “Gentlemen, this is no humbug”. Dieses Ereignis gilt als die Geburtsstunde der wissenschaftlichen Anästhesie.[4]

George Washington Carver, einer der ersten Schwarzen, die in den USA studierten, war bekannt dafür, dass er alle möglichen Tierarten kannte und bestimmen konnte. Einmal wollten seine Studenten sich einen Spaß mit ihm erlauben und bastelten aus verschiedenen Insektenteilen eine „neue Art“ zusammen, um ihn dann zu fragen, um was für ein Insekt es sich da handeln könnte. Nach Betrachtung des Präparats soll er gefragt haben: "Did it hum?" ("Brummte es?"). Als die Studenten dieses bejahten, lautete seine Antwort, dies sei ein „Humbug“ (von englisch to hum „brummen“ und bug „Wanze“, „Käfer“).[5]

Anatoly Liberman bemerkt in seiner Besprechung der Etymologie des Wortes, dass „Humbug“ im Englischen womöglich außer Gebrauch geraten wäre, wenn es nicht das Lieblingswort Ebenezer Scrooges (der Hauptperson aus A Christmas Carol) gewesen wäre, der damit seine Abneigung gegenüber Weihnachten zum Ausdruck bringt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Humbug – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Humbug. In: duden.de. Abgerufen am 18. September 2018.
  2. a b Anatoly Liberman: A Postscript to the Series on Unpleasant People: Humbug (Beitrag in seinem Blog The Oxford Etymologist, 24. März 2010)
  3. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 19. Auflage. 1963.
  4. L. Brandt, K.-H. Krauskopf: 150 Jahre Anästhesie: „Eine Entdeckung in der Chirurgie.“ In: Dtsch Arztebl. 1996; 93(45): A-2957 / B-2293 / C-2089.
  5. Lawrence Elliott: Der Mann, der überlebte. George W. Carver - eine faszinierende Lebensgeschichte. Aussaat-Verlag, Neukirchen-Vluyn 1995, ISBN 3-7615-5100-2.