Hutu

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Die Hutu sind eine Bantu-Ethnie in Ostafrika und stellen in Ruanda und Burundi die Bevölkerungsmehrheit. Etwa 85 Prozent der Ruander und der Burundier gelten als Hutu.

Herkunftstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vorkolonialer Zeit gab es in Ruanda und Burundi ein Nebeneinander Ethnien der Tutsi, Hutu und Twa. Während die Tutsi überwiegend Viehzüchter waren und die Twa als Jäger und Sammler lebten, betrieben die Hutu vornehmlich Landwirtschaft, außerdem regional Jagd, Bienenzucht und Fischfang.

Konflikt zwischen Hutu und Tutsi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konflikt zwischen den beiden Ethnien reicht weit zurück. Der nomadisch geprägte Volksstamm der Tutsi war einst aus dem Nilgebiet eingewandert und hatte den bäuerlich geprägten Volksstamm der Hutu unterworfen. Doch die Tutsi übernahmen die Sprache und Kultur der Hutu, die Volksgruppen vermischten sich.[1]

In der Kolonialzeit in der Ende des 19. Jahrhunderts Ruanda und das Nachbarland Burundi erst deutsche und später belgische Kolonien waren wurden die Tutsi bevorzugt und stellten die afrikanische Elite der Kolonien.[1] 1959 bekleideten Tutsi in Ruanda-Urundi 43 von 45 höhen Posten in der Verwaltung.[1]

Nach Ruandas Unabhängigkeit 1962 wurden jedoch Angehörige der Bevölkerungsmehrheit der Hutu zur herrschenden Gruppe (84 Prozent der damals 7,4 Millionen Ruander), die bis dahin die Unterschicht gestellt hatte und errang die Macht und vertrieb Hunderttausende Tutsi.[1] Es gab über 500.000 Flüchtlinge, die vor allem innerhalb Afrikas blieben, während etwa 30.000 nach Übersee auswanderten.[1]

Diese historische Entwicklung ist eine der mittelbaren Ursachen für ethnische Konflikte in Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Burundi.

Der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi führte 1994 zum Völkermord in Ruanda einschließlich des Massakers von Nyarubuye sowie mehreren Völkermorden in Burundi.

Bekannte Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Wiens: Giheke Kitabu. Aus dem Innenleben Afrikas oder Entwicklung ohne Kooperation? Novum-Verlag, Neckenmarkt u. a. 2009, ISBN 978-3-85022-696-7.
  • Helmut Strizek: Geschenkte Kolonien. Ruanda und Burundi unter deutscher Herrschaft (= Schlaglichter der Kolonialgeschichte 4). Mit einem Essay über die Entwicklung bis zur Gegenwart. Links, Berlin 2006, ISBN 3-86153-390-1, (Rezension des Buches bei Deutschlandradio Kultur).
  • Uwe Hoering (Red.): Zum Beispiel Hutu und Tutsi. (Der Völkermord hätte verhindert werden können, befand ein UN-Bericht) (= Lamuv-Taschenbuch 214 Süd-Nord). Lamuv-Verlag, Göttingen 1997, ISBN 3-88977-473-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Ruanda vor 25 Jahren - Der angekündigte Völkermord, Spiegel Online, 4. April 2019