Hyperthermie

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Hyperthermie ist eine Überwärmung des Körpers gegen die Tendenz des Wärmeregulationszentrums. Im Gegensatz zum Fieber ist sie nicht durch Pyrogene ausgelöst und spricht daher nicht auf fiebersenkende Medikamente an. Eine Sonderform ist die Maligne Hyperthermie, bei der die erhöhte Körpertemperatur als schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung und auch beim Konsum von bestimmten Drogen (z.B. Ecstasy) auftritt. Sie kann auch im Rahmen seltener Syndrome wie z.B. dem Stüve-Wiedemann-Syndrom auftreten.

Die künstlich erzeugte Temperaturerhöhung (Therapeutische Hyperthermie) wird beispielsweise adjuvant zur Behandlung von Krebserkrankungen angewendet. Hyperthermie wird besonders im Bereich der alternativen Krebsbehandlung sowie in der komplementären Onkologie eingesetzt. Durch die künstliche Überwärmung des Körpers kann im Einzelfall eine bislang unwirksame Chemo- oder Strahlentherapie unterstützt, bzw. erst zur Wirksamkeit gebracht werden. Die Nebenwirkungen werden dadurch nicht zwangsläufig verstärkt.[1]

Es gibt verschiedene Arten der Hyperthermie. Man unterscheidet zwischen Ganzkörperhyperthermie, loko-regionaler Tiefenhyperthermie und Prostatahyperthermie. Bei der Ganzkörper-Hyperthermie wird mit Ausnahme des Kopfes der gesamte Körper mittels wassergefilterter Infrarotstrahler überwärmt. Dabei erreicht die Körpertemperatur Werte zwischen 39,5 °C und 40,5 °C. Bei der lokoregionalen Tiefenhyperthermie wird nur das betroffene Gewebe oder Organ bis maximal 44 Grad Celsius überwärmt. Einen besonderen Stellenwert hat die Behandlung der Prostata mittels der Transurethralen Hyperthermie. Dabei wird zusätzlich zur Wärme ein elektrisches Feld aus Radiokurzwellen aufgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter W. Kauffmann, Ernst Moser, Rolf Sauer: Das Gehirn im NMR-Bild. Urban & Fischer, München 2006, ISBN 3-437-44415-8.
  • Roewer, Schulte am Esch: Herz und Kreislauf bei maligner Hyperthermie. Springer, Berlin/ New York 1992, ISBN 3-540-54928-5.
  • Michael Wannemacher, Jürgen Debus, Frederik Wenz: Strahlentherapie. Springer Science & Business Media, Berlin/ Heidelberg 2006, ISBN 3-540-22812-8, S. 177 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter W. Kauffmann, Ernst Moser, Rolf Sauer: Das Gehirn im NMR-Bild. Urban & Fischer, 2006, ISBN 3-437-44415-8, S. 60 f.