Ibn Zuhr

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Abū Marwān ʿAbd al-Malik ibn Zuhr (arabisch أبو مروان عبد الملك بن زهر, DMG Abū Marwān ʿAbd al-Malik b. Zuhr, auch bekannt als Ibn Zuhr / ابن زهر, latinisiert Avenzoar, Abhomeron und Abumeron; auch Ibn-Zohr) (* 1091; † 1161) war ein arabischer Arzt, Chirurg und Lehrer in al-Andalus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ibn Zuhr wurde in Sevilla (Spanien) in eine berühmte Arztfamilie geboren. Unter Kalif Abd al-Mu'min war er als Minister tätig. Sein berühmtes Werk Kitāb at-Taisīr fī l-mudāwāt wa-t-tadbīr (Buch der Vereinfachung/Wegbereitung von Therapie und Diätetik) hatte großen Einfluss auf die Chirurgie. Er verbesserte das chirurgische und medizinische Wissen, indem er unterschiedliche Krankheiten und ihre Behandlung erforschte. So wies er nach, dass die Scabies durch Parasiten verursacht wird[1] und erprobte chirurgische Verfahren in Tierversuchen,[2] bevor er sie am Menschen anwandte.[3] Ibn Zuhr erprobte die künstliche Ernährung mittels einer Magensonde oder auch mittels eines Nährklistiers. Das Instrument dafür war eine Tierblase, an die ein silbernes Röhrchen angebracht wurde.[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lateinische Übersetzung: Liber Teisir, sive, Rectificatio medicationis et regiminis des Paravicius nach hebräischer Übersetzung des Jakob von 1280

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cristina Álvarez Millán: Ibn Zuhr, in: Thomas F. Glick u. a. (Hgg.): Medieval science, technology, and medicine: an encyclopedia, Taylor & Francis, New York 2005, S. 259–261, hier 259 (einsehbar bei Google Books).
  2. Rabie E. Abdel-Halim (2006), "Contributions of Muhadhdhab Al-Deen Al-Baghdadi to the progress of medicine and urology", Saudi Medical Journal 27 (11): 1631 – 1641.
  3. Rabie E. Abdel-Halim: "Contributions of Ibn Zuhr (Avenzoar) to the progress of surgery: A study and translations from his book Al-Taisir", in: Saudi Medical Journal 26/9 (2005), S. 1333 – 1339.
  4. Heinrich Schipperges: Ibn Zuhr [d.i. Avenzoar.], in: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann (Hgg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, 1. Aufl. C.H. Beck München 1995, 2. Aufl. Springer Heidelberg, Berlin et.al 2001, 3. Aufl. Springer Heidelberg, Berlin et.al. 2006, S. 17, Print und Online-Version (ISBN 978-3-540-29584-6 bzw. ISBN 978-3-540-29585-3).