Institut für Instrumentenkunde in der Max-Planck-Gesellschaft

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Das Institut für Instrumentenkunde in der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen war eine Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft, die von 1946 bis 1957 existierte. Während seiner gesamten Existenzdauer wurde das Institut von Konrad Beyerle geleitet.

Geschichte und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut entstand am 3. Mai 1946[1] unter der britischen Besatzung als Ausgliederung aus der Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA) der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Göttingen und hieß zunächst Institut für Instrumentenkunde in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Im neuen Institut konstruierten Wissenschaftler und Techniker der AVA in der ehemaligen Zentralwerkstatt der AVA für die Briten Apparate (=Geräte und Maschinen) und Instrumente (=Messgeräte).[2]

Heinz Billing berichtete, dass er mit einfachsten Mitteln – wenigen Verstärkerröhren, einigen Strom- und Spannungsmessgeräten sowie einem Kathodenstrahloszilloskop – und wissenschaftlich vom Ausland isoliert ein Hochfrequenz-Labor aufbaute. An die britischen Besatzer mussten zunächst im Rahmen von FIAT Reviews Berichte über den Stand der deutschen Forschung erstattet werden. In einem später von den Briten mehr auf Augenhöhe organisierten Treffen, an dem auch Konrad Zuse und Alwin Walther teilnahmen, kam Billing mit Ideen zu Rechenmaschinen in Kontakt.[3]

Mit der Währungsreform am 21. Juni 1948 wurde der Etat des Instituts stark gekürzt, so dass Entlassungen notwendig wurden, beziehungsweise Mitarbeiter das Institut in Richtung Ausland verließen. Später konnten aus Mitteln des Marshallplans wieder Projekte finanziert werden, bevor über die Max-Planck-Gesellschaft die Finanzierung gesichert wurde.[4]

Das Institut für Instrumentenkunde (jetzt in der Max-Planck-Gesellschaft) unterstützte in der Folgezeit verschiedene Max-Planck-Institute und andere wissenschaftliche Einrichtungen bei der Entwicklung von technischen Geräten. So kooperierte die Arbeitsgruppe Numerische Rechenmaschinen unter Heinz Billing insbesondere mit dem Max-Planck-Institut für Physik in München.[4] Die Arbeitsgruppe des Institutsleiters Beyerle arbeitete zum Beispiel mit dem Institut für physikalische Chemie der Universität Hamburg zusammen.[5]

Das Institut wurde 1957 aus der Max-Planck-Gesellschaft ausgegliedert. Teile wurden von der Gesellschaft zur Förderung der kernphysikalischen Forschung (dem späteren Forschungszentrum Jülich) in Düsseldorf übernommen. Die Arbeitsgruppe Numerische Rechenmaschinen wurde dem Max-Planck-Institut für Physik angegliedert.[6]

Personen und Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard E. Schneider: Ein (Wieder-)Aufbau unter ungewissen Vorzeichen. Die Gründungsgeschichte der Max-Planck-Gesellschaft. Bundeszentrale für politische Bildung, 15. August 2011
  2. Hans Dieter Hellige: Geschichten der Informatik: Visionen, Paradigmen, Leitmotive. Springer, 2004, ISBN 978-3-642-18631-8, S. 88 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Heinz Billing: Die Göttinger Rechenmaschinen G1, G2, G3. Entwicklungstendenzen wissenschaftlicher Rechenzentren. In: Informatik-Fachberichte. Band 37, 1980, S. 1–13 doi:10.1007/978-3-662-07056-7_1
  4. a b c d Heinz Billing – der Erbauer der ersten deutschen Elektronenrechner. In: Wissenschaftliches Rechnen in Göttingen – zur Geschichte des Computers und der GWDG anlässlich des 40-jährigen Bestehens der GWDG. GWDG-Nachrichten – Sonderausgabe 40 Jahre GWDG. (PDF, 23,3 MB) Göttingen 2010, S. 76–121
  5. a b K. Beyerle et al.: Über Gaszentrifugen (Auszug). Anreicherung der Xenon-, Krypton- und der Selen-Isotope nach dem Zentrifugenverfahren. In: Chemie Ingenieur Technik. Band 21, Heft 17–18, S. 331–334, September 1949 doi:10.1002/cite.330211703
  6. Archiv der Max-Planck-Gesellschaft (Memento des Originals vom 9. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archiv-berlin.mpg.de
  7. Elektronen-Gehirn. Für intellektuelle Arbeit. Der Spiegel vom 18. Juni 1952, S. 32–33