Intourist

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Eingang zum Intourist-Restaurant in Leipzig (1948)

Die Firma Intourist (russisch Интурист, von inostranny turist, dt.: ausländischer Tourist) ist die ehemals staatliche Monopol-Reiseagentur für den Auslandsfremdenverkehr, die 1929 in der Sowjetunion gegründet wurde. Heute führt Intourist unter anderem noch 144 Reisebüros und viele Hotels in Russland. Die Aktiengesellschaft wurde seit November 2010 je hälftig von dem russischen Mischkonzern Sistema und dem britisch-deutschen Tourismuskonzern Thomas Cook Group betrieben, wobei die Thomas Cook Group 50,1 % der Anteile hielt.[1] Seit 2019 gehört Intourist zur ANEX Tour.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die staatliche Monopol-Reiseagentur für den Auslandsfremdenverkehr liefen in der Sowjetunion nicht nur die Reisen ausländischer Touristen in die UdSSR, sondern auch die meisten Auslandsreisen sowjetischer Touristen, die ab dem 23. Februar 1967 ohne Visum Rumänien, Bulgarien, Ungarn, die ČSSR und die DDR besuchen konnten. Dies wurde damals offiziell von Intourist bekanntgegeben. Durch Mitarbeiter von Intourist wurden auch in sowjetischen Kurorten weilende Erholungssuchende aus der DDR betreut.

Auch in der DDR war Intourist aufgrund des Besatzungsrechtes Eigentümer und Betreiber vieler guter Hotels und Gaststätten, bspw. in Dresden (Schloss Wachwitz von 1947 bis 1949 und Schloss Albrechtsberg ab 1948) oder Leipzig (Haus Antifa von 1946 bis 1953 und Hotel International ab 1949), die aber 1951 fast alle an den staatlichen Betrieb HO der DDR übergeben oder verkauft wurden. Das Berliner Hotel Newa in der Invalidenstraße 115 wurde dagegen noch bis in die 1970er-Jahre von Intourist bewirtschaftet.

In Ostberlin erhielt das Unternehmen in der Nähe der Sowjetischen Botschaft an der Straße Unter den Linden Ecke Glinkastraße einen größeren Bürokomplex in einem Neubau.[2]

Außerdem war Intourist Eigentümer und Verwalter von Ferienanlagen, Reisebussen, sie pflegte Wanderwege und gab Abzeichen heraus.

Heute betreibt Intourist neben 144 Reisebüros viele Hotels, die meist nur „Hotel Intourist“ heißen, unter anderen das Hotel Peking in Moskau. Die Firma ist als Aktiengesellschaft organisiert. Hauptanteilseigner war zunächst der russische Mischkonzern Sistema. Die Thomas Cook Group erklärte am 25. November 2010, sie werde für bis zu 45 Millionen Dollar 50,1 Prozent des Veranstaltergeschäftes von Intourist übernehmen.[3] In den nächsten Jahren übernahm die Firma Intourist vollständig.[4]

Nach der Insolvenz der Thoms Cook Gruppe im Jahr 2019 wurde Intourist noch im gleichen Jahr von dem russischen Reiseanbieter ANEX Tour gekauft.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Intourist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Cook joint venture deal with Russia's Intourist. In: BBC News. 25. November 2010 (bbc.com [abgerufen am 18. Dezember 2021]).
  2. Wochenzeitung Neue Berliner Illustrierte (NBI) Nr. 40/74, Seite 39
  3. Handelsblatt: Thomas Cook will russischen Reisemarkt erobern. Handelsblatt. 25. November 2010. Abgerufen am 25. November 2010.Vorlage:Cite web/temporär
  4. Stefan Eiselin: Tochter von Thomas Cook: Intourist prüft eigene russische Airline. In: Aerotelegraph.com, 13. Mai 2017.
  5. Anex Tour to be world's 2nd-largest tour operator after acquiring Thomas Cook's Russian, German legs. In: Reuters. 15. November 2019, abgerufen am 18. Dezember 2021 (englisch).