Iodocarb

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Strukturformel
Strukturformel von Iodocarb
Allgemeines
Name Iodocarb
Andere Namen
  • IPBC
  • 3-Iodpropargyl-N-butylcarbamat
  • 3-Iod-2-propinylbutylcarbamat
  • 3-Iod-2-propinyl-butylcarbamat
  • Biodocarb
Summenformel C8H12INO2
CAS-Nummer 55406-53-6
PubChem 62097
Kurzbeschreibung

brennbares[1] Pulver mit beißendem Geruch[2]

Eigenschaften
Molare Masse 281,09 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,71 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt
Löslichkeit

sehr schwer löslich in Wasser (0,168 g·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[4], ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​331​‐​317​‐​318​‐​372​‐​410
P: 261​‐​273​‐​280​‐​304+340+310​‐​305+351+338​‐​311​‐​403+233 [1]
MAK

Schweiz: 0,01 ml·m−3 bzw. 0,12 mg·m−3[5]

Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Iodocarb oder 3-Iod-2-propinylbutylcarbamat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carbamate. Sie wird als Fungizid und Holzschutzmittel gegen Braunfäule, Weißfäule und Bläue eingesetzt. Im Bereich des Pflanzenschutzes wird Iodocarb nicht eingesetzt,[2] im Holzschutz gehört es jedoch zu den häufigsten Wirkstoffen.[6]

Iodocarb wird außerdem als Fungizid in Kosmetika sowie in Kühlschmierstoffen eingesetzt.[3]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iodocarb wird traditionell durch Addition von Propargylalkohol an n-Butylisocyanat und anschließender Iodierung gewonnen. Stattdessen können auch in einer Eintopfreaktion 1-Iodbutan und Kaliumcyanat miteinander zu n-Butylisocyanat umgesetzt werden und anschließend, nach Reaktion mit Propargylalkohol, unter Zugabe von Natriumhypochlorit elektrochemisch mit dem beim ersten Schritt freigesetzten Iodid iodiert werden. Man erspart sich so den Umgang mit dem gefährlichen n-Butylisocyanat.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu 3-Iod-2-propinylbutylcarbamat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d Reregistration Eligibility Decision (RED): 3-Iodo-2-propynylbutylcarbamate (IPBC) (PDF; 410 kB) S. 19.
  3. a b Eintrag zu (3-Iodprop-2-inyl)-N-butylcarbamat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. Januar 2015.
  4. Eintrag zu 3-iodo-2-propynyl butylcarbamate im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  6. Zugelassene Holzschutzmittel
  7. Produktionsintegrierter Umweltschutz bei der Herstellung des Schutz- und Konservierungsmittels Jod-Propinylbutylcarbamat (IPBC) unter Verwendung von recycelten Feinchemikalien aus Wertstoffkreisläufen