Isaak Ossipowitsch Dunajewski

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Isaak Ossipowitsch Dunajewski

Isaak Ossipowitsch Dunajewski (russisch Исаак Осипович Дунаевский; * 18. Januarjul./ 30. Januar 1900greg. in Lochwyzja; † 25. Juli 1955 in Moskau) war ein sowjetischer Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte bis 1919 am damaligen Konservatorium Charkow Violine bei Joseph Achron und Komposition bei Semyon Bogatyrev. Ab 1924 war er musikalischer Leiter am Satire-Theater in Moskau, ab 1929 an der Music Hall in Leningrad, wo er auch mit dem Jazz-Orchester von Leonid Utjossow zusammenarbeitete und das Lied- und Tanzensemble des Pionierpalastes leitete.[1] Von 1936 bis 1941 lebte er in der Gorochowaja-Straße in Leningrad. 1943 zog er wieder nach Moskau.[1]

Dunajewski erlangte durch seine Filmmusiken, Operetten und Estrada-Unterhaltungsschlager in den 1930er und 1940er Jahren große Popularität. Er schrieb auch von westlichen Einflüssen (Foxtrott und Jazz) durchzogene Schlager, die ihn unter Jugendlichen populär machten. Mit Kriegsbeginn begann sein Stern zu sinken – an Stelle der harmlos-fröhlichen Lieder waren heroische Kampflieder gefragt. Das war weniger Dunajewskis Fall. Nach 1945 litt der bekennende Kommunist und Stalinpreisträger des Jahres 1941 unter dem Antisemitismus der späten Stalin-Ära. Seine letzten Lebensjahre waren bestimmt von vergeblichen Versuchen, an die einstigen Erfolge anzuknüpfen. 1955 verstarb er an einem Herzinfarkt. Es kursieren Gerüchte über einen Selbstmord, die jedoch nicht belegt wurden.[2]

Der Asteroid (4306) Dunaevskij ist nach ihm benannt.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entrée Marsch aus dem Film „Zirkus“ (meist dargeboten in der Fassung für Blasorchester von Walter Tuschla) – 1936 / SBZ 15. Februar 1946
  • Mondscheinwalzer aus dem Film „Zirkus“ – 1936 / SBZ 15. Februar 1946
  • Lebte einst ein Kapitän aus dem Film „Die Kinder des Kapitän Grant“ – 1936 / SBZ 31. August 1945
  • zahlreiche Operetten, u. a. „Freier Wind“, „Das Goldene Tal“, „Strohhut“, „Weiße Akazie“ [4]
  • Tango Herz mein aus dem Film „Lustige Gesellen“ – 1934 / SBZ 28. Dezember 1945

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mein Moskau (Моя Москва), seit 1995 Hymne von Moskau
  • Vaterland, kein Feind soll dich gefährden (Широка страна моя родная)
  • Wiegenlied (Колыбельная) aus dem Film „Zirkus“
  • Schulwalzer (Школьный вальс)
  • Fliege, Tauben (Летите, голуби) aus dem Film „Wir sind für den Frieden“
  • Sportmarsch (Спортивный марш)
  • Lied über Kakhovka (Песня о Каховке)
  • Herz, du willst keinen Frieden (Сердце, тебе не хочется покоя)
  • Der Frühling kommt (Весна идет)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Stadelmann: Isaak Dunaevskij, Sänger des Volkes: eine Karriere unter Stalin. Boehlau Verlag, Köln 2003, ISBN 978-3-412-06703-8, S. 505.
  • Nils Grosch und Elmar Juchem: Die Rezeption des Broadwaymusicals in Deutschland. Waxmann Verlag GmbH, Köln 2012, ISBN 978-3-8309-2614-6, S. 148–149.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Isaak Dunajewski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Marina Lobanova: Dunaevskij, Isaak Osipovič. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 5 (Covell – Dzurov). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2001, ISBN 3-7618-1115-2 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  2. Angaben auf vmiremusiki.ru
  3. Dictionary of Minor Planet Names, Band 1 in der Google-Buchsuche
  4. Werke von Isaak Dunajewski. Abgerufen am 1. Mai 2018 (russisch).