Isländische Staatskirche

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Die Isländische Staatskirche, isländisch Íslenska þjóðkirkjan („Isländische Volkskirche“), ist eine evangelisch-lutherische Kirche. An ihrer Spitze steht der Bischof von Island, seit Mitte 2012 als erste Frau Agnes M. Sigurðardóttir, davor rund 14 Jahre lang Karl Sigurbjörnsson.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Christianisierung Islands um das Jahr 1000 gab es die beiden Bischofssitze Skálholt (seit 1056) und Hólar (seit 1106), die zunächst wie Skandinavien dem Erzbistum Bremen, ab 1104 dem Erzbistum Lund und schließlich dem Erzbistum Nidaros unterstanden. In der Reformation wurden diese Bistümer von Rom gelöst und die lutherische Lehre eingeführt. Schon 1536 hatte Christian III. von Dänemark und Norwegen dabei die evangelisch-lutherische Religion für Dänemark, Norwegen und die Färöer durchgesetzt. 1800 wurde der Bischofssitz in Hólar aufgelöst und der von Skálholt nach Reykjavík verlegt. Erster Bischof von ganz Island wurde Geir Vídalín. Die Verfassung von 1874 gewährte die vollständige Religionsfreiheit in Island. Sie bestätigte aber die evangelisch-lutherische Kirche als Staatskirche. Die größte Kirche Islands, die Hallgrímskirkja, wurde zwischen 1929 und 1986 in Reykjavík errichtet.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Art. 62 der Verfassung der Republik Island lautet:

(1) Die Evangelisch-lutherische Kirche ist Volkskirche und wird als solche vom Staat unterstützt und geschützt.
(2) Diese Bestimmung kann durch Gesetz geändert werden.

Der Kirche gehören mit 232.591 Kirchenmitgliedern rund 65,1 % aller Isländer an (Stand 2019).[1]

Sie ist Mitglied im Lutherischen Weltbund und steht durch das Porvoo-Abkommen in Kirchengemeinschaft mit der Church of England sowie anderen anglikanischen und lutherischen Kirchen. Dies ermöglicht einen gegenseitigen Austausch von Geistlichen. Sie hat einen Überschuss an Theologen. Die Ordination von Frauen wird seit 1947 praktiziert. Die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ist seit 2010 möglich, soweit der Ortspfarrer einverstanden ist.[2]

Oberhäupter der Isländischen Staatskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Þjóðkirkjan. Internetauftritt der Isländischen Staatskirche. In: kirkjan.is. (isländisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PX-Web - Select variable and values. In: px.hagstofa.is. Abgerufen am 10. November 2019 (englisch).
  2. Island: Parlament einstimmig für Ehe-Öffnung - queer.de. In: queer.de. 11. Juni 2010, abgerufen am 10. November 2019.