Jörgen Kock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jörgen Kock
Jörgen Kocks Haus in Malmö

Jörgen Kock (* 1487; † 1556) war Bürgermeister von Malmö.

Jörgen Kock wurde vermutlich in Westfalen geboren. Die Heirat mit der Witwe eines wohlhabenden Malmöer Bürgers ermöglichte ihm den Eintritt in die höhere städtische Gesellschaft. 1518 wurde er, durch umfassenden Handel bereits wohlhabend, zum Münzmeister von Malmö. In den folgenden Jahren unterstützte Kock den dänischen König Christian II. bei der Finanzierung seiner kriegerischen Unternehmungen. Als jedoch dessen politische Niederlage 1523 absehbar wurde, schlug er sich auf Seiten Friedrich I. Noch 1523 wurde er Bürgermeister von Malmö und übergab die Stadt im Januar 1524 an Friedrich, dem er bis zu dessen Tod 1533 loyal folgte. Jörgen Kock setzte in dieser Position die Reformation der Stadt bis 1530 durch und spielte damit eine wichtige Rolle in der gesamten dänischen Reformationszeit.

1534 unterstützte er gemeinsam mit Christoph von Oldenburg den Versuch Christians II., in der sogenannten Grafenfehde den dänischen Thron zurück zu erlangen. Nach der verheerenden Niederlage 1536 gelang es Jörgen Kock jedoch, das Vertrauen seines früheren Gegners Christians III. zu gewinnen und bis an sein Lebensende 1556 Bürgermeister zu bleiben.

Als Bürgermeister leitete er umfassende Baumaßnahmen; unter anderem ließ er für den großen Marktplatz (Stortorget) und das Rathaus ganze Straßenzüge abreißen. Am Rande des Platzes ließ er sich ein eigenes herrschaftliches Haus errichten, das heute noch steht. Darüber hinaus unterstützte er nach 1536 den Wiederaufbau der Malmöer Stadtfestung Malmöhus aus eigener Tasche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friis, Astrid: Kock, Jørgen; in: Dansk Biografisk Leksikon, 3. Auflage 1981; Bd. 8, S. 134ff.
  • Grell, Ole Peter: Jørgen Kock - En Studie i Religion og Politik i Reformationstidens Danmark; in: Profiler i Nordisk Senmiddelalder og Renaissance, Festskrift til Poul Enemark (Arusia Historiske Skrifter II); Århus 1983, S. 113-126.