Jair Chajim Bacharach

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Titelseite des Chawwot Jair, gedruckt in Lemberg 1894

Jair Cajim ben Samson Bacharach (* 1639, vermutlich in Leipnik in Mähren[1][Anm. 1]; † 1. Januar 1702 in Worms) war Rabbiner und jüdischer Gelehrter, Verfasser unter anderem von Responsen unter dem Titel Chawwot Jair und zuletzt Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in Worms.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jair Chajim Bacharach war zunächst Rabbiner in Koblenz und kam 1670 nach Worms, wo er zunächst als Rabbiner ohne Gemeinde-Rabbinat Schüler unterrichtete. Hier erlebte er 1689 die Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch Truppen König Ludwig XIV.[2] Er floh nacheinander nach Metz, Heidelberg und Frankfurt am Main.[3]

Es dauerte bis 1699, bevor die jüdische Gemeinde wieder in die Stadt zurückkehren konnte. Die sich neu konstituierende Gemeinde berief Jair Chajim Bacharach in das Amt des Gemeinde-Rabbiners, das er aber nur kurz ausübte, weil er bereits 1702 starb.[3] Er wurde auf dem Heiligen Sand, dem jüdischen Friedhof von Worms begraben.[2] Sein Grabstein trägt nach der alten Inventarisation die Nummer 1068.[2] Von der Neuinventarisation durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut ist er (noch) nicht erfasst.[4]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jair Chajim Bacharach hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk von 50 Sammelbänden wissenschaftlichen Inhalts.[2] Er war Kabbalist und zeitweise Anhänger des Pseudo-Messias Schabbtai Zvi.[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Großmutter war Eva Bacharach. Verheiratet war er mit Sarlan († 1703 in Worms), Tochter des Fuldaer Rabbiners Elieser Brilin. Ihr Grabstein auf dem Heiligen Sand ist ebenfalls erhalten.[1] Sie wurde dort neben ihrem Mann bestattet. Ihr Grabstein trägt nach der alten Inventarisation die Nummer 1064.[2] Von der Neuinventarisation durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut ist er (noch) nicht erfasst.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

  • Otto Böcher: Der alte Judenfriedhof zu Worms = Rheinische Kunststätten 148. 7. Auflage. Neusser Verlag und Druckerei, Neuss 1992. ISBN 3-88094-711-2
  • David Kaufmann: Zur Geschichte jüdischer Familien 2 = R. Jair Chajim Bacharach (1638–1702) und seine Ahnen. Trier, 1894.
  • Fritz Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Eigenverlag, Worms 2009. ISBN 978-3-8391-0201-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Böcher, S. 8, gibt an: 1628 in Mährisch Brod.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre, S. 55.
  2. a b c d e Böcher, S. 8.
  3. a b Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre, S. 56.
  4. a b Epidat: Jüdischer Friedhof Worms.