Jair Chajim Bacharach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Titelseite des Chawwot Jair, gedruckt in Lemberg 1894

Jair Chajim Bacharach (* 1639[Anm. 1] in Lipník nad Bečvou; † 1. Januar 1702 in Worms) war ein antikabbalistischer, gegen Religionsphilosophie gerichteter, strikt orthodoxer deutscher jüdischer Gelehrter, Verfasser unter anderem von Responsen unter dem Titel Chawwot Jair und zuletzt Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in Worms.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jair Chajim Bacharach kam 1670 nach Worms, wo er zunächst als Rabbi ohne Gemeinde-Rabbinat arbeitete. Hier erlebte er 1689 die Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch Truppen König Ludwig XIV.[1] Es dauerte bis 1699, bevor die jüdische Gemeinde wieder in die Stadt zurückkehren konnte.[2] Die sich neu konstituierende Gemeinde berief Jair Chajim Bacharach in das Amt des Gemeinde-Rabbiners, das er aber nur kurz ausüben konnte, weil er bereits 1702 starb. Er wurde auf dem Heiligen Sand, dem jüdischen Friedhof von Worms begraben.[3] Sein Grabstein trägt nach der alten Inventarisation die Nummer 1068[4]. Von der Neuinventarisation durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut ist er (noch) nicht erfasst.[5]

Jair Chajim Bacharach hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk von 50 Sammelbänden wissenschaftlichen Inhalts.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Großmutter war Eva Bacharach. Verheiratet war er mit Sarlan († 1703 in Worms), Tochter des Fuldaer Rabbiners Elieser Brilin. Sie wurde auf dem Heiligen Sand neben Jair Chajim Bacharach bestattet. Ihr Grabstein trägt nach der alten Inventarisation die Nummer 1064[7]. Von der Neuinventarisation durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut ist er (noch) nicht erfasst.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

  • Otto Böcher: Der alte Judenfriedhof zu Worms = Rheinische Kunststätten 148. 7. Auflage. Neusser Verlag und Druckerei, Neuss 1992. ISBN 3-88094-711-2
  • David Kaufmann: Zur Geschichte jüdischer Familien 2 = R. Jair Chajim Bacharach (1638–1702) und seine Ahnen. Trier, 1894.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Böcher, S. 8, gibt an: 1628 in Mährisch Brod.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Böcher, S. 8.
  2. Fritz Reuter: Warmasia – 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Worms 2009, S. 685.
  3. Böcher, S. 8.
  4. Böcher, S. 8.
  5. Epidat: Jüdischer Friedhof Worms.
  6. Böcher, S. 8.
  7. Böcher, S. 8.
  8. Epidat: Jüdischer Friedhof Worms.