Jakob Weiseborn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jakob Weiseborn[1] (* 22. März 1892 in Frankfurt am Main; † 20. Januar 1939 in Flossenbürg) war ein deutscher SS-Sturmbannführer sowie Lagerkommandant des Konzenzentrationslagers Flossenbürg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Weiseborn, der als Berufssoldat 18 Jahre bei der Marine diente,[2] war Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 753.119) und SS (SS-Nr. 17.063). Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er zunächst ab Januar 1935 im KZ Dachau und infolge einer Strafversetzung ab Ende 1935 im KZ Esterwegen eingesetzt.[3] Im April 1936 übernahm Weiseborn den Posten des Schutzhaftlagerführers von Karl d’Angelo im KZ Dachau.[4] Von Ende 1936 bis Juli 1937 fungierte er als Schutzhaftlagerführer im KZ Sachsenhausen und danach als 2. Schutzhaftlagerführer im KZ Buchenwald.[3] An den Häftlingsbaracken des KZ Buchenwald wurde von der SS folgender Spruch angeschrieben: „Gott erschuf in seinem Zorn den Hauptsturmführer Weiseborn.“[5]

Weiseborn, ein chronischer Alkoholiker, wurde Anfang Mai 1938 Lagerkommandant des Konzentrationslagers Flossenbürg und blieb dies bis zum Januar 1939. Am 20. Januar 1939 beging Weiseborn in Flossenbürg mit Gift Suizid, da gegen ihn wegen Unterschlagungen im KZ Buchenwald ermittelt wurde.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der Literatur finden sich auch Fundstellen in der Schreibweise Jacob Weiseborn, so zum Beispiel in Abraham und Hershel Edelheit: History of the Holocaust: A Handbook and Dictionary. Westview Press 1994. ISBN 0-813-31411-9.
  2. Tom Segev: Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten, Reinbek bei Hamburg 1992, S. 86
  3. a b Holm Kirsten, Wulf Kirsten: Stimmen aus Buchenwald. Ein Lesebuch., Göttingen 2002, S. 17
  4. Stanislav Zámečník: Das war Dachau., Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007, S. 85
  5. Zitiert bei: Eugen Kogon: Der SS-Staat. München 1974, S. 57.
  6. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 664.